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Prof. Dr. Robert Seckelmann - Altdeutsch - Neudeutsch - l.q.i.

Wie sich die Zeiten ändern! Martin Luther schrieb 1524 an die Ratsherren deutscher Städte: "Die Sprachen sind die Scheiden, darin das Messer des Geistes steckt." Damit drängte er auf Fremdsprachenunterricht in den Schulen. Heute ist Deutsch für uns fast eine fremde Sprache, nur ein Lieferant unter anderen leerer Worthülsen. - Alle im folgenden Bericht möglicherweise fremd erscheinenden Ausdrücke sind in ihrer Grundform, oft aber auch deformiert, im letzten Monat (Oktober 1985) in Darstellungen in Funk, Presse und Werbung für die Deutsch sprechende Öffentlichkeit verwandt worden, sind aber hier - zur Akzeleration der Akzeptanz der verbalen Monstrositäten - auch deutsch geschrieben, so wie z.B. Büro oder Frisör.

"Bei einem Häppening zur Konsumsteigerung, der 'Szell-Intertek', im Wisita-Szenter von Dauntaun wurden innovative Heileits moderner Technologie präsentiert, z.B.

  • fürs Gefühl: ein Rasierapparat mit Toatel-Tatsch-Scherkopf,

  • fürs Ohr: eine die Ellpi verdrängende Kompakt-Disk in einem Pauer-Deck-Räck mit heifi-Szaund-Boxen,

  • fürs Auge: ein Kalla-TiWi-Rißiewa mit Kontur-Buuster und full-Squär flätt Skrien, sowie einer Päint-Box am anderen Ende des Kommunikations-Heiwäis,

  • für den Geist: ßoft Wär in hard Kawa für Pißies mit liquid-Kristel Displäi,

  • für die Beweglichkeit: im Schelta nebenan ein(e) Späiß-Schattel mit sirou-Gräwitie-Simulation.

In einer(m) Demo-Wörkschopp läite ein Kompjuter-äided (oder vom Kompjuter geäideter) Endschinier einen integräiten Szörkit aut für die Es-Di-Ei oder Es-De-I Implementierung von Projekten zur Komplementierung von Äi-Bi-Em oder A-Be-Em Programmen, und plottete diesen auf einem Monitor durch Pressen von Battens auf einem Törminel, mit dem er auch Trabbel schuutete. - Ein im sportiven Begleitprogramm vorgesehenes Futboal-Her-Mätsch wurde gekänzelt, weil ein Tiem im Hinspiel nicht genügend zurückgefeitet und zu oft gefault hatte oder worden war.

Am Rande des Bei-end-Szell Foakfestiwels fand in den Räumen einer(s) 'Aats Gällerie end Mjusik Wörkschopp' ein Hiering statt über 'Die Förderung der Akzeptanz der Güter durch gezielte kompatible und kohärente Information adoleszenter Erstkonsumenten durch Kommunikations-Multiplikatoren in Kurrikula-Instituten' (d.h. Lehrer sollen Schüler zum kaufen überreden). Wer etwa in geliesten Autos die diseinte Stadt durchquert hatte, konnte dort auf auf ges-teilten Stühlen sitzend passiv an der Rhetorik der geladenen Pennel-Gäste partizipieren.

- Der Hauptredner, ein Toakschau Maasta als Vertreter der Kultusminister, kam gleich zum Thema. Er wies jede Kritik an der das Iwent umgebenden Sprache, der lingua quarti imperii, kurz l.q.i., als undemokratisch, antiamerikanisch und Bildungsdefizite der Kritiker indizierend zurück. Betrachtungen über Technik seinen technologisch gesehen Atavismen. Technik sei tot, verdrängt durch Technologie in jeder Form, als Substantiv, Adjektiv, Verbum, Adverbum, Subjekt, Objekt, Produktion, Produkt, Lehre, Anwendung, Täter und Tat. Die Verbindung 'moderne Technologie' sei ein unverzichtbares kulturelles Etschiewment. Aptudäite Kurrikula förderten gerade diese Sprache als adäquates Beiprodukt und als Voraussetzung der Annahme der Herausforderung der Zukunft. In den Schulen ersetze man daher Latein, Griechisch und Französisch und die Aubis dafür durch Bäißik, Pascal und Wöörd und die damit programmierten Kompjuter. Deutsch und Englisch unterrichte man als integrierte und nicht länger als verschiedene Sprachen. Im Zuge dieses bilateralen Kulturverbundes hätten die transatlantischen Freunde 'kindergarden', 'angst' und 'rucksack' übernommen und durch Kleinschreibung voll amerikanisiert. Auch von Sprecherziehung sehe man ab. Man begrüße das allmähliche Verschwinden von Endungen und das Zusammenziehen von Silben. Bei Worten wie geben, Tagesthemen (ge'm, -the'm) sei das schon gelungen, ein schou-käis-Pieß sei u-eftgo (unsere F.D.G.O. - freie demokratische Grundordnung). Verbunden damit sei eine gewisse Ausspracheflexibilität, die sich in der Koexistenz von z.B. China und Kina, ßoft und soft, Sziti und Ziti ausdrücke.

- Um sicherzustellen, daß die Neologismen eine Amelioration und nicht etwa eine Vergrößerung des Sprachbodens bewirken, verkleinere man den altdeutschen Wortschatz. Z.B. 'signalisieren' ersetze bereits ein ganzes Bündel sinnverwandter Ausdrücke, von denen einige zu nennen sich nicht mehr lohne. Dies sei ein gewaltiger Schritt in Richtung 'Altdeutsch mit 600 Worten'. Aus Zweckmäßigkeitsgründen ersetze man z.B. auch 'offen' und 'geschlossen' durch 'auf' und 'zu'. Man könne damit dickere Hedleins drucken. Die Verbindung von Armut an Worten mit Mangel an Formen betrachte man als Grammatik-Stabilisierung. Früher hätte man noch wählen müssen zwischen 'Der Hund läuft dem Hasen nach' und 'Er läuft hinter ihm her', heute sei man festgelegt auf 'der eine läuft dem anderen hinterher'. Demnächst werde es heißen 'Er hinterherläuft ihm'. Angesichts der Schwierigkeiten mit dem Deklinieren und Konjugieren der verbalen Gemmen aus der neuen Welt erstrebe man, alle Worte nur noch in ihren Grundformen hintereinander zu setzen, weil ... sie können nicht anders. - Auch die Mathematik sei in die integrierte Gesamtbildung einbezogen. Die auf Tradition basierende deutsche Bildungsrealität, die Unbedarftheit in Mathematik mit Stolz darauf kopple, wolle man insoweit nicht ändern. Alles, was die regel de tri überschreite, sei Teufelswerk. An progressiven Hochschulen gehe man dazu über, Studenten bei der Einschreibung eine Eins in Mathematik zu geben, um das Bildungsziel, die Konsumpotenz, nicht zu gefährden. Darauf er schweigen.

Der Baudezernent der gastgebenden Stadt wies auf deren Beitrag zur Förderung der Konsumgüterakzeptanz oder so durch Sprachintegration oder so hin. Mit der Bundesbahn habe man zur Belebung des Nahschnell-Verkehrs nicht nur den Bahnhofsparkplatz vergrößert und das Sziti-Hostessen-Szenter verlegt, sondern ihn auch umbenannt in 'P+R-System'. 'System' setzte, wie so oft, das Ganze für den Teil. 'P+R' werde 'Park-end-Reit' ausgesprochen und nie ausgeschrieben. Das erleichtere den Gastarbeitern und sonstigen Gästen das Auffinden der Einrichtung und verbreite in der Stadt den Duft der großen weiten Welt.

Der Moderator, ein Untersekretär des Kanzlers, bedankte sich bei aktiven und passiven Toakern für die interdisziplinäre Diskussion, die durch das rege Fiedbäck viele Probleme berührt oder gemieden habe. Häppening und Hiering seien signifikante Bentschmaaks in einer trendsetting...enden Folge ähnlicher lwents. Die langsamer werdende Zunahme der Abnahme der Steigerung der Besucherzahlen oder umgekehrt sei ein positives Omen, wie alles, was die Administration erführe oder erlitte, erfreulich sei. - Schon die Proklamation vor 200 bis 300 Jahren primärer normativer Prinzipien und Postulate für Ökonomie und Politik, und ihre heute überhaupt und hier ökologiebewußte Realisierung basiere auf Ideen, die zwei bis drei Millenien alt seien. Nun aber wolle und solle man sich auch in der geistigsozialen Umwelt der Vorwärtsverteidigung zuwenden und Privilegien und Subventionen durch Aufrüsten abrüsten. Auf Vorwürfe, 1984 sei bei uns längst überschritten, antworte man gelassen 'ja'. Wir hätten aber (anders als George Orwell in „Newspeak“ in „1984“) nicht die negativen Worte, sondern die Zustände, die sie beschreiben könnten, abgeschafft. Arbeitslosigkeit werde von der Regierung mit Billigung durch Gewerkschaften und Medien durch einen Vorruhestand genannten Unruhestand ersetzt, der sich vom Ruhestand anders als bisher nicht durch auf Erwerb gerichtete Arbeit unterscheide, sondern durch geringeres Einkommen. - Man bekenne sich zur freien Marktwirtschaft und deren Promotionsmethoden und Taagits. Wie der amerikanische meine auch unser Regierungschefadministrator seine Akzeptanz durch verbal-pittoreske multimediale pablick-Riläischens Äktschens signifikant gesteigert zu haben, kurz, audio-visuell gut übergekommen zu sein. Das wünsche er auch der Szell-Intertek."

Die Unprofessionalität dieser Reportage und die Fiktivität der Fakten sind offensichtlich.

  • Sie ist weitgehend in einer fast toten Sprachform geschrieben, dem vom Konditional verdrängten Konjunktiv. - Ein deutscher Volks- oder sonstiger Vertreter dächte oder täte nicht etwas, wenn er es könnte oder wollte, allenfalls würde er etwas meinen oder tun, wenn er es können oder wollen würde.

  • Auf keinen Fall würde er die ihm in den Mund gelegten Aussagen machen, zu einem Zustand Stellung nehmen. Der dabei unterstellte und nötige Indikativ ist ebenfalls vom Konditional verdrängt worden. Er würde nur sagen, was er sagen oder meinen würde, wenn er etwas meinen würde, und offenlassen, wenn was ... . Und mit dieser würdevollen Verantwortungslosigkeit käme er überall durch.

Auch diese eben mäßige Sprachform ist ein ebenmäßiger Amerikanismus. Schon vor 20 Jahren prägte man in den USA Sprüche wie

"That's the way one dies, culturewise" oder
"That's the way a language perishes, Germanwise"

oder in effizientem Neudeutsch:

Die Aufplusterung der deutschen Sprache vor und nach der behaupteten gemowe Indula ist gaugau (der geistig-moralischen Wende in diesem unserem Lande ist ganz und gar unerträglich).

10. November 1985    Prof. Dr.-Ing. Robert Seckelmann

Nachtrag: 10. November 2005

In den 20 Jahren, seit ich die Sprachglosse geschrieben habe, hat sich im Umgang der Deutschen mit ihrer Sprache wenig gebessert und viel verschlechtert. Ich habe nie verstanden, warum Bundeskanzler Schröder eine "greencard" für Ausländer gefordert und bekommen hat, statt eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Ich möchte, daß die deutsche Regierung auch die deutsche Sprache verwendet. Weitere Befürchtungen haben sich bestätigt. Im Jahre 1949 erschienen in Deutschland die "Betrachtungen über die Technik", die Ortega y Gasset im Jahre 1939 geschrieben hat. Heute ist "Technik" hier unbekannt, der Begriff wurde aufgegeben, man spricht nur von Technologie, der Lehre von Technik, ‚moderne Technologie' wurde durch ‚innovative Technologie' verdrängt. Aber auch die Lehre wurde eingeschränkt, die Studiengänge wurden wie andere durch weniger anspruchsvolle mit amerikanischen Namen ersetzt, Lehrinhalte werden auf Englisch angegeben, so wie Waren und Dienstleistungen auf Englisch angepriesen werden. Man buchstabiert nicht mehr auf Deutsch, und kaum ein Mensch weiß, was mit den Worten, für die die Buchstaben stehen, gemeint ist, z.B. VoIP (Voice over Internet Protocol = Internet-Telefonie). Die Sache wird nicht besser, wenn ein Akronym als amerikanisches Wort gesprochen wird, z.B. Eisaf (ISAF). Mit der Sprache geben wir die Fähigkeit auf, Begriffe zu bilden, und damit auch die, damit zu denken.

Beim Sport gab es früher bei Regelverstößen Strafen, genannt Strafstoß, Straftor oder ähnlich. Das ist im Englischen penalty. Das Wort kam zu uns und suchte uns heim. Ein Verstoß wird nun geahndet mit einer/einem (?) penneltie oder gar penallti. - In einer ARD-FS-Sendung (Weltspiegel) sprach ein Reporter mit einem deutschen Major der Vereinten Nationen über die Arbeit der Drusen auf den Golan-Höhen. Reporter: "Und was machen Ihre Truppen hier?" Major: "Wir kiepen pieß". -- Einer Sendung über einen Rapper habe ich das letzte Wort des folgenden Satze entnommen: "Das Aufgeben der deutschen Sprache wird immer mäins-triemiger."

Auch die Fähigkeit, zu begründen, schwindet. Selbst in Diskussionsrunden wie "Berlin Mitte" oder "Literarisches Quartett" bildet kaum noch jemand einen weil-Satz richtig. Aber es ist sinnlos, darauf hinzuweisen, denn die Leute wissen nicht mehr, daß etwas einen Sinn haben oder sinnvoll sein kann. Sie meinen vielmehr, das, was sie sagen oder tun, müsse, um mit Sinn in Verbindung gebracht werden zu können, diesen machen, und beklagen, den mache es nicht.

Hier seien noch einige andere Ärgernisse hervorgehoben:

Sprach-Mängel:

Die nahezu ausschließliche Verwendung von "präsentieren" in seiner Grundform und daraus abgeleiteten Formen, um was auch immer der Welt vorzustellen, läßt unseren Wortschatz verkümmern. Früher präsentierte man ein Gewehr, heute auch einen Panzer, ein Bier, eine Brauerei, eine Fernsehsendung, ein Kabinett, eine Moderation und eine Moderatorin, ein Baby, seine Mutter oder die Suche nach seinem Vater, ein Auto und seinen Werdegang, das Wetter, die Geschichte, einen Film darüber, ein Buch, ein Theater, ein darin gespieltes Stück und die Kritik an beidem wie auch den Kritiker oder die Kritikerin, Anlagemöglichkeiten, Versicherungsangebote und ihre Anbieter usf. usf..

Denk-Mängel:

Das verbreitete verständnislose Verwenden von Verhältnis- und Prozentzahlen, z.B. die Regierung habe ein Schloß in der früheren DDR "um ein Vielfaches unter seinem Wert verkauft" (z.B. 300%?, zahlte sie dem Käufer was zu? i.B. 200% des Wertes?) offenbart den Stolz der Deutschen auf ihre Unfähigkeit, zu rechnen. Zu Beginn des Jahres 2004 berichteten wohl alle deutschen Nachrichtenmedien, Studierende, die eine Regelstudienzeit um mehr als das 1,5-fache (150%) überschritten, sollten Gebühren zahlen. Der Vorschlag sah jedoch vor, daß die Lernenden, die für ihr Studium mehr als das anderthalbfache der Regelzeit brauchten, diese also um mehr als das 0,5-fache (50%) überschritten, zahlen sollten. - Das übliche Verwechseln von "um das Zweifache" (des Anfangswertes) oder "um 200%" mit "auf das Zweifache" oder "auf 200%" (statt mit 200% auf 300% oder das Dreifache) zu wachsen, ist jedoch nicht nur ein Rechenfehler, sondern, vermutlich vor allem, ein Sprach- und Denkmangel. - Fast alle in der und für die Öffentlichkeit gemachten Aussagen mit Verhältnis- und Prozentzahlen sind grundsätzlich falsch. Oft fehlen jedoch die absoluten Angaben, die es erlauben, festzustellen, was denn gemeint ist. Man sollte sie daher alle unterlassen.

 

Fortschreibung vom 19.08.2007: Wachstumsraten

Ein Leser wurde durch meinen Nachtrag daran erinnert, daß – nach Volkes Mund – 110 Prozent aller Deutschen von Zins- und Prozentrechnung nichts verstünden.

„Zinssatz“ ist ein gefährdetes Wort. Es beschreibt eine Wachstumsrate und bedeutet eine Angabe wie „6% p.A“ (per annum). Für zu verzinsendes Geld gelten die Regeln für natürliches Wachstum. Das verläuft mit der Zeit exponentiell. Seit einigen Jahren wird der Wortteil „satz“ fast regelmäßig fortgelassen. „Zins“ ist aber ein Geldbetrag, z.B. 6 Euro. „Zinssatz“ ist aber auch ein gefährdeter Begriff. Zunehmend wird auch die Angabe des Bezugszeitraumes, i.B. Jahr, fortgelassen, man sagt also nur noch „Zins 6%“. Das ist aber eine gefährlich unvollständige und gegebenenfalls irreführende Angabe, denn es werden auch Zinssätze von z.B. 6% p.M (Monat) verlangt. Zudem verstärkt sie die Neigung, Verzinsung als einen Vorgang pro rata temporis anzusehen, also als eine Zunahme linear mit der Zeit. In Deutschland muß ein Kredit durch einen „Jahreseffektivzins“ bewertet werden, in Österreich aber durch einen „Jahreseffektivzinssatz“. Gemeint ist damit in jedem Fall eine Zahl wie 6%. Hier kann das „p.A“ entfallen, denn durch „Jahres(wert)“ wird der Zeitraum dafür schon angegeben. In anderen Sprachen wird „-satz“ selten unterschlagen. So findet man im Englischen fast stets „interest rate“, wenn ein Zinssatz, und „interest“ wenn ein Geldbetrag gemeint ist. - Die schlechte deutsche Gewohnheit wird übertragen auf andere Wachstumsvorgänge wie z.B. Inflation und verbunden mit dem Nichtverstehen des Vorganges.

Ein glänzendes Beispiel dazu lieferte die FAZ am 2.8.2007 in ihrem Wirtschaftsteil (S.13). Unter „Inflation in Simbabwe ...“ heißt es dort: „Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte die Inflation in Zimbawe noch in diesem Jahr auf über 100 000 Prozent steigen. Offiziell beträgt (sie) gegenwärtig 4 500 Prozent. Experten gehen aber von einem realistischen Wert von um die 10 000 Prozent aus. Damit haben sich alle Preise innerhalb von Jahresfrist verdoppelt.“ – Gemeint ist wohl mit allen Werten eine Inflationsrate in Prozent p.A, doch wird der bei Wachstumsraten unbedingt nötige Bezugszeitraum für die Zahl dafür nicht mit angegeben. 4.500% p.A oder 10.000% p.A heißt natürlich nicht, daß die Inflationsrate ein Jahr lang so bleibt. Bliebe sie es aber, stiege in dem Jahr ein Preis um das 45- bzw. 100-fache auf das 46- bzw. 101-fache seines Anfangswertes. Die FAZ schreibt jedoch: „Damit haben sich alle Preise innerhalb von Jahresfrist verdoppelt.“ Das hieße, daß ein Preis im Durchschnitt in einem Jahr um 100% oder das Einfache auf 200% oder das Zweifache seines Anfangswertes gestiegen wäre, die richtig gemittelte Inflationsrate also 100% p.A betrüge. „Mir scheint da mancherlei nicht klar, man fragt doch wenn man Logik hat“, wie ergibt sich dieser Mittelwert bei kurzzeitigen Raten, die vielleicht von 1.000% am Anfang des Jahres auf 10.000% p.A an seinem Ende gestiegen sind? Mit einer Inflationsrate von 4.500% p.A würde sich ein Preis in 66 Tagen verdoppeln, mit der von 10.000% p.A in 54 Tagen.

Näheres über diese Zusammenhänge und Bildungsmängel sowie das Recht dazu bei Robert Seckelmann: „DAS LETZTE TABU: DER RATIONALE UMGANG MIT SCHULDEN, Zinsrechnung - seit 4000 Jahren - zwischen Logik und Zinsrecht“ oder anders „DARLEIHEN - von Babylon bis Berlin und Brüssel - ZWISCHEN LOGIK UND RECHT - Vom Kampf um Recht auf Zins zum Kampf um Recht auf Bildung und ihre Anwendung“.