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Denglisch im DAX
Freitag, den 10. Juni 2011 um 12:17 Uhr
Deutsche Unternehmen brechen Gesetze, wenn sie ihre Geschäftsberichte mit englischen Wörtern schmücken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Olbrich.
Die Wirtschaftswissenschaftler haben 30 Geschäftsberichte von DAX-Konzernen ausgewertet und festgestellt, dass darin zwischen fünf und sechs Prozent aller Wörter englisch sind. „Viele Textpassagen der Geschäftsberichte sind ohne entsprechende Englischkenntnisse schwierig oder gar nicht zu verstehen“, schreibt Olbrich in der Studie. So müsse man für den Bericht der Commerzbank insgesamt 456 englische Vokabeln lernen, um Sätze zu verstehen wie: „Im IV. Quartal haben wir bis auf geringfügige Ausnahmen das Cash Flow Hedge Accounting beendet und nutzen für das Zinsrisikomanagement Micro und Portfolio Fair Value Hedge Accounting“.
Der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS), Prof. Dr. Walter Krämer, fühlt sich durch die Studie bestätigt: „Große Unternehmen tragen auch Verantwortung für das Ansehen des Deutschen als Sprache der Wirtschaft. Aufgrund der Studie werden wir prüfen, ob wir nun gerichtlich gegen Denglisch im DAX vorgehen können“, kündigte Krämer an.
Der VDS ist größte Sprach- und Kulturverein in Deutschland. Seine 34.000 Mitglieder machen auch auf den Rückgang der deutschen Sprache in immer mehr Bereichen des Alltags aufmerksam.
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