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Siemens streicht Anglizismen

Montag, den 07. Februar 2011 um 13:10 Uhr

Loescher, Siemens PressebildDie Siemens AG will in ihren Veröffentlichungen künftig weniger Anglizismen verwenden. Dies hat Siemens-Vorstandschef Peter Löscher auf der Hauptversammlung des Unternehmens am 25. Januar 2011 angekündigt.

Der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) hatte die Siemens AG in den vergangenen Jahren mehrmals wegen der vielen englischen Bezeichnungen in ihren Geschäftsabläufen kritisiert. Auch im Geschäftsbericht für das Jahr 2010 stehe vermeidbares Englisch, wie Renewable Energy (erneuerbare Energie), Smart Grids (intelligente Stromnetze), Healthcare (Medizintechnik), bemängelte VDS-Mitglied Geert Teunis von der VDS-Arbeitsgruppe „Hauptversammlungen“. Teunis empfahl Siemens eine Ersetzungsliste für englische Bezeichnungen, wie sie kürzlich das Bundesverkehrsministerium eingeführt hatte.

(Siemens Pressebild)

Vorstandschef Löscher teilte mit, dass die Siemens AG im Geschäftsbericht 2010 auf viele unnötige Wirtschaftsanglizismen verzichtet habe. So habe Siemens u.a. die Begriffe cross-sector businesses durch sektorübergreifende Geschäfte und commerial papers durch kurzfristige Schuldverschreibungen ersetzt. „Wir werden an diesem Thema weiterarbeiten“, versprach Löscher.

Der VDS setzt sich dafür ein, dass Unternehmen in Deutschland sich um die Weiterentwicklung des Deutschen als Sprache der Wirtschaft und der Technik bemühen.

 

Medienecho

Kaum wieder zurück in der Heimat, wähnte ich mich immer noch in den USA. War es wirklich der Frankfurter Flughafen, auf dem es vor „Meeting Points“ und „Service Stations“ nur so wimmelt? War es tatsächlich die Deutsche (!) Bahn, die in ihrem Regionalzug Richtung Spreewald mit einem „Call a bike Standort“ für Radtouren mit bahneigenen Fahrrädern wirbt? Lächerlich!

Über Deutsch für Inländer und Englisch für Dummschwätzer

Peter Hahne, BILD vom 15.9.2007

 

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Hans Magnus Enzensberger am 21.10.2007 in der Bildzeitung