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Pressemitteilung 01.11.2009
Preise für Cornelia Funke, die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien
und den Verein Mensch zuerst aus Kassel

Dr. Jürgen Wickert von der Eberhard-Schöck-Stiftung übergibt
Cornelia Funke den Jacob-Grimm-Preis 2009. (Foto: Agentur Schröder)
Der Jacob-Grimm-Preis wurde der Schriftstellerin Cornelia Funke verliehen,
Ministerin Eva Kühne-Hörmann hielt die Laudatio. Der Institutionenpreis
Deutsche Sprache ging an die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien, er wurde
von deren Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz entgegengenommen. Der Kasseler
Verein Mensch zuerst e.V. erhielt den Initiativpreis Deutsche Sprache für
seine Bemühungen um Leichte Sprache.
Zur neunten Preisverleihung kamen etwa 650 Gäste nach Kassel. Der Kasseler
Oberbürgermeister Bertram Hilgen überbrachte ein Grußwort. Der
Kulturpreis Deutsche Sprache wird jährlich von der Eberhard-Schöck-Stiftung
(Baden-Baden) und dem Verein Deutsche Sprache e.V. (Dortmund) vergeben.
Cornelia Funke erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis für ihr
schriftstellerisches Werk, mit dem sie zahlreiche junge Leser für Literatur
und Bücher begeistert. Nicht nur mit der Tintentrilogie, sondern auch mit
der Reihe um die Wilden Hühner und zahlreichen anderen Büchern
gelingt es ihr, Freude an sprachlicher Kreativität und Leselust zu wecken.
Auch die Verfilmung ihrer Tintenbücher findet begeisterte Anhänger,
alt und jung. Mit dem Preisgeld wird Cornelia Funke gemeinnützige Einrichtungen
wie z.B. Mädchenbus e.V. unterstützen.
In ihrer Laudatio hob Eva Kühne-Hörmann, die hessische Ministerin
für Wissenschaft und Kunst hervor, welche Faszination die Werke von Cornelia
Funke auf klein und groß ausüben. Sie strich ferner heraus, dass
die Schriftstellerin nicht nur mit sicherem Gespür mit der deutschen Sprache
umgehe, sondern mit ihr zu zaubern und daher zu bezaubern wisse.
In einem Gespräch mit drei Kindern gab Cornelia Funke ausführlich
über den Entstehungsprozess ihrer Bücher und ihr Leben als deutsche
Autorin in den USA Auskunft. Außerdem machte sie deutlich, wie wichtig
es sei, die Bücher zu schreiben, die man auch selbst lesen möchte.
Eines dieser Kinder war Rüchan Öz, 1996 in Hamburg geboren. Seine
Eltern und Großeltern stammen aus der Türkei und leben seit Jahrzehnten
in Deutschland. Rüchan besucht das Gymnasium Altona in Hamburg und nimmt
am Lesepatenprogramm des Vereins Deutsche Sprache in Hamburg teil.
Frühere Preisträger sind unter anderem Vicco von Bülow alias
Loriot, der Historiker Christian Meier und der Publizist Frank Schirrmacher.
Der Initiativpreis Deutsche Sprache wurde dem Verein Mensch zuerst e.V. verliehen.
Er setzt sich seit Jahren für Leichte Sprache ein. Felicitias Schöck
von der Eberhard-Schöck-Stiftung betonte in ihrer Lobrede, dass durch die
Verdienste des Vereins um die Verwendung der Leichten Sprache ein wichtiger
Beitrag dazu geleistet wird, Menschen mit Lernschwierigkeiten besser an einer
Gesellschaft teilhaben zu lassen, die sich immer komplizierter ausdrückt.
In den Jahren zuvor erhielten diesen Teilpreis u.a. die Schriftstellerin Marica
Bodroic, das Projekt Deutsch-Mobil, der Hamburger Senator
Axel Gedaschko und die Deutsche Bibliothek Helsinki.
Den Institutionenpreis Deutsche Sprache erhielt die Deutschsprachige Gemeinschaft
in Belgien, die durch ihren Ministerpräsidenten Karl-Heinz Lambertz vertreten
wurde. Sie wurde dafür ausgezeichnet, dass sie sich für die deutsche
Sprache in Belgien einsetzt, die dort neben dem Niederländischen und dem
Französischen Amtssprache ist. Mit etwa 75.000 Einwohnern in neun Gemeinden
im Osten Belgiens besitzt sie eine kulturelle und in vielen Fällen auch
regionale Autonomie, die in Europa einzigartig ist, wie der Laudator Prof. Dr.
Reinhard Bettzuege, deutscher Botschafter in Brüssel, hervorhob.
Bisher wurden unter anderem die Zeitschrift Angewandte Chemie und
die Weleda AG mit dem Institutionenpreis ausgezeichnet.
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