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10. März 2010 

Verein Deutsche Sprache e.V.

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Pressemeldung 21.09.2009

Wahlziele zur Sprache

Kandidaten antworten auf die VDS-Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl

Der Verein Deutsche Sprache e.V. hat die Kandidaten für den Bundestag vor der Wahl zu ihrer Einstellung zu sprach- und kulturpolitischen Themen befragt. 97 Kandidaten aller im Bundestag vertretenen Parteien nahmen an der Umfrage teil. Die 222 Abgeordneten der SPD-Fraktion im Bundestag stimmten eine gemeinsame Antwort ab, die die SPD-Zentrale dem VDS übermittelte. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hartwig Fischer schickte seine Antworten stellvertretend für die CDU Deutschlands.

Viele Kandidaten wollen den "Tag der deutschen Sprache"
Als Erfolg sieht der VDS, dass sich Vertreter aller Parteien mit Themen zur Förderung der deutschen Sprache beschäftigen. Von der FDP und von den GRÜNEN kamen im Verhältnis die meisten Stimmen für einen bundesweiten Ehrentag zugunsten der deutschen Sprache. Gegen einen solchen Gedenktag, wie ihn der VDS mit dem "Tag der deutschen Sprache" seit 2001 feiert, sprachen sich die meisten Abgeordneten der SPD und alle der Partei DIE LINKEN aus. Auch die CDU gibt kein einheitliches Bekenntnis für einen entsprechenden Feiertag ab.
Aus fast allen Antworten der Kandidaten geht hervor, dass der Pflege und der Förderung der deutschen Sprache eine hohe Bedeutung zukommt. Die Partei DIE LINKE und die SPD verweisen dazu auf die Beschlüsse der Enquête-Kommission "Kultur in Deutschland" aus dem Jahr 2007, in dem festgestellt wird: "Das Bewusstsein dafür, dass es wichtig ist, sowohl im Inneren wie nach Außen sprachpflegerisch zugunsten der deutschen Sprache einzutreten, muss wach gehalten werden." Insbesondere die Kandidaten der Union sehen den wachsenden Gebrauch von Anglizismen in immer mehr Bereichen des sprachlichen Alltags als Problem.
Bei der Frage nach der Stellung der deutschen Sprache in den Einrichtungen der Europäischen Union zeigte sich fast bei allen Parteien Übereinstimmung mit den Forderungen des VDS, die deutsche Sprache zu einer gleichgewichtigen Arbeitssprache in den Einrichtungen der EU zu machen. Lediglich einige Kandidaten der LINKEN und der FDP kreuzten hier an, dass sie eher für möglichst wenige Arbeitssprachen der EU seien.

Gesetzliche Regelungen
Deutliche Unterschiede zwischen den Parteien bestehen bei der Frage nach der gesetzlichen Stellung der deutschen Sprache: So sind fast alle SPD-Kandidaten, die geantwortet haben, dagegen, die deutsche Sprache im Grundgesetz festzuschreiben. Sie verweisen auf die Forderung, Kultur als Staatsziel aufzunehmen. Damit solle auch die deutsche Sprache als Kulturträger gefördert und geschützt werden. Bis auf wenige Ausnahmen sprachen sich fast alle Kandidaten der CDU/CSU für die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz aus. Dafür stimmte auch eine Mehrheit der Kandidaten der FDP. Aus den Antworten der Partei DIE LINKEN und denen der GRÜNEN geht hervor, dass kein gesetzlicher Schutz für die deutsche Sprache notwendig sei. Die Befragten aller Parteien stimmten allerdings dafür, dass im Rahmen des Verbraucherschutzes Produktwerbung und Produktbeschreibungen eindeutiger sein sollen.
Der VDS fragte schließlich nach der Förderung des Deutschen als Wissenschaftssprache. Kandidaten der SPD sehen keinen Handlungsbedarf, sondern eher eine Gefahr für eine international handelnde Wissenschaftsgemeinschaft, wenn die Politik Wissenschaftlern die Wahl der Sprache vorschreibe. Kandidaten der LINKEN plädieren für eine Zwei- oder Mehrsprachigkeit in der wissenschaftlichen Kommunikation und unterstützen die VDS-Forderung, dass Fachkongresse auch in der Landessprache abgehalten werden sollen. Die CDU setzt in ihrer Antwort auf eine "engagierte auswärtige Kultur- und Bildungspolitik".
Als einzige Partei spricht die CDU zusätzlich den Erwerb der deutschen Sprache von Kindern aus Zuwandererfamilien an. "Um ihrer Erziehungsverantwortung jederzeit nachkommen zu können, sind Eltern mit Migrationshintergrund gefordert, Deutsch zu lernen", schreibt die Partei in ihrer Antwort.
"Die Umfrage hatte nicht das Ziel, eine Wahlempfehlung auszugeben", sagte der Pressesprecher des VDS, Holger Klatte. "Wir haben die Kandidaten für den Deutschen Bundestag an ihre Verantwortung für die deutsche Sprache erinnert und werden auch nach der Wahl einfordern, dass die uns gegenüber gemachten Aussagen erfüllt werden", so Klatte.
Der VDS ist die mitgliederstärkste Einrichtung zur Sprach- und Kulturförderung in Deutschland. Seine Mitglieder werben auch dafür, dass die deutsche Sprache als Thema der Politik ernst genommen wird.

Einige Kommentare der Kandidaten zur VDS-Umfrage vor der Bundestagswahl:
"Öffentlich-rechtliche Medien sollten ihre Verantwortung für die Sprachkultur noch stärker wahrnehmen." (Katja Kipping, Die LINKE)
"Ich habe mich und ich werde mich für den Erhalt der kulturellen Vielfalt in der Welt, in Europa, in Deutschland und in Bayern einsetzen." (Thomas Gambke, Bündnis 90/Die Grünen)
"Als Germanist sehe ich mich mit Ihren Anliegen sehr verbunden." (Ingo Juchler, SPD)
"Es soll insgesamt eine größere Förderung und Wertschätzung der Fähigkeiten des Sprechens, Lesens und Schreibens in der deutschen Sprache geben." (Bettina Houben, FDP)
"Wir haben eine besondere Verantwortung für den sorgfältigen und behutsamen Umgang mit der deutschen Sprache." (Herbert Frankenhauser, CSU)


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letzte Änderung: 21.09.2009

Dateiadresse: http:// www.vds-ev.de /presse/pressemitteilungen/archiv/2009_09_21.php