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Pressemitteilung 07.07.2009
Mehr Mut zu deutschen Wörtern
Der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) bemängelt die Berichterstattung
über das neue Gesetz zur Stabilisierung des Finanzmarktes. Am Wochenende
hatten die Nachrichten der ARD und des ZDF mit unklaren Begriffen über
die Abstimmung des Bundestags berichtet und damit Verwirrung unter den Fernsehzuschauern
gestiftet.
Der Bundestag hatte am vergangenen Freitag beschlossen, dass Banken in Deutschland
wertlose Wertpapiere in Zweckgesellschaften auslagern dürfen. Die "Tagesschau"
erklärte dazu: Banken können "faule Papiere faktisch auf eine
Müllhalde, in der - übersetzt - schlechten Bank'" auslagern.
In der Sendung "heute" im ZDF sagte der Sprecher: es werde mit dem
Gesetz ein Angebot geschaffen, "faule Wertpapiere oder Schrottpapiere"
in "sogenannten bad banks" zu entsorgen.
"Warum zeigen die Fernsehsender nicht mehr Mut bei der Wortwahl, um diese
Sachverhalte verständlich zu umschreiben?", fragte der VDS-Vorsitzende
Walter Krämer. "Schrott- oder Müllpapiere" seien klare Benennungen
für diese Art von Anleihen, sagte Krämer. "Schrottbank, Auffangbank
oder Giftbank sind aussagekräftiger als ein dämlicher Anglizismus",
so Krämer. Die Aktion Lebendiges Deutsch habe schon im Mai einen entsprechenden
Vorschlag gemacht.
Der Verein Deutsche Sprache e.V. ist der größte Sprach- und Kulturverein
in Deutschland. Er setzt sich auch dafür ein, dass Sachverhalte und Vorgänge
des Alltags in deutscher Sprache ausgedrückt werden können. Deutsch
als Sprache der Wirtschaft verliert seit Jahren an Bedeutung.
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