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Sprachpanscher des Jahres 2011: René Obermann führt die Liste an

Donnerstag, den 26. Mai 2011 um 10:44 Uhr

Zum 14. Mal wählen die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache e.V. den Sprachpanscher des Jahres. Die fünf Personen umfassende Kandidatenliste wurde heute in Dortmund vorgestellt. Sie wird angeführt vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom, René Obermann. Nach Meinung der Sprachfreunde vergrätzt er seinen Kunden mit Angeboten wie Call & Surf Comfort, Entertain Installation Services, Business Flat Premium und Shared Cost International. „Wann hört dieser Unfug endlich auf?“, fragt der VDS-Vorsitzende Prof. Dr. Walter Krämer. „Muss man, um in Deutschland von der Deutschen Telekom bedient zu werden, einen Englischkurs besuchen?“

Weitere Kandidaten sind Bundesfamilienministerin Kristina Schröder („equal pay day“), der Vorsitzende der Deutschen Shell Holding GmbH Peter Blauwhoff für „Shell Fuel SaveSuper“ und anderes Angeberenglisch an seinen Zapfsäulen überall in der Republik, der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche Deutschlands, Nikolaus Schneider, der seine Gläubigen mit „LutherActivities“ wie „Wellness für die Männerseele“, „marriage weeks“ oder „worship summerpartys“ bei der Stange halten will. Kandidat ist außerdem Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit. Er hält offensichtlich seine neuen Jobcenter für etwas Besseres als die alten Arbeitsämter, und lädt Arbeitgeber zu Start-Up-Coachings und Businesstalks über soft und hard skills ein.

„Es ist beschämend“, Krämer, „wie die sogenannten Eliten unseres Landes aus der deutschen Sprache desertieren. In Frankreich, Spanien oder Italien würde man diese Leute umstandslos entlassen.“

Die Wahl endet am 26. August. Zu den bisherigen Sprachpanschern des Jahres zählen die Bahnchefs Hartmut Mehdorn und Johannes Ludewig, die Politiker Günther Oettinger und Klaus Wowereit (Be Berlin), Ex-Postchef Klaus Zumwinkel oder Obermanns Vorvorgänger Ron Sommer, der den Reigen der Sprachpanscher im Jahr 1998 eröffnet hatte.

Weitere Informationen:
Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS), Postfach 10 41 28, 44041 Dortmund
Telefon: 0231 - 794 85 20, info@vds-ev.de, www.vds-ev.de

Stimmzettel 2011

 

Medienecho

Über „Sale“, das überflüssigste Wort des Jahres 2009, das vom Verein Deutsche Sprache gekürt wurde, berichtete unter anderem die „Bild“, die auch den VDS-Regionalleiter in der Elfenbeinküste, Antoine Djokouéhi, zitierte: „Warum sagt man es nicht in der Sprache der Kunden?“ Das Wort des Jahres war „Abwrackprämie“. Die Mitglieder des Verein Deutsche Sprache aus dem In- und Ausland hatten darüber abgestimmt. Bild vom 16.12.2009

 

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Sprüche

„Warum soll in deutschsprachigen Gebrauchsanweisungen nicht ‚Rechner' statt ‚Computer', ‚Luftkissen' statt ‚Airbag', ‚Programm' statt ‚Software' stehen?“

Christoph Böhr, Landesvorsitzender CDU Rheinland-Pfalz, in der Welt am Sonntag vom 11. 2. 2001