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VDS-Infobrief Nr. 101
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Schlagzeile des Jahres

Donnerstag, den 02. Dezember 2010 um 12:51 Uhr

„Krieger, denk mal!“ Das ist die Schlagzeile des Jahres 2010, erschienen in der Hamburger Zeit vom 4. Februar 2010. Sie leitete einen Artikel des Herausgebers Josef Joffe zum Thema „Braucht Deutschland einen Nationalen Sicherheitsrat?“ ein, der zeigt, dass überkommene Instrumente und Muster der militärischen Abschreckung im Zeitalter von Al Qaida nicht mehr greifen. „Diese Schlagzeile macht den Kern der Aussage mit einem höchst gelungenen Wortspiel unmittelbar einsichtig und den Leser zugleich nachdenklich“, erklärte Jury-Sprecher Walter Krämer.

Punktgleich auf dem zweiten Platz landeten die Schlagzeilen „Oettinger wird abgekanzlert“ aus Spiegel-Online vom 30. Juli 2010 und „Deutschland krückt zusammen“ aus dem Berliner Kurier vom 18. Mai. Daneben groß im Bild zu sehen: ein humpelnder Michael Ballack, der gerade als deutscher Leit-Fußballer für die anstehende WM ausgeschieden ist. Die „Abkanzlerung“ des deutschen EU-Kommissars Günter Oettinger dagegen war die Reaktion von Angela Merkel auf Oettingers Schlafmützigkeit anlässlich eines EU-Beschlusses zum Ende des deutschen Kohlebergbaus. „Nun ist die Kanzlerin krachsauer“.

Die Aktion „Schlagzeile des Jahres“ gibt es seit Mitte 2010. Sie wurde vom Verein Deutsche Sprache ins Leben gerufen und will Zeitungsmacher für zwei Eigenschaften auszeichnen. Einmal dafür, dass sie das Wesentliche eines Beitrags in wenigen Worten zusammenfassen, und zweitens für ihre kreative Nutzung des wortspielerischen Reichtums, über den die deutsche Sprache nicht weniger als andere verfügt. Vorbild für die Aktion war die berühmte Schlagzeile „Wir sind Papst“ aus BILD 2005. Laut Jury-Mitglied Franz Stark vom Bayerischen Rundfunk ist das die beste Schlagzeile aller Zeiten. Weitere Jury-Mitglieder sind die bekannten Journalisten Claus Kleber (ZDF heute-journal) und Wolf Schneider sowie die Sprachwissenschaftler Horst Haider Munske und Gert Ueding. Beide sind wie Franz Stark auch Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates des VDS.

Die Liste der Vorschläge als pdf-Datei

 

Medienecho

Über „unsere große Hure Duden“ beschwerte sich Hermann Schreiber im Hamburger Abendblatt. Er kritisierte, dass vom Duden alles, was im Sprachgebrauch auftauche, nach gewisser Zeit übernommen werde. Dabei schloss er in seine Kritik auch die meisten Sprachwissenschaftler mit ein, die behaupteten, dass Sprache nur beobachtet werden müsse und es keine Normen geben dürfe. Positiv erwähnt er den Einsatz der „unerschrockenen Deutschsprecher“ des Vereins Deutsche Sprache. „Unsere große Hure Duden“, Hamburger Abendblatt vom 27.03.2010

 

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Sprüche

„Warum soll in deutschsprachigen Gebrauchsanweisungen nicht ‚Rechner' statt ‚Computer', ‚Luftkissen' statt ‚Airbag', ‚Programm' statt ‚Software' stehen?“

Christoph Böhr, Landesvorsitzender CDU Rheinland-Pfalz, in der Welt am Sonntag vom 11. 2. 2001