Nachrichten

VDS-Infobrief Nr. 320
und 2016


Archiv: 2010 2011 2012 2013
2014 2015

VDS-Infobrief per E-Post:
Bestellung

Drucken

Schlagzeile des Jahres

Donnerstag, den 02. Dezember 2010 um 12:51 Uhr

„Krieger, denk mal!“ Das ist die Schlagzeile des Jahres 2010, erschienen in der Hamburger Zeit vom 4. Februar 2010. Sie leitete einen Artikel des Herausgebers Josef Joffe zum Thema „Braucht Deutschland einen Nationalen Sicherheitsrat?“ ein, der zeigt, dass überkommene Instrumente und Muster der militärischen Abschreckung im Zeitalter von Al Qaida nicht mehr greifen. „Diese Schlagzeile macht den Kern der Aussage mit einem höchst gelungenen Wortspiel unmittelbar einsichtig und den Leser zugleich nachdenklich“, erklärte Jury-Sprecher Walter Krämer.

Punktgleich auf dem zweiten Platz landeten die Schlagzeilen „Oettinger wird abgekanzlert“ aus Spiegel-Online vom 30. Juli 2010 und „Deutschland krückt zusammen“ aus dem Berliner Kurier vom 18. Mai. Daneben groß im Bild zu sehen: ein humpelnder Michael Ballack, der gerade als deutscher Leit-Fußballer für die anstehende WM ausgeschieden ist. Die „Abkanzlerung“ des deutschen EU-Kommissars Günter Oettinger dagegen war die Reaktion von Angela Merkel auf Oettingers Schlafmützigkeit anlässlich eines EU-Beschlusses zum Ende des deutschen Kohlebergbaus. „Nun ist die Kanzlerin krachsauer“.

Die Aktion „Schlagzeile des Jahres“ gibt es seit Mitte 2010. Sie wurde vom Verein Deutsche Sprache ins Leben gerufen und will Zeitungsmacher für zwei Eigenschaften auszeichnen. Einmal dafür, dass sie das Wesentliche eines Beitrags in wenigen Worten zusammenfassen, und zweitens für ihre kreative Nutzung des wortspielerischen Reichtums, über den die deutsche Sprache nicht weniger als andere verfügt. Vorbild für die Aktion war die berühmte Schlagzeile „Wir sind Papst“ aus BILD 2005. Laut Jury-Mitglied Franz Stark vom Bayerischen Rundfunk ist das die beste Schlagzeile aller Zeiten. Weitere Jury-Mitglieder sind die bekannten Journalisten Claus Kleber (ZDF heute-journal) und Wolf Schneider sowie die Sprachwissenschaftler Horst Haider Munske und Gert Ueding. Beide sind wie Franz Stark auch Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates des VDS.

Die Liste der Vorschläge als pdf-Datei

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

Mitglied werden

vds-logo-kleinMachen Sie mit! Im Verein Deutsche Sprache e. V. tun Sie etwas für die Zukunft des Deutschen als Kultur­sprache. Jeder ist willkommen; inzwischen sind es mehr als 36.000 Menschen, die weltweit im VDS in über 120 Ländern die deutsche Sprache fördern. Sie können den VDS als stilles Mitglied unterstützen oder die Vereinsarbeit aktiv mitgestalten. Hier (PDF-Datei) finden Sie den Antrag auf Mitglied­schaft. Am besten gleich ausfüllen und mit gelber Post oder per Fax an die Vereinszentrale zurück­. Weitere Informationen finden Sie hier: Mitglied werden.

Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache ergänzt die Vereinsarbeit. Sie wurde 2001 ge­gründet, ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Ich glaube, die Deutschen sind nicht stolz genug auf ihre Sprache. An Heideggers Aus­spruch, nur Deutsch und Griechisch seien fürs Philosophieren geeignet, ist vielleicht doch ir­gendwas dran. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es ein Zufall ist, dass es in der Vergangenheit so viele deutsche Denker und Komponisten gab. Oder in der Gegenwart, dass die Deutschen so einzigartig gute Maschinen und Motoren bauen. Die Komplexität ihrer Sprache bereitet sie genau darauf vor."

Yngve Slyngstad, Chef des Norwegischen Staatsfonds in: Frankfurter Allgemeine Sonntags­zeitung, 7. Februar 2016, S. 40.