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VDS-Infobrief Nr. 101
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Montag, den 25. Oktober 2010 um 09:09 Uhr

Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache für Udo Lindenberg

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Zum zehnten Mal wurde am Samstag in Kassel der dreiteilige Kulturpreis Deutsche Sprache verliehen. Udo Lindenberg erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis, die „Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur“ der Universität Olmütz den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis, und der undotierte Institutionenpreis ging an die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Greifswald.

Vor über 1.000 Gästen bewies Panik-Udo, dass er zu Recht für seine sprachlichen Leistungen ausgezeichnet wurde. In seinen Texten erzählt der Künstler Geschichten, mit seinen Liebesliedern berührt er die Herzen seiner Zuhörer, die politischen Botschaften seiner musikalischen Werke regen zum Nachdenken an. Eine Kostprobe davon bekamen die Gäste zu hören, als die deutsche Rocklegende stilecht mit Hut und Sonnenbrille während seiner Dankrede seine Erfolgsstücke „Horizont“ und „Der Astronaut“ darbot. Udo Lindenberg ist aus der Geschichte der deutschen Rockmusik nicht mehr wegzudenken.

Wie sehr Lindenberg die deutsche Rockmusik geprägt hat, hob der Journalist und Schriftsteller, Matthias Matussek, in seiner Laudatio hervor. „Udos Texte sind Poesie, autobiographische Lyrik – und das in deutscher Sprache.“

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Kulturpreisträger 2010 (v.l.): Udo Lindenberg, Ingeborg Fiala-Fürst und Ludvík Václavek von der Universität Olmütz und Walter Ried, Dekan der Staats- und Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Der Initiativpreis Deutsche Sprache ging an die Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur der Universität Olmütz in der Tschechischen Republik. Sie widmet sich der Erforschung der deutschsprachigen Literatur, die in Mähren entstanden ist bzw. von Autoren geschrieben wurde, die mit Mähren verbunden sind, etwa Bertha von Suttner, Max Zweig oder Peter Härtling.

Helmut Glück, Sprachwissenschaftler und Jury-Sprecher, unterstrich in seiner Laudatio die Bedeutsamkeit des Schaffens der Arbeitsstelle: „Es gehörte in Olmütz bis 1989 Mut dazu, auf die Existenz des deutschen Anteils an der Literatur der eigenen Gegend zu pochen, an diese Literatur zu erinnern, sich mit ihr zu befassen.“ Denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutschsprachige Bevölkerung zum großen Teil vertrieben. Auch für die Aufarbeitung dieser düsteren Jahre des Vergessens wurde die Arbeitsstelle nun ausgezeichnet. „Sie will interessierten Forschern eine möglichst lückenlose Sammlung von Fakten bieten, die die deutschsprachige Literatur Mährens betreffen“, erklärt der Sprecher der Jury.

Der Institutionenpreis Deutsche Sprache wurde der Staats- und Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald verliehen. Sie hält bis heute am bewährten Diplomstudiengang fest. Zudem bietet sie diesen Studiengang vollständig in deutscher Sprache an. „Es gibt nur noch eine einzige Wirtschaftsfakultät in unserem Land, die an der bewährten Humboldtschen Einheit von Forschung und Lehre festhält“, stellte Walter Krämer, Mitglied der Jury und Wirtschaftswissenschaftler an der TU Dortmund, fest. Wenn bei der verunglückten Bologna-Reform eine Reparatur auf die andere folge, gerade dann halten die Greifswalder an Ihrem Ideal fest: Sie reparieren nicht, sie machen von vornherein nicht mit, so Krämer. (Preisverleihung)

Fotos: Agentur Schröder

 

Medienecho

Für VDS-Mitglied Rainer Pogarell, Verlagsleiter und Sprachberater, war das Jahr 2000 ein Tiefpunkt, was die Stellung der deutschen Sprache angeht. Warum? „Wenn damals ein deutsches Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern ein Werk in Tschechien mit 200 Mitarbeitern gekauft hat, wurde deshalb Englisch zur Arbeitssprache auf allen Ebenen erklärt.“ Daraus resultierte, dass Fachkräfte in Konferenzen aufgrund mangelnder Englischkenntnisse schweigsam wurden. Pogarell: „Die Plapperer haben alles an sich gerissen.“ „Klartext tut gut“, FAZ vom 15.02.2009

 

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Stiftung Deutsche Sprache

stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache wurde 2001 aus der Überzeugung gegründet, dass die deutsche Sprache ein Gemeingut von hohem Wert ist, das der bewussten Förderung und Entwicklung bedarf. Die Stiftung dient der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung dieser Sprache. Sie ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Sie müssen sich doch nur ansehen, wer dieses Geschwafel in unserem Lande eigentlich verzapft. ... Das sind Leute, die glauben, ihre Halbbildung könnten sie dadurch steigern, daß sie sich, weil es als schick gilt, plötzlich nicht mehr in Deutsch ausdrücken.“

Helmut Schäfer (FDP), Staatsminister im Auswärtigen Amt, auf einer Podiumsdiskussion in Hannover, 24.10.1999.