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VDS-Infobrief Nr. 101
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Fünf Kandidaten für den Sprachpanscher des Jahres 2010

Sonntag, den 30. Mai 2010 um 12:13 Uhr

Der Dortmunder Verein Deutsche Sprache e.V. hat die diesjährigen Kandidaten für den Sprachpanscher des Jahres vorgestellt. Die Liste wird angeführt von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin. Auf den Werbeplakaten für eine Ausstellung zur Preußenkönigin Luise nennt sie diese It-Girl, Fashion Victim oder Working Mom.

Weitere Kandidaten sind der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, René Obermann, Dr. Manfred Beilharz, der Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden (er hat einen Liederabend zum Jahrestag des Mauerfalls The Wall genannt), die Bayerische Staatsministerin Christine Haderthauer (hat einen Literary Monat ausgerufen) und Fritz Pleitgen, Ex-Intendant des WDR und Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr 2010 GmbH. Auf dem Netzauftritt der Ruhr 2010 wimmelt es von Imponierdenglisch wie volonteers und power words, mapping the region oder local heros. Die Dortmunder Sprachfreunde wundern sich, warum es zusätzlich noch eine englische Seite gibt.

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache e.V.. Letzter Abgabetermin des Wahlzettels ist der 27. August 2010. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel oder der deutsche EU-Kommissar Günter Oettinger, der zu seiner Zeit als Ministerpräsident von Baden-Württemberg öffentlich gefordert hatte, dass Deutsch nur noch zu Hause und im Kindergarten gesprochen werden sollte.

Stimmzettel zur Sprachpanscher-Wahl 2010: (pdf, 150 kB)

 

 

Medienecho

Über „unsere große Hure Duden“ beschwerte sich Hermann Schreiber im Hamburger Abendblatt. Er kritisierte, dass vom Duden alles, was im Sprachgebrauch auftauche, nach gewisser Zeit übernommen werde. Dabei schloss er in seine Kritik auch die meisten Sprachwissenschaftler mit ein, die behaupteten, dass Sprache nur beobachtet werden müsse und es keine Normen geben dürfe. Positiv erwähnt er den Einsatz der „unerschrockenen Deutschsprecher“ des Vereins Deutsche Sprache. „Unsere große Hure Duden“, Hamburger Abendblatt vom 27.03.2010

 

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Sprüche

„Warum soll in deutschsprachigen Gebrauchsanweisungen nicht ‚Rechner' statt ‚Computer', ‚Luftkissen' statt ‚Airbag', ‚Programm' statt ‚Software' stehen?“

Christoph Böhr, Landesvorsitzender CDU Rheinland-Pfalz, in der Welt am Sonntag vom 11. 2. 2001