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Deutsch in der Türkei nutzlos?
Montag, den 22. März 2010 um 12:17 Uhr
Mehrere Tausend türkische Deutschlehrer haben sich an den Verein Deutsche Sprache e.V. gewandt, um gegen die Fremdsprachenpolitik in der Türkei zu protestieren. 2009 wurden weniger als 50 Deutschlehrer in den staatlichen Schulbetrieb übernommen – gegenüber 4.000 Englischlehrern. Zwar müssen türkische Schüler laut Schulgesetz zwei Fremdsprachen belegen. Die meisten Schulen nutzen diese Regelung aber, um ihr Angebot an Englisch-Unterricht zu erweitern. „Wir Deutschlehrer, die Deutsch als Fremdsprache studiert haben, werden in der Türkischen Republik als wertlos angesehen“, beschwerte sich ein Verbandssprecher. Deutschland habe anscheinend kein Interesse an der Verbreitung der deutschen Sprache.
„Deutschland sollte die vielfältigen Kulturkontakte in die Türkei besser fördern und die guten Deutschkenntnisse vieler Türken nicht ungenutzt lassen, sondern weiter ausbauen“, sagte der für die Außenbeziehungen des VDS zuständige Vertreter des Vorstands, Manfred Schroeder. „Wir fordern von unserer Bundesregierung, dass sie sich mehr für Deutsch als Fremdsprache in der Türkei einsetzt und damit den Deutschlehrern dort eine Perspektive bietet“, so Schroeder. Der VDS werde sich mit einem Brief an Außenminister Guido Westerwelle wenden, um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen.
Der VDS ist der mitgliederstärkste Sprach- und Kulturverein in Deutschland. Über die Hälfte der 32.000 VDS-Mitglieder leben im Ausland und sind durch ihre Herkunft oder durch ihren Beruf mit der deutschen Sprache verbunden. In der Türkei hat der VDS 200 Mitglieder.
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