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VDS-Infobrief Nr. 319
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Kandidaten für den Sprachpanscher 2000

Sonntag, den 16. April 2000 um 12:12 Uhr

Die zweite bundesweite Mitgliederversammlung des "Vereins Deutsche Sprache e.V." am 15. April in Dortmund hat die folgenden Personen bzw. Firmen auf die Kandidatenliste für den "Sprachpanscher 2000" gesetzt:

1. Jürgen Rüttgers Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Wirbt unter www.ruettgers4u.de mit this soap was made today.

2. Jürgen - thinking in new directions - Weber Der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG. Läßt in einer Tochtergesellschaft einen Mitarbeiter abmahnen, der im Bodendienst in seiner Muttersprache spricht.

3. Rolf Breuer Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG: "Wenn der eine relationship-orientiert und der andere business-orientiert gewesen wäre, hätte es einen clash of cultures gegeben" (Breuer zur Fusion mit Bankers Trust).

4. Die Firma TUI Touristik Union Ihr Free-World-Guide (powered by IQ) ist neben dem notorischen Jil-Sander-Interview in der FAZ vom April 1996 der bisherige Gipfel an Sprachverhunzung in der Bundesrepublik. Da die darin zelebrierte Schimpansensprache anders als etwa bei der CDU, der Lufthansa und der Deutschen Bank nicht nur beim Führungspersonal, sondern auch bei den sonstigen Mitarbeitern sehr verbreitet ist, kommt hier ausnahmsweise eine ganze Firma auf die Vorschlagsliste.

5. Der Rektor der Ludwigs-Maximilians-Universität München Prof. Dr. Jur. Andreas Heldrich. Hat zugelassen, daß die ehemaligen Fakultäten und Institute dieser traditionsreichen deutschen Universität demnächst departments heißen.

Der Sprachpanscher des Jahres 2000 wird im Sommer dieses Jahres von den inzwischen über 9000 Mitgliedern des "Vereins Deutsche Sprache e.V." per Brief gewählt. Einsendeschluß ist der 30. August 2000. Die bisherigen Preisträger waren die Hamburger Modeschöpferin Jil Sander, Telekom-Chef Ron Sommer und Bundesbahn-Chef a.D. Johannes Ludewig. Vereinsvorsitzender Krämer: "Wir hätten gerne auch Frauen auf der Vorschlagsliste gehabt. Aber wie schon letztes Jahr konnten wir keine geeigneten Kandidatinnen finden - die von uns getesteten Frauen des öffentlichen Lebens reden alle ein recht gutes bis sehr gutes Deutsch. Offenbar sind Frauen auf sprachliches Imponiergehabe nicht so angewiesen." Die Kandidaten Breuer und Weber standen schon 1999 auf der Vorschlagsliste. Krämer: "Anscheinend hat dieser Schuß vor den Bug nicht viel genützt - die Mißhandlung der deutschen Sprache hat in beiden Firmen seitdem eher zugenommen."


Weitere Infos bei: Walter Krämer (Erster Vorsitzender), Tel.: (0231) 755-3125 oder (05033) 5878 Gerd Schrammen, Tel. (0551) 21723

 

Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

„Ich glaube, die Deutschen sind nicht stolz genug auf ihre Sprache. An Heideggers Aus­spruch, nur Deutsch und Griechisch seien fürs Philosophieren geeignet, ist vielleicht doch ir­gendwas dran. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es ein Zufall ist, dass es in der Vergangenheit so viele deutsche Denker und Komponisten gab. Oder in der Gegenwart, dass die Deutschen so einzigartig gute Maschinen und Motoren bauen. Die Komplexität ihrer Sprache bereitet sie genau darauf vor."

Yngve Slyngstad, Chef des Norwegischen Staatsfonds in: Frankfurter Allgemeine Sonntags­zeitung, 7. Februar 2016, S. 40.