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VDS-Infobrief Nr. 154
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Ron Sommer Sprachpanscher des Jahres 1998

Montag, den 23. November 1998 um 15:54 Uhr

Die Mitglieder des "Vereins zur Wahrung der deutschen Sprache e.V." haben Ron Sommer, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG, zum Sprachpanscher des Jahres 1998 gewählt. Er folgt damit der Hamburger Modeschöpferin Jil Sander nach, die 1997 ausgezeichnet wurde ("wer Lady'sches will, searcht nicht bei Jil Sander"). Weitere Kandidaten auf der fünf Personen umfassenden Vorschlagsliste waren Egidius Braun, der Präsident des Deutschen Fußballbundes (für den englischen Lieder der deutschen Fußball-Nationalmannschaft), Jost Stollmann (für seinen "shift" im Wertesystem und die "exposure" seiner Familie), Peter Hintze (für "keep Kohl" und andere englische Werbesprüche einer ehemals deutschen Volkspartei) sowie Johannes Ludewig, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, für die "DB-Lounge" und den "Service Point").


In der Laudatio, die Herrn Sommer inzwischen per Einschreiben übermittelt wurde, heißt es unter anderem:
"Mit dem Titel ' Sprachpanscher des Jahres' würdigt der Verein zur Wahrung der deutschen Sprache den konsequenten Ausstieg aus der deutschen Sprache durch die von Ron Sommer geführte Deutsche Telekom. Wir empfinden es als zutiefst kundenfeindlich und menschenverachtend, in unserem eigenen Land, dessen Menschen zum größeren Teil des Englischen nicht mächtig sind, mit "sunshine-" und "moonshine-Tarifen" umworben zu werden und Telefonrechnungen in einer nur spärlich mit deutschen Wörtern garnierten landesfremden Sprache zu empfangen. (City-Calls, Free-Calls, German-Calls usw). Durch die rückgratlose Anpassung an das moderne pseudokosmopolitische Imponiergehabe, mit dem viele Deutsche sich heutezutage den Anschein eines Weltbürgers zu geben suchen, hat die Deutsche Telekom der deutschen Sprache einen Bärendienst erwiesen."


Der "Verein zur Wahrung der deutschen Sprache e.V." wurde vor einem Jahr, im November 1997, in Dortmund gegründet und hat heute weit über 3000 Mitglieder aus allen Schichten und Altersklassen der Bevölkerung. Damit ist er der größte der Sprachpflege verpflichtete Verein der Bundesrepublik.

 

Medienecho

Der Bürgermeister Hans-Josef Vogel und die Stadt haben die vom Verein Deutsche Sprache vergebene Wortpatenschaft für den Namen ihrer eigenen sauerländischen Stadt übernommen: „Arnsberg“. Der ansässige Heimatbund hatte die Idee und überreichte dem Bürgermeister die Urkunde. Hans-Josef Vogel sagte, er freue sich darauf, die Pflichten der Patenschaft für das Wort zu übernehmen. „Wortpate für ‚Arnsberg‘“, Sauerlandkurier vom 28.03.2010

 

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stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache wurde 2001 aus der Überzeugung gegründet, dass die deutsche Sprache ein Gemeingut von hohem Wert ist, das der bewussten Förderung und Entwicklung bedarf. Die Stiftung dient der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung dieser Sprache. Sie ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Um die deutsche Sprache ist es nicht gut bestellt. Schuld daran sind die Werbung, ein Teil der Medien und auch einige Politiker. Sie wollen der deutschen Sprache den Garaus machen. Doch der Versuch, sie abzuschaffen, wird scheitern.“

Hans Magnus Enzensberger am 21.10.2007 in der Bildzeitung