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VDS-Infobrief Nr. 101
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Thüringer Sprachbündnis geschmiedet

Donnerstag, den 22. Juli 2004 um 13:47 Uhr

Für bessere Pflege der Muttersprache

Bekannte Thüringer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur setzen sich öffentlich für eine stärkere Kultivierung der deutschen Sprache ein. In einem „Thüringer Sprachbündnis“ fordern sie eine allgemeine Debatte über die Rolle der Muttersprache in Deutschland. „Wir glauben, daß unsere Sprache mindestens die gleiche öffentliche Aufmerksamkeit verdient wie Boden, Wasser, Luft und unsere Kulturdenkmäler“, und weiter: „Wenn wir den heutigen Drang zum Englischen widerspruchslos hinnehmen und Denglisch nur amüsant finden, werden wir Englisch schon morgen als zweite Landessprache akzeptieren müssen. In manchen Bereichen von Wissenschaft und Forschung spielt es diese Rolle schon heute. Das Thüringer Sprachbündnis soll auch ein Zeichen für die Erhaltung der sprachlichen Vielfalt Europas sein.“.


Zu den Erstunterzeichnern gehören neben anderen die Oberbürgermeister Weimars, Erfurts und Mühlhausens auch Literaten wie Harry Thürk, Wulf Kirsten und Matthias Biskupek. Unternehmer der Wirtschaftsinitiative Westthüringen haben sich ebenso angeschlossen wie Forscher der Universitäten in Erfurt und Jena.


„Sprachpflege und Sprachbereicherung sind eine wesentliche kulturelle und politische Aufgabe“, sagt Professor Dr. Karl-Jürgen Halbhuber, Direktor des Anatomischen Instituts der FSU Jena. „Aktive Impulse zur Erhaltung der Sprachhygiene sind in Deutschland notwendiger denn je“. Halbhuber gehört ebenfalls zu den ersten Unterzeichnern.


Angeregt wurde das Bündnis vom Verein Deutsche Sprache (www.vds-ev.de).

 

Medienecho

Für VDS-Mitglied Rainer Pogarell, Verlagsleiter und Sprachberater, war das Jahr 2000 ein Tiefpunkt, was die Stellung der deutschen Sprache angeht. Warum? „Wenn damals ein deutsches Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern ein Werk in Tschechien mit 200 Mitarbeitern gekauft hat, wurde deshalb Englisch zur Arbeitssprache auf allen Ebenen erklärt.“ Daraus resultierte, dass Fachkräfte in Konferenzen aufgrund mangelnder Englischkenntnisse schweigsam wurden. Pogarell: „Die Plapperer haben alles an sich gerissen.“ „Klartext tut gut“, FAZ vom 15.02.2009

 

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Sprüche

„Sie müssen sich doch nur ansehen, wer dieses Geschwafel in unserem Lande eigentlich verzapft. ... Das sind Leute, die glauben, ihre Halbbildung könnten sie dadurch steigern, daß sie sich, weil es als schick gilt, plötzlich nicht mehr in Deutsch ausdrücken.“

Helmut Schäfer (FDP), Staatsminister im Auswärtigen Amt, auf einer Podiumsdiskussion in Hannover, 24.10.1999.