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Kulturpreis Deutsche Sprache 2006

Mittwoch, den 24. Mai 2006 um 13:35 Uhr

Günter de Bruyn ist Jacob-Grimm-Preisträger

(Kassel) Die Träger des Kulturpreises Deutsche Sprache sind 2006 der Schriftsteller Günter de Bruyn und die Weleda AG. Der Preis wird von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache (Dortmund) für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben.

Günter de Bruyn (geboren 1926) erhält den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache für seine Verdienste als Schriftsteller, Bibliothekar und als Herausgeber. Er gehörte zu den maßgeblichen Autoren der DDR und hat sich in seinem Werk nicht selten kritisch oder ironisch mit dem Leben der Intelligenz in der DDR auseinandergesetzt. Als er 1989 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet werden sollte, lehnte er diesen ab. "De Bruyn hat nach der Wende in seinen Essays und Erzählungen die geistige und sprachliche Einheit des Landes befördert", begründete der Sprecher der Jury, der Bamberger Germanist Helmut Glück, die Entscheidung. De Bruyn handhabe die deutsche Sprache virtuos, und vielfach sei sie ihm nicht nur das Mittel des Ausdrucks, sondern auch der Gegenstand der Reflexion. Verdient gemacht habe sich de Bruyn auch als Herausgeber zahlreicher Autoren des 18. und des 19. Jahrhunderts. Die Laudatio wird der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Wolfgang Thierse, halten; als Germanist ist er mit dem Werk de Bruyns her-vorragend vertraut.

Nach Rolf Hochhuth im Jahr 2001 ist de Bruyn der zweite Schriftsteller, der mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache ausgezeichnet wird. "De Bruyn ist ein meisterhafter Erzähler, der Alltägliches ebenso eindrucksvoll beschreibt wie bewegende Momente der Geschichte", sagte Glück. De Bruyn kritisiere außerdem die unnötige Verwendung von Anglizismen durch Personen, die "von Schönheit und Prägnanz einer Sprache" nichts verstünden, wie er in seinem Buch Unzeitgemäßes (2001) schreibt.

Der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache ist mit 35.000 Euro die am höchsten dotierte Auszeichnung für sprachliche Verdienste in Deutschland. Die bisherigen Preisträger waren Rolf Hochhuth, Ludmila Putina, Christian Meier, Vicco von Bülow alias Loriot und Paul Kirchhof.

Den undotierten Institutionenpreis Deutsche Sprache erhält 2006 die Weleda AG (Schwäbisch-Gmünd) für eine klare und verständliche Verwendung der deutschen Sprache bei der Verbraucherinformation. "Die Weleda AG vermittelt in ihrem Auftreten nach außen den Eindruck, daß die Beschreibung ihrer Produkte nichts verschleiern soll, sondern den Käufer zur Bildung eines eigenen Urteils anregen will", begründete die Jury ihre Entscheidung. Das 1921 gegründete Unternehmen ist heute weltweit führender Hersteller von ganzheitlicher Körperpflege- und Arzneimitteln für die anthroposophische Therapierichtung.

Die Preise werden am 21. Oktober in Kassel überreicht werden. Nähere Informationen sind erhältlich beim Sprecher der Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache, Prof. Dr. Helmut Glück (Universität Bamberg, Tel.: 0951-863-2239), und im Internet: www.kulturpreis-deutsche-sprache.de.

 

Medienecho

Kaum wieder zurück in der Heimat, wähnte ich mich immer noch in den USA. War es wirklich der Frankfurter Flughafen, auf dem es vor „Meeting Points“ und „Service Stations“ nur so wimmelt? War es tatsächlich die Deutsche (!) Bahn, die in ihrem Regionalzug Richtung Spreewald mit einem „Call a bike Standort“ für Radtouren mit bahneigenen Fahrrädern wirbt? Lächerlich!

Über Deutsch für Inländer und Englisch für Dummschwätzer

Peter Hahne, BILD vom 15.9.2007

 

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stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache wurde 2001 aus der Überzeugung gegründet, dass die deutsche Sprache ein Gemeingut von hohem Wert ist, das der bewussten Förderung und Entwicklung bedarf. Die Stiftung dient der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung dieser Sprache. Sie ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Um die deutsche Sprache ist es nicht gut bestellt. Schuld daran sind die Werbung, ein Teil der Medien und auch einige Politiker. Sie wollen der deutschen Sprache den Garaus machen. Doch der Versuch, sie abzuschaffen, wird scheitern.“

Hans Magnus Enzensberger am 21.10.2007 in der Bildzeitung