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VDS-Infobrief Nr. 153
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Gregor Gysi krönt Schlagzeile des Jahres

Donnerstag, den 22. November 2012 um 11:08 Uhr

Die Schlagzeile des Jahres 2012 ist „Politik. Macht. Einsam.“ Mit diesen drei Wörtern leitete der Stern in der Ausgabe 43/2012 einen Bericht über den Politiker Gregor Gysi ein. Diese Schlagzeile fasse besser als manch langer Text zusammen, so die Jury, warum Politik tatsächlich einsam macht. Auf den zweiten Platz wählten die Juroren die Schlagzeile „Biosprit: Essen auf Rädern“ aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 22. August. Hier werde schlaglichtartig der bedenkliche Egoismus einer Gesellschaft deutlich, die in einer Welt, in der immer noch Millionen Menschen Hungers sterben, mit Lebensmitteln Auto fährt.

Der dritte Platz ging an die Zeitung am Samstag aus Freiburg und ihre Schlagzeile „Der Wulff im Staatspelz.“ Auch die Schlagzeile „Gekommen, um zu gehen“ aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zum großen Zapfenstreich anlässlich der Verabschiedung des zurückgetretenen Bundespräsidenten aus dem Amt fand in der Jury Anerkennung. Ein weiterer Anreiz für kreative Schlagzeilen war das Dauerdrama um den neuen Berliner Großflughafen: „Berlins Fluchhafen“ (Die Zeit vom 14. 5.), „Berlin kriegt keinen hoch“ (taz vom 8. 5.) oder „Keiner fliegt (außer dem BER-Chef?)“ aus der Berliner Zeitung vom 9. 5. Auf vorderen Plätzen landeten auch die Einleitung eines Berichtes zu den Gehältern deutscher Hochschullehrer aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung („Die Weh-Besoldung“) oder die Überschrift „Kampf dem organisierten Versprechen“ aus dem Hamburger Abendblatt. Gegenstand des Artikels war ein Protest des Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) gegen die Art und Weise, wie sich deutsche Olympia-Reporter in London mit unverständlichem Denglisch vergeblich eine weltmännische Note anzuheften suchten.

Insgesamt gingen 96 Vorschläge bei der Jury ein. Sie wird geleitet vom Dortmunder Wirtschaftsprofessor Walter Krämer, dem Vorsitzenden des VDS. Weitere Mitglieder sind die Journalisten Wolf Schneider und Franz Stark sowie die Sprachwissenschaftler Gert Ueding, Horst-Haider Munske und Helmut Glück. Ferner nahm dieses Jahr mit Doktoratsstudentin Monika Elias erstmals eine junge Gastjurorin an der Bewertung teil. Auch in den kommenden Jahren will die Jury jeweils eine Stimme an junge Zeitungsleser übertragen.

Die 40 besten Schlagzeilen sind hier (pdf) einzusehen.

 

Medienecho

Zur neuen Entwicklung trage neben dem Motiv der besseren Verständlichkeit auch ein grundsätzlicher Wandel im Verhältnis der Unternehmen zu ihren Kunden bei, sagt slogans.de-Chef Hahn. Ziel von Werbung sei nicht mehr, den Nimbus der eigenen Marke zu erhöhen, sondern den Kunden in den Vordergrund zu stellen. „Und da hat die Muttersprache einen wichtigen Effekt. Sie signalisiert einen vertrauensvollen Umgang.“ Für Sprachberater Pogarell steht mittlerweile fest: „Deutsch kommt besser an.“

Englische Slogans kommen aufs Abstellgleis, Klein Report vom 23.9.2007, (www.kleinreport.ch)

 

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„Warum soll in deutschsprachigen Gebrauchsanweisungen nicht ‚Rechner' statt ‚Computer', ‚Luftkissen' statt ‚Airbag', ‚Programm' statt ‚Software' stehen?“

Christoph Böhr, Landesvorsitzender CDU Rheinland-Pfalz, in der Welt am Sonntag vom 11. 2. 2001