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VDS-Infobrief Nr. 320
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Karstadt ist Sprachpanscher des Jahres 2012

Freitag, den 24. August 2012 um 11:41 Uhr

Die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache e.V. haben die Kaufhauskette Karstadt, vertreten durch den Vorsitzenden ihrer Geschäftsführung Andrew Jennings, zum Sprachpanscher des Jahres 2012 gewählt.

„Wir schlagen ungern einen toten Hund“, erklärte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer, „aber leider erkennt man eine deutsche Pleitefirma sehr oft daran, dass sie mit ihren Kunden englisch spricht.“ Seit Jennings bei Karstadt ist, werbe die Firma noch konsequenter als vorher mit Sprüchen wie „modern and full of life" für „Midseason-Sale“, „kidswear“ und „home-style“; die VDS-Mitglieder wollten Herrn Jennings daran erinnern, dass die Karstadt-Kaufhäuser nicht in Liverpool und London, sondern in Wuppertal, Berlin und München stehen.

Die Entscheidung war knapp: Karstadt erhielt mit 1.521 nur wenige Stimmen mehr als der Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media (1.490), dessen denglische Fernsehproduktionen seit langem allen Sprachfreunden ein Dorn im Auge sind. Ebenfalls gut im Rennen lag lange Zeit die Vorsitzende der Bayerischen CSU-Frauenunion Angelika Niebler (1.108), die Erfinderin der CSU-Parteifeier „Lounge in the City“. Insgesamt gaben die VDS-Mitglieder 5.168 Wahlzettel ab.

Der Titel „Sprachpanscher des Jahres“ wird seit dem Jahr 1998 vergeben. Er steht für das unnötige und fortgesetzte Verdrängen deutscher Wörter durch angelsächsische Importe. Bekannte Sprachpanscher der Vergangenheit sind René Obermann (Deutsche Telekom 2011), Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn 2007) oder Klaus Zumwinkel (Deutsche Post 2005).

Weitere Informationen hier:
Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS), Postfach 10 41 28, 44041 Dortmund
Telefon: 0231 - 794 85 22, info@vds-ev.de, www.vds-ev.de

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

„Ich glaube, die Deutschen sind nicht stolz genug auf ihre Sprache. An Heideggers Aus­spruch, nur Deutsch und Griechisch seien fürs Philosophieren geeignet, ist vielleicht doch ir­gendwas dran. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es ein Zufall ist, dass es in der Vergangenheit so viele deutsche Denker und Komponisten gab. Oder in der Gegenwart, dass die Deutschen so einzigartig gute Maschinen und Motoren bauen. Die Komplexität ihrer Sprache bereitet sie genau darauf vor."

Yngve Slyngstad, Chef des Norwegischen Staatsfonds in: Frankfurter Allgemeine Sonntags­zeitung, 7. Februar 2016, S. 40.