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VDS-Infobrief Nr. 337
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Rettet das Deutsche vor der Werbebranche!

Dienstag, den 17. April 2012 um 16:10 Uhr

Die Werbebranche unternimmt zurzeit einen Großangriff gegen das Sprachniveau und gegen klare Aussagen in deutscher Sprache. In Schaufenstern, Werbeprospekten und Anzeigenkampagnen ist Englisch allgegenwärtig.

In einer aufwändigen Kampagne ruft das Warenhaus Karstadt zum „Mid Season Sale“ auf – mit „Sport-Highlights“, „Kidswear“ und „Home-Style“. Die Zigarettenmarke Marlboro plakatiert einen Großteil der Werbeflächen in Deutschland mit dem Spruch „Don’t be a Maybe!“ (übersetzt etwa: „Sei kein Feigling!“). Den sprachlichen Tiefpunkt hat die Lebensmittelmarke „Du darfst“ erreicht. Die Kampagne „Fuck the diet!“ (übersetzt etwa „Vergiss die Diät!“) wirbt für Diätprodukte von „Du darfst“.

„Beschwerden über englische Werbesprüche und über sprachliche Fehlleistungen von Unternehmen häufen sich derzeit wieder“, stellt Prof. Dr. Walter Krämer, Vorsitzender des Dortmunder Vereins Deutsche Sprache e.V., fest. Der VDS rät daher zum Kauf von Produkten, die nicht mit denglischen Sprüchen beworben werden. „Im Einzelfall prüfen wir auch eine Beschwerde beim Deutschen Werberat“, so Krämer.

Der VDS ist mit weltweit 35.000 Mitgliedern der größte Sprach- und Kulturverein, der sich für die Förderung- und Weiterentwicklung des Deutschen einsetzt. Von der Werbebranche in Deutschland fordert der VDS, mehr Verantwortung für die Sprachentwicklung zu übernehmen.
 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)