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VDS-Infobrief Nr. 88
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Dänische EU-Ratspräsidentschaft auf Deutsch

Donnerstag, den 01. Dezember 2011 um 15:49 Uhr

Die dänische Regierung wird den Internetauftritt der EU-Rats­präsident­schaft (www.eu2012.dk) ab dem 1.1.2012 in den Sprachen Dänisch, Englisch, Französisch und Deutsch anbieten. Dies bestätigte die Vor­sitzende des Europaausschusses des dänischen Parlaments (Folketing) Eva Kjer Hansen auf Anfrage des Vereins Deutsche Sprache e.V. Damit gibt Dänemark den Forderungen des VDS nach, die EU-Ratspräsi­dent­schaft auch in deutscher Sprache zu präsentieren.

Die dänische Zweigstelle des VDS hatte sich in den vergangenen Wochen dafür eingesetzt, dass Deutsch von den politischen Einrichtungen der Europäischen Union besser beachtet wird. „Wir haben auf einen Beschluss des EU-Parlaments aus dem Jahr 2008 hingewiesen. Demnach soll der Internetauftritt der EU-Ratspräsident­schaft in so vielen Sprachen wie möglich, insbesondere aber in den zahlenmäßig stärksten Sprachen erfolgen“, sagte Anne-Marie Fischer-Rasmussen, dänische VDS-Regional­leiterin in Storvorde.

Damit erscheint der vierte aufeinanderfolgende Internetauftritt der EU-Ratspräsidentschaften auch in deutscher Sprache. Für den VDS ist dies ein wichtiger Schritt dahin, dem Deutschen als größter Muttersprache der EU zu mehr Geltung zu verhelfen. Deutsch ist neben Englisch und Französisch eine der Arbeits­sprachen der EU.

 

Medienecho

Für VDS-Mitglied Rainer Pogarell, Verlagsleiter und Sprachberater, war das Jahr 2000 ein Tiefpunkt, was die Stellung der deutschen Sprache angeht. Warum? „Wenn damals ein deutsches Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern ein Werk in Tschechien mit 200 Mitarbeitern gekauft hat, wurde deshalb Englisch zur Arbeitssprache auf allen Ebenen erklärt.“ Daraus resultierte, dass Fachkräfte in Konferenzen aufgrund mangelnder Englischkenntnisse schweigsam wurden. Pogarell: „Die Plapperer haben alles an sich gerissen.“ „Klartext tut gut“, FAZ vom 15.02.2009

 

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Sprüche

„Sie müssen sich doch nur ansehen, wer dieses Geschwafel in unserem Lande eigentlich verzapft. ... Das sind Leute, die glauben, ihre Halbbildung könnten sie dadurch steigern, daß sie sich, weil es als schick gilt, plötzlich nicht mehr in Deutsch ausdrücken.“

Helmut Schäfer (FDP), Staatsminister im Auswärtigen Amt, auf einer Podiumsdiskussion in Hannover, 24.10.1999.