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VDS-Infobrief Nr. 101
Archiv: 2010 2011

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Schlagzeile des Jahres

Freitag, den 25. November 2011 um 08:51 Uhr

Die Schlagzeile des Jahres 2011 stand in der Berliner taz: „Brüderle bei Ehrlichkeit ertappt“ (25. März 2011). Nach Ansicht der Jury brachte die taz damit die Schlitzohrigkeit dieses bekannten FDP-Politikers präzise auf den Punkt. Gemeinsam auf dem zweiten Platz landeten „Nein tanke! Der Irrsinn mit dem Biosprit“ aus BILD, 8. März 2011, und „Circus Krone – vom Sinn und Wahnsinn der britischen Monarchie“ aus dem Spiegel vom 18. April 2011.

Insgesamt gingen 73 Vorschläge bei der Jury ein. Sehr gut gefielen dieser auch die zahlreichen Wortspiele um die Affäre Guttenberg: „Die Jäger des verlogenen Satzes“ (Der Tagesspiegel, 15.6.11), „Schmarotzer cum laude“ (taz, 22.2.11), „Guttenberg schreibt Doktortitel vorerst ab“ (FAZ, 18.2.11), „Plagiator honoris causa“ (taz, 25.2.11) oder „Adel verzichtet“ aus der Süddeutschen Zeitung vom 1. März 2011.

Ein weiterer Schwerpunkt der Zusendungen betraf die prekäre Lage auch anderer FDP-Politiker („Der Draußenminister“, Spiegel, 8.4.11) oder die Abwahl der CDU-Regierung in Baden-Württemberg: „Mappus tiefergelegt“ (taz 28.3.11) oder „Mappschied in Stuttgart“ (taz, 27.3.11). Die komplette Liste der besten 30 Schlagzeilen ist auch hier nachzulesen.

Die „Schlagzeile des Jahres“ ist eine Aktion des Vereins Deutsche Sprache e.V.; sie wurde 2010 von dem Dortmunder Wirtschaftsprofessor und VDS-Vorsitzenden Walter Krämer und dem Journalisten Wolf Schneider ins Leben gerufen. Der Sieger des Jahres 2010 war die Schlagzeile „Krieger, denk mal!“ aus der Hamburger Zeit. Weitere Jury-Mitglieder sind der heute-journal Moderator Claus Kleber, der Journalist und Sprachwissenschaftler Franz Stark, und die Sprachwissenschaftler Gert Ueding und Horst Haider Munske. Die Sieger taz, Bild und Spiegel erhalten eine Urkunde und die Vorschlagenden je ein Exemplar der Sternstunden der deutschen Sprache. Die Aktion geht im Jahr 2012 weiter, vorschlagsberechtigt ist jedermann.

 

Medienecho

Über „Sale“, das überflüssigste Wort des Jahres 2009, das vom Verein Deutsche Sprache gekürt wurde, berichtete unter anderem die „Bild“, die auch den VDS-Regionalleiter in der Elfenbeinküste, Antoine Djokouéhi, zitierte: „Warum sagt man es nicht in der Sprache der Kunden?“ Das Wort des Jahres war „Abwrackprämie“. Die Mitglieder des Verein Deutsche Sprache aus dem In- und Ausland hatten darüber abgestimmt. Bild vom 16.12.2009

 

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stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache wurde 2001 aus der Überzeugung gegründet, dass die deutsche Sprache ein Gemeingut von hohem Wert ist, das der bewussten Förderung und Entwicklung bedarf. Die Stiftung dient der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung dieser Sprache. Sie ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Um die deutsche Sprache ist es nicht gut bestellt. Schuld daran sind die Werbung, ein Teil der Medien und auch einige Politiker. Sie wollen der deutschen Sprache den Garaus machen. Doch der Versuch, sie abzuschaffen, wird scheitern.“

Hans Magnus Enzensberger am 21.10.2007 in der Bildzeitung