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VDS-Infobrief Nr. 315
und 2016


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Pressemitteilungen

Donnerstag, 23. Juni 2016

VDS-Infobrief 315: Wahl zum Sprachpanscher 2016

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Sendezentrum des ZDF in Mainz © Wikipedia / Tobo777 / CC BY-SA 3.0

Bis zum 26. August können die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache den Sprachpanscher des Jahres wählen. Wie der Vereinsvorstand bekannt gab, führen das ZDF und die FDP die diesjährige Kandidatenliste an. Die Nominierung erhielt das Zweite Deutsche Fernsehen für seine neue „Promi-Challenge“ mit dem Titel „I can do that“. Auf die Beschwerde eines Zuschauers, der sein Unverständnis zu dieser Namensgebung äußerte, antwortete das ZDF, die deutsche Übersetzung („Ich kann das“) klinge „zu hölzern“. Die Freie Demokratische Partei hatte dafür geworben, das Englische als Verwaltungs- und Amtssprache in Deutschland einzuführen. Die Daimler AG, die Post AG sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung komplettieren mit eigenartigen Worterfindungen die Kandi­daten­liste für die 19. Sprachpanscherwahl. Zu den bisherigen Titelträgern zählen Politiker wie Günther Oettinger und Klaus Wowereit sowie der Duden. Seit 1997 verleiht der VDS den Negativpreis an Firmen, Institu­ti­onen und Personen „für besonders bemerkenswerte Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache“.

Hier können Sie den Wahlzettel für den Sprachpanscher 2016 herunterladen: pdf

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Montag, 20. Juni 2016

Sprachnachrichten Nr. 70: Englisch als Amtssprache in Deutschland?

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Dieser Vorschlag auf dem Titel der aktuellen Ausgabe der Sprach­nachrichten ist keineswegs so theoretisch, wie er scheint. Tatsächlich ist die Einführung des Englischen als Verwaltungs- oder auch Amts­sprache heute eine ernstzunehmende Forderung einiger Politiker. Oliver Baer zeigt auf, warum eine Verkehrssprache Englisch mehr schadet als nutzt. Es geht außerdem um die Minderheitensprache Elsässisch, um die Nachbarsprache Polnisch und um die Grenzen der „Gendersprache“. Die Rubrik „Schönes Deutsch“ stellt Dörte Hansens „Altes Land“ vor.

   

Freitag, 17. Juni 2016

VDS-Infobrief 314: Doppel-6 und falsche 9

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© Fotolia / lukl / #104706943

Derzeit kann man sich vor der Fachsprache des Fußballs kaum retten. Wer davon keine Ahnung hat, bekommt auf krautreporter.de einen schnellen Überblick über die wichtigsten Begriffe. Es geht los mit dem einfachen Fußball-ABC: Abseits, Eckstoß, Schwalbe. In Kapitel 2 erklären Profitrainer anhand von Videos kompliziertere Sachverhalte: die raumorientierte Viererkette oder das Catenaccio.

Die WELT berichtet zudem über ein Wörterbuch der UEFA zur richtigen Aussprache schwieriger Spielernamen, z.B. Shkëlzen (=Shkul-zen) Gashi (Albanien) oder Manuel Neuer (=Noy-ah).

Die ARD hat einen neuen Begriff für die Statistiken im Fußball einge­bracht: das „Packing“. „Packing“ misst die Anzahl der Gegenspieler, die durch einen Pass überspielt wurden. Entwickelt hat dieses Analyse-Instrument Ex-Fußballprofi Stefan Reinartz. Eine deutsche Bezeichnung für die während der EM-Übertragung bisher nur von der ARD genutzte Methode gibt es bislang noch nicht.

Das Satiremagazin „Der Postillion“ hat als Gegenzug das „Goaling“ für die Analyse beim ZDF ins Spiel gebracht. So lasse sich messen, wie häufig der Ball im Tor der gegnerischen Mannschaft landet. Die Mannschaft mit der höheren „Goaling-Quote“ gewinne demnach zu 100 Prozent das Spiel.

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Donnerstag, 16. Juni 2016

ZDF und FDP führen die Kandidatenliste für den Sprachpanscher des Jahres 2016 an

Bis zum 26. August wählen die 36.000 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache e.V. wieder den Sprachpanscher des Jahres; heute gab der Vereinsvorstand die diesjährige Kandidatenliste mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen und seinem Intendanten Thomas Bellut sowie der FDP mit ihrem Vorsitzenden Christian Lindner an der Spitze bekannt.

Offenbar hält das ZDF die deutsche Sprache als Medium der modernen Kommunikation nicht mehr für tauglich. Auf die Beschwerde eines Zuschauers, er wisse mit der neuen ZDF-Sendung „I can do that“ – eine „Promi-Challenge“ mit vielen „Showacts“ wenig anzufangen, antwortete die Zuschauerredaktion, die deutsche Übersetzung „Ich kann das“ sei dem ZDF „zu hölzern“. Die FDP ziert die Kandidatenliste wegen des Wunsches vieler Funktionsträger, das Englische als Amtssprache in Deutschland einzuführen. „Das hätte es unter Guido Westerwelle nicht gegeben“, kommentiert der VDS-Vorsitzende Walter Krämer, selbst FDP-Mitglied. Bekanntlich hatte Westerwelle einmal einen auf einer Pressekonferenz auf Englisch Auskunft begehrenden Journalisten beschieden, dass in Deutschland Deutsch gesprochen werde.

   

Freitag, 10. Juni 2016

VDS-Infobrief 313: Institut für niederdeutsche Sprache vor dem Aus?

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© JoachimKohlerBremen - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0 / Wikipedia

Das im Jahr 1979 geschlossene staatliche Förderabkommen zur Finanzierung des Plattdeutschen soll nach 2017 entfallen. Die Bundesländer Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen haben angekündigt, Zuschüsse an das Institut für niederdeutsche Sprache (INS) in Höhe von 272.000 € einzustellen. „Nach Abwägung und Diskussion unterschiedlicher Ansätze" nannte die Bremer Kulturbehörde den demografischen Wandel sowie „eine sich immer schneller verändernde Mediengesellschaft und unterschiedliche regionale Besonderheiten" als Gründe. Nun droht die regionale Zerschlagung des Zentralinstituts. INS-Leiter Reinhard Goltz sieht in dem Vorhaben einen Verstoß gegen die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen.

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Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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stiftungdsDie Stiftung Deutsche Sprache ergänzt die Vereinsarbeit. Sie wurde 2001 ge­gründet, ist weltanschaulich neutral, politisch unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Sprüche

„Mich hat es gestört, dass es keine ordentlichen deutschen Texte gab. Ich dachte, das muss doch gehen. Dass ich Trommler war, kam mir sehr zugute. Ich hab mir die Sprache zurechtgetrommelt. Ich konnte gut Wörter dehnen wie Kaugummi, sie schleudern, zerbeißen, konnte rhythmisch auch die ersten Rap-Dinger anlegen: 'Käthe Dorsch wohnt in Kiel', das war schon Ende der Siebziger.“

Udo Lindenberg, DB mobil 5/2016