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VDS-Infobrief Nr. 324
und 2016


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Pressemitteilungen

Freitag, 26. August 2016

„Deutsch zu hölzern“: ZDF ist Sprachpanscher des Jahres

Die Mitglieder des Dortmunder Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) haben das ZDF zum Sprachpanscher des Jahres 2016 gewählt. Damit wiederholt das ZDF seinen ersten Platz aus dem Jahr 2004. „Das ist die erneute Quittung für den peinlichen Versuch des Senders, mit Kiddie Contests, Webcam Nights oder der dem neuen Format „I can do that – die große Promi-Challenge“ mit vielen Showacts – die Zuschauer vom Weiterschalten abzuhalten“, so der VDS-Vorsitzende Walter Krämer. Auf die Beschwerde eines Zuschauers, er wisse mit diesem Denglisch wenig anzufangen, antwortete die ZDF-Zuschauerredaktion, die deutsche Übersetzung „Ich kann das“ sei „zu hölzern“. Auf den Sender und seinen Intendanten Thomas Bellut entfielen 985 von 2008 abgegebenen Stimmen. Zweiter mit 620 Stimmen wurde die FDP mit ihrem Vorsitzenden Christian Lindner, als Quittung für das Vorhaben vieler Funktionsträger, das Englische als zweite Amtssprache in Deutschland einzuführen. Weitere Kandidaten waren der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche (für ihn ist die neue E-Klasse ein „Masterpiece of Intelligence“, 24 Stimmen), die Deutsche Post AG (303 Stimmen) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die in einer Kampagne „Null Alkohol – Voll power“ damit wirbt, dass die Hitze „beim Dancen“ nüchtern viel intensiver zu spüren sei (41 Stimmen).

 

 

Freitag, 26. August 2016

VDS-Infobrief 324: Es war einmal: Der Hamsterkauf

einkaufswagenSeit der Empfehlung der Bundesregierung, für den Ernstfall einen Lebensmittelvorrat für zehn Tage zu lagern, ist das Wort in aller Munde – der Hamsterkauf. Über die Geschichte dieses Begriffs hat Matthias Heine für die WELT recherchiert. Der Name selbst kommt, wie sollte es anders sein, von dem Tier, dem es möglich ist, in seinen großen Backentaschen Vorräte anzulegen. Die Handlung des Hamsterns tritt seit dem frühen 19. Jahrhundert im deutschen Sprachgebrauch auf und bezog sich seitdem auf das Anhäufen von Schätzen. (Foto: ©  pixabay / CC0 / Michael Gaida)

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Freitag, 19. August 2016

VDS-Infobrief 323: Lieben in zwei Sprachen

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Pixabay / CC0 / Andi_Graf

Was bedeutet es, Liebe nicht in der eigenen Muttersprache ausdrücken zu können? Mit dieser Frage hat sich das Internet-Magazin bento ausein­ander­gesetzt und ein junges Paar zum Gespräch geladen. Sie ist Peruanerin, er ist Niederländer – und Englisch die Sprache ihrer Liebe. „Wären wir selbstsüchtig oder rücksichtslos, würde unsere Beziehung nicht funktionieren“, sagt Marcel und offenbart so das grundlegende Konflikt­potential, das ohne eine gemeinsame Mutter­sprache besteht. „Es ist einfach schwer, spontan zu sein, wenn du nicht in deiner Muttersprache sprichst“, findet Marcel. Kompromisse, sprachlich wie auch sozial, sind ein wesentlicher Bestandteil ihrer Beziehung. Das gemeinsame Leben in Lima und Marcels mangelhafte Spanischkenntnisse tragen zusätzlich zu seiner Abhängigkeit von Sofía bei. Dennoch seien interkulturelle Beziehungen oft stärker, erklärt Ingrid Piller, Professorin für Angewandte Sprach­wissen­schaften an der Macquire University Sydney. Sie gingen mehr aufeinander ein, die gemeinsame neue, private Sprache und Identität schweiße das Paar enger aneinander. Dennoch leide vor allem der Humor unter einer solchen Situation. „Es kann sehr lange dauern, bis man wieder die humorvolle Person ist, die man in seiner Muttersprache war“, betont Piller.

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Freitag, 12. August 2016

VDS-Infobrief 322: Bücherleser leben länger

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pixabay / CC0 / BibBornem

Eine Nachricht aus der Yale-Universität in den Vereinigten Staaten muss den Leiter unseres IFB Verlages Deutsche Sprache und VDS-Aktivisten Reiner Pogarell besonders gefreut haben. Forscher haben dort eine Studie vorgelegt, wonach eifrige Bücherleser, rein statistisch gesehen, 23 Monate länger leben als Büchermuffel. Anders ausgedrückt steht die Länge der Bücherregale zuhause in einem schwer durchschaubaren Verhältnis zur Lebenserwartung. Ob dies auch für E-Bücher gilt, war anscheinend nicht Teil der Untersuchung. Wer also, so die Studie aus Yale, bis zu 3,5 Stunden wöchentlich liest, reduziert danach sein Sterberisiko um 17 Prozent. Diese für unsere VDS-Leserkreise an sich positive Meldung wirft natürlich nicht wenige Fragen auf. Gleicht die geistige Arbeit den dadurch zwangsläufig verursachten Bewegungsmangel wieder aus? Spielt es eine Rolle, was man während des Lesens zu sich nimmt, etwa an geistigen Getränken? Verbinden sich vielleicht die beiden geistigen Faktoren in unerwartet günstiger Weise, fragt sich VDS-Vorstandsmitglied Dr. Kurt Gawlitta, wünscht aber allen Lesern dieses Infobriefs, der natürlich nicht als Buch gewertet werden kann, schon mal vorsorglich viel Vergnügen und ein langes Leben.

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Freitag, 05. August 2016

VDS-Infobrief 321: Bußgeld für Fremdwörter

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Foto:Thorben Wengert  / pixelio.de

Die Regierung in Tadschikistan hat ein Gesetz erlassen, durch das Journalisten künftig für unklare Formulierungen bestraft werden können. Das meldet die Deutsche Presse Agentur. „In manchen Artikeln stehen bis zu zehn Wörter, die einfache Leser nicht kennen. Das ist ein grober Verstoß gegen die geltende Amtssprache", sagte Gawhar Scharifsoda vom Komitee für Sprache in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe. Eine Kommission werde ab sofort Zeitungen und Rundfunkmedien auf unver­ständ­liche Begriffe hin auswerten. Bei Verstößen drohe ein Bußgeld von bis zu 200 US-Dollar.

Die Amtssprachen in der früheren Sowjetrepublik sind Tadschikisch, das zum Persischen gehört, und Russisch. Das Nachrichten-Portal Meedia sieht in der Maßnahme ein Instrument, die Pressefreiheit in dem autoritär regierten Land weiter einzuschränken.

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Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

Wenn's ernst gemeint ist, muss es in der Muttersprache sein.

Rapper Smudo & Co. singen deutsche Texte
(derwesten.de 12.12.2014)