AG Christen
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Nachrichten der AG Christen für klares Deutsch
Februar 2012
Zaubergarten hatte mir rechtzeitig seinen Weihnachtsprospekt gesandt: „We care“ versprachen die mir und „Man kann auch Zaubergarten-Fan auf Facebook werden.“ Ist doch schön, nicht?
Der World Council of Churches, ein „worldwide fellowship“, beabsichtigt, ein “Stewardprogramm” durchzuführen. Vor den jeweiligen Tagungen durchlaufen die Stewards ein ökumenisches Ausbildungsprogramm, das sie mit den wichtigsten Themen vertraut macht. Informationen und Programm gibt es aber nur auf Englisch.
Was machen eigentlich Stewards in der „Church“? Sind sie nicht mehr „on board“ auf ihren Schiffen oder Fliegern?
„One week – No media!“ – das Projekt des Monats der „Kirche im Aufbruch“.
Warum nicht: „Eine Woche keine Glotze“? Darum ging’s doch! Im Untertitel wird auf deutsch geklärt: „Eine Woche keine Glotze, kein Handy, kein PC, kein Justin Timberlake, Amen!“ Und wer braucht die „Überschrift“?
Aber auch die Landeskirche spricht gerne das Global-Idiom: Hannover und Braunschweig operieren weiterhin mit ihren „best-practice-Seiten“. Von den zahlreichen „Newslettern“ ganz zu schweigen. Es gibt aber auch noch ein paar Gemeindeblätter und Gemeindebriefe.
Es geht auch anders:
„Kirche für Knirpse“ – zum 11. Mal findet der „Krabbelgottesdienst“ in der Buchholzer St. Johannis-Gemeinde statt.
„Gemeinsam – nicht einsam“ lautet das Thema des Kindergottesdienstes in der St. Nikodemus-Gemeinde in Handeloh.
Dezember 2011
Erinnern wir uns der Weihnachtsbotschaft aus Brüssel im vergangenen Jahr?
„Religious holidays may not be mentioned
at all to avoid any controversy“ –
Ich erwähne es trotzdem: seit dem 27. November ist Adventszeit, am 24. Dezember ist Heiliger Abend und am 31. Dezember ist der Tag des Hl. Silvester. „This will be mentioned every year!“
„It’s Christmas Time“ lautet der Titel, unter dem uns in diesen vorweihnachtlichen Tagen der Verlag Butzon & Bercker vier CDs anbietet: „Weihnachtsklassiker, die nie ihren Zauber verlieren, gesungen von Bing Crosby, Frank Sinatra, Nat „King“ Cole, Doris Day, Dean Martin, Mahalia Jackson, Louis Armstrong und vielen weiteren internationalen Stars.
(International? Ich kann da nur eine Nation erkennen ...)
„Jazz trifft Kirche“ – unter diesem Motto tritt die Gruppe Sacre Fleur am 3.12. in der St. Andreas-Kirche in Hollenstedt auf: Da wird „experimentell“ gemischt: Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch mit Eigenkompositionen. Die Stücke enthalten „klassische und Gospeleinflüsse gehüllt“ (laut „bim“ in den „Hollenstedter Nachrichten“). Ist offenbar einmalig, dieses Gehüllte.
Und noch ein „Treffer“ (oder doch „Treffen“?) – diesmal am 4.12. in Buchholz: „Swing & Gospel trifft auf Weihnachten“ – ein Benefizkonzert des Tostedt Community Gospel Choir mit Bigband. (In welcher Sprache da wohl gesungen wird: „Weihnachten“? Müsste es nicht „Meeting“ heißen und „X-Mas“ oder so ähnlich?)
September 2011
„Nun haben die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache (VDS) auch den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands Nikolaus Schneider ins Visier genommen“, schreibt Pro – das Christliche Medienmagazin am 28. August. Schneider kam aber nur auf Platz 3 bei der Vergabe des diesjährigen Preises für den Sprachpanscher des Jahres. Der Titel und der Preis gingen an René Obermann und seine Deutsche Telekom.
Dazu schreibt die Neue Osnabrücker Zeitung recht treffend: „...Offenbar will die Evangelische Kirche genauso klingen wie die Rosstäuscher der Reklame: Glaube als „Seelen-Wellness“. Und dann auch noch „LutherActivities“. Ausgerechnet. Luthers Aktivitäten zielten eigentlich darauf, das Evangelium verständlich zu machen. Nun verhunzt die EKD die eigene happy message.“ (s. auch unten: Nachrichten Juli)
Weg mit dem Vatertag lautet der „Zwischenruf“ eines Jörg Dammann im Nordheide-Wochenblatt, mit dem er in den Chor derer einstimmt, denen andere christliche Feiertage ein Dorn im Auge sind (s. auch Kommentare Juni)
Der Himmelfahrtstag sei ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn, so Dammann weiter und es folgt die bekannte Binse, dass jeder Feiertag das Bruttoinlandsprodukt um eine Milliarde Euro drücke.
Die gesetzlich festgelegte sonntägliche Arbeitsruhe ist auch einem Flohmarkt-Veranstalter in Winsen ein Dorn im Auge, der „Gleiches Recht für alle“ fordert. Naja, schließlich müssen Gastwirte und Pastoren auch sonntags arbeiten. Wenn wir auch den Sonntag dem „Markt“ überlassen könnten, wären wir bestimmt alle bald viel reicher, jedenfalls unser Finanzminister ...
Gesangsfreie Gottesdienste (wie der Motorradgottesdienst in Hollenstedt) tragen offenbar der Tatsache Rechnung, dass die Deutschen immer weniger singen können. Aber es kann ja stattdessen auch gewandert werden. Und zum Singen holen wir die Profis in die Kirchen:
In die Kreuzkirche nach Sprötze kommen am 8. September die Tenöre 4 You und in die St. Johanniskirche nach Buchholz am Tag darauf The 12 Sopranos („ssoppréness“ gesprochen). Es stehen auch ein paar deutsche Lieder auf dem Programm.
Nun wird auch in meinem Heimatort Handeloh getalkt. Ein Team in der St. Nikodemus-Gemeinde hat den Talk-Ort Kirche entdeckt. Das Team mit seinem Leiter („Leader“?) hat dazu einen Gast eingeladen. (Wahrscheinlich einen „special guest“, denn andere Gäste sind nicht genannt ...)
-jo-
Juli 2011
„Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“ (wie 2010) lautet das Motto der „Interkulturellen Woche 2011“ (Begegnung – Teilhabe – Integration), woran deutlich ist, dass sich Veranstaltungen in Deutschland, zu denen Teilnehmer verschiedener Nationalitäten und Religionen eingeladen werden, durchaus unter einem Motto in der Landessprache durchführen lassen. (Vielleicht gelingt es den Veranstaltern ja auch noch, ihr Good Practice ganz einfach wieder als das zu bezeichnen, was es in deutschen Landen seit Jahrhunderten ist: das gute Beispiel).
In den engeren Kreis der Kandidaten für den diesjährigen Preis des „Sprachpanschers“, den der VDS alljährlich im August für „grobe sprachliche Fehlleistungen“ verteilt, ist auch der Ratsvorsitzende der EKD Nikolaus Schneider geraten: Als „Oberaufseher“ trage er die Verantwortung für den Sprachgebrauch an der Basis, wenn dort offizielle Bezeichnungen wie ChurchNights, LutherActivities, Marriage Weeks und Worship Summer-partys erschienen.
„Loben wir Gott mit unserem Leben. Loben wir Gott in der Art und Weise, wie wir das ,Sommermärchen reloaded’ mit Leben füllen“, verkündete Schneider beim Eröffnungsgottesdienst der Frauenfußball-WM in Berlin in bester Luther-Tradition. (Das haben doch sicher alle verstanden: Reloaded!)
Im Rahmen der Reformationsdekade, erfahren wir bei <geistreich>, wird es am 31. Oktober 2011 bundesweit Flashmobs geben. Sie „starten“ gemeinsam um 15.17 Uhr. Als Local Player bin ich aufgefordert, selber einen „Flash-Mob“ (auch diese Schreibweise ist zulässig) zu organisieren. Am Reformationstag erhalte ich dann die Möglichkeit, über meine Flash-Mobs in Bild und Ton zu berichten. (<geistreich> ist eine Plattform zum Austausch kirchlichen Erfahrungswissens!)
Einmal mehr gerät ein christlicher Feiertag ins Visier eines Gutmenschen, der sich selbst als Agnostiker bezeichnet: Reinhard Moysich verkündet in DER SONNTAG, der Wochenzeitung für die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, dass der staatliche Feiertag „Christi Himmelfahrt“ verfassungs- und menschen-rechtswidrig“ sei und dazu einen „eklatanten Verstoß gegen die christliche Nächstenliebe“ darstelle. Moysich erklärt die Bevorzugung einer „kleinen Minderheit von Leuten in unserem Land, welche sich Christen nennen“, als „menschenrechtswidrig“.
Frage: Was sollen wir als nächstes in die Tonne treten? Pfingsten? Oder doch gleich Ostern?
Juni 2011
<Powerday 2011 – Get the move>
hieß das Motto eines “Jugendevents” in Weissach, der zu einer “einladenden christlichen Jugendarbeit” inspirieren wollte. Dazu gab es nicht nur Seminare, sondern auch „workshops“ und „Do-its“. Die „Eventsprache“ aber war Deutsch.
<Help the Oma>
Auf dem Kongress des Deutschen Fundraising-Verbands in Fulda wurde die Frankfurter Ehrenamtsinitiative „Help the Oma!“ als beste Kampagne ausgezeichnet, verkündet der EKD-Newsletter Nr. 388. Vielleicht wäre die Kampagne noch erfolgreicher gewesen, wenn man diesen peinlichen englischen Spruch durch ein schlichtes, allen verständliches deutsches Wort ersetzt hätte, das auch die die alten Männer mit eingeschlossen hätte.
Es geht auch anders:
<... Da läuft was!>
ist das Motto, unter dem zwei Staffeln der St. Johannis-Gemeinde in Buchholz/Nordheide am 26. Juni beim diesjährigen Stadtlauf antreten. „Bei uns in der Gemeinde läuft eben richtig was“, kommentiert Pastor Jürgen Stahlhut die Teilnahme „seiner“ Staffeln. „Wir wollen den eigenen Rhythmus finden und nicht Letzter werden“, ergänzt Gemeindemitglied Sven Brandstätter.
<Gemeinsam fiebern, freuen, feiern> lautet das Motto des EKD-Arbeitskreises Kirche und Sport zur bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft der Frauen in Berlin. Dagegen gibt sich der Deutsche Fußball-Bund „globalesisch“: <Sommermärchen reloaded> schien den Frankfurter Funtionären viel treffender. Das versuchte die „dunkelgrüne“ Heinrich Böll Stiftung noch zu übertreffen mit ihren <Gender Kicks 2011> und dem Spruch <Kick it like Bajramaj>.
<Zusammenhalten – Zukunft gewinnen> - (wie 2010) heißt das Motto der „Interkulturellen Woche 2011: Begegnung – Teilhabe – Integration“. Woran deutlich ist, dass sich Veranstaltungen in Deutschland, zu denen sich Teilnehmer verschiedener Nationalität, verschiedener Religionen und kultureller Prägung zusammenfinden, durchaus unter einem Motto in der Landessprache durchführen lassen.
April 2011
„Ich will eine neue deutsche Leitkultur diskutieren, die auf republikanischen statt auf religiösen Werten aufbaut, damit sie allen Mitgliedern unserer bunten Gesellschaft offensteht“, meint Christian Lindner, der Generalsekretär der FDP.
Was lernen wir daraus?
Keine Christen wählen, sondern Republikaner!
(Hatten wir das nicht schon mal?)
“Ain’t No Mountain High Enough” lautete das Motto des Gospel-Gottesdienstes in Ashausen. Muss man kennen, den Song. Konnte mir aber keiner übersetzen.
Zur Ankündigung eines „fade out nach Kreuz & mehr“ schreibt Klaus Huber, selbstbekennender Liebhaber von Wortspielen, mit freundlichen Grüßen an das Kath. Pfarramt in Achern: „Wären die Gottesdienste fade im wahrsten Sinne des Wortes, könnte man den Treff wahrlich so nennen, weil dann endlich das „Fade (deshalb Gottseidank!) aus“ ist. Ich hoffe, dass Sie vernünftige junge Leute nicht verlieren, wenn es statt „fade out“ nur noch einen „Ausklang“ gäbe.“
Die Evangelische Akademie der Nordelbischen Kirche veranstaltet die Summer School Energiewandel und wendet sich auch an Masterstudierende. Bei der inhaltlichen Bestimmung helfen einige unserer Universities bzw. Highschools mit ihren Competence Centers, wie die Leuphana Universität Lüneburg mit ihrem Centre for Sustainability Management. Wer mitmachen will, muss sich rechtzeitig mit einem Abstract zum Thema und einem Personal Record melden.
Da bleiben Fragen: Warum heißt die Akademie nicht Evangelic(al) Academy und der School-Titel nicht Energy Change?
Kirchenkreis Hittfeld neu bei „facebook“, verkündet der „Bewegungsmelder“, der/das Newsletter des KK: „Wir sind jetzt auch bei „facebook“, einem der neuen sozialen Netzwerke, zu finden und freuen uns auf einen regen und interessanten Austausch mit Ihnen – natürlich freuen wir uns über viele „Gefällt mir“-Klicks“.
Wozu man aber wissen sollte: Es handelt sich um ein so genanntes „social network“, das mit unserm Begriff „sozial“ so gut wie gar nichts zu tun hat. „Facebook“ ist ein „Plauderraum“. Wer wissen will, was „sozial“ bedeutet, der klicke das Hittfelder Projekt „SoS – soziale Sprechstunde“ an.
Dezember 2010
Das in mehr als 300 000 Exemplaren erschienene Jahrbuch („Diary“) der Europäischen Union für Schüler in England, das als ein beliebtes Weihnachts-geschenk auf der Insel gilt, enthält in seinem Kalendarium keine christlichen Feste mehr: Weihnachten und Ostern, die höchsten Feste von einigen Hundert Millionen Bürgern der Gemeinschaft, wurden gestrichen. Auf dem sonst freien Blatt des 25. Dezember prangt der Spruch „A true friend is someone who shares your concerns and will double your joy”.
Weiterhin enthalten im Diary sind jedoch moslemische, hinduistische und jüdische Feiertage. (s. auch Kommentar)
In manchen städtischen Kindergärten und Kindertagesstätten in NRW hat man Sankt Martin gekündigt, wie etwa in der Kita in Bochum. Zur Begründung hieß es von offizieller Seite, die Kindergärten wollten ihre religiöse Neutralität wahren. Man möchte Menschen anderer Glaubensrichtungen nicht vor den Kopf stoßen und sie nicht „mit diesem christlichen Sankt Martin verschrecken“. Man feiere stattdessen ein Laternenfest.
„Das Wort Gottes“ titeln die „Sprachnachrichten“, das Zentralorgen des Vereins Deutsche Sprache, in ihrer neusten Ausgabe. Rainer Pogarell kennzeichnet in seinem Aufsatz die Verknüpfung von Religion und Sprache und deren Entwicklung über zweitausend Jahre. Der Verfasser wirft die Frage auf, ob am Ende dieser Entwicklung „die Peinlichkeit“ stehe, dass sich kirchliche Institutionen bis hinab zur Basis dem Globalidiom unterwürfen, indem sie zunehmend auf die Verwendung der Muttersprache verzichteten.
In zahlreichen Konzerten, die Gospelchöre in der Weihnachtszeit veranstalteten, zelebrierten christliche Gemeinden die „Neue Fröhlichkeit“ der „X-mas-Days“: Da standen im Mittelpunkt nicht mehr das Krippenspiel, eine „Stille Nacht“ und ein gemeinsames Gebet, sondern Tanzen und Springen, Schunkeln und Händeklatschen und ein (vorsichtig ausgedrückt) möglichst kräftiger „Gesang“. Man muss nicht extra erwähnen, dass die dominierende Sprache dieser „Festivals“ nicht mehr die Muttersprache der Gemeindemitglieder war – man feierte schließlich unter dem Motto „O happy day“....
November 2010
„Am 31. Oktober ist Halloween. Aber nicht nur das. An dem Tag wird auch der Reformationstag gefeiert“ lesen wir mit leichtem Erstaunen auf der Netzseite von ChurchNight. Da hat sich offenbar jemand erinnert!
ChurchNight will als „Veranstaltungsnetzwerk“ den Reformationstag beleben und feiern.
ChurchNight (man beachte die ganz neue Rechtschreibung!) sei eine echte Alternative zu den Halloween-Partys, erfahren wir aus der Schwäbischen Post, eine „spannende Nacht in der Kirche“. Das „ChurchNight-Jahresthema 2010“ laute „Die Entdeckung deines Lebens“. Da sollen „junge Menschen bei ChurchNight eine Kirche erleben, die Spaß macht und begeistert“. In der Aalener Markuskirche sieht das so aus: „Nach einem bunten Vorprogramm (mit Slagline, Eurodance, etc.) werden zwei Bands, eine Theatergruppe und verschiedene Cocktails für Stimmung sorgen. Zudem wollen die Teilnehmer darüber nachdenken, was sie in ihrem Leben entdecken können und was Gott damit zu tun haben könnte. Im Anschluss folgt eine Filmnacht ...“
„Spannend“ und „spaßig“ – eine „echte“ Alternative und die Frage „Was Gott damit zu tun haben könnte“ – wie wahr.
Auf jeden Fall „rocken bei der ChurchNight 2010 jede Menge Bands“:
„Die Stadtkirche in Nagold wird für eine Nacht in eine Konzerthalle umgewandelt. Rocken mit Message! Yeah!“ lautet das Motto.
Beim Jugendwerk Öhringen „rockt am Reformationstag die Band Everyday Sunday aus den USA. Außerdem gibt es leckere Hamburger, Crepes und Cocktails und anschließend noch einen fetten Jugendgottesdienst“.
„Es gibt jede Menge coole ChurchNights“ und diverse Aktionen wie Nightclimbing, Abseilaktionen vom Kirchturm und fette Rockkonzerte. Im CN Shop gibt es „eine coole Karte zum Aufklappen, die den Bibeltext illustriert“, ferner Aufhänger und „GiveAways für eure ChurchNight“.
„Jesus the Ghostbuster“ – „eine Idee, die von Jugendlichen stammt und sich auf die Austreibung des Dämonen durch Jesus in der Bibel bezieht“ ist lt. Augsburger Allgemeine (29.10.) das Thema des Gottesdienstes am Reformationstag in Dasing. „Eine zeitgemäße, mutige und hippe Idee“, erfahren wir durch den Meringer Pfarrer Prof. Dr. Thomas Schwartz.
„Wir haben mit der Realität der Welt zu leben, wir sind keine Sonderwelt als Kirche“, meint dazu der Stätzlinger Dekan Walter Schmiedel.
Ja, die „Realität der Welt: offenbar braucht sie selbst am Reformationstag nicht einmal mehr die Sprache des Reformators.
„Halloween erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Jung und Alt“ – das war die Botschaft einer ganz großen deutschen Tageszeitung am vergangenen Wochenende – und heute lesen wir die Nachrichten aus der „schönen neuen Welt“, wo der Spaßkult in seiner modernen Form ja seinen Ursprung hat: „Die Halloween-Nacht hinterlässt in den USA ihre blutige Spur ...“
In Hamburg musste die Polizei in der „Geisternacht“ über 80mal eingreifen bei meist handgreiflichen Auseinandersetzungen mit „feiernden“ Anhängern des Kürbiskults und an zahllosen Stellen brannte es wieder einmal in der Hansestadt.
Aber es geht auch anders:
Beispielhaft feierte die Gemeinde der Lutherkirche in Konstanz den Reformationsabend mit einem Gottesdienst, in dem die neue Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal über Röm 3, 21-28 „Worauf kommt es an?“ predigte. Die junge Kirchenmusikstudentin Andrea Jäckle gab im Anschluss ein Orgelkonzert mit Choralbearbeitungen über verschiedene Luther-Texte. Den Abschluss der „Luthernacht statt Halloween“ bildete der Film von Dagmar Wittmers „Philipp Melanchthon – Reformator wider Willen“, der einen umfassenden, oft persönlichen Einblick in Melanchthons Leben gibt. In der Pause vor diesem Film gab es Gelegenheit zu Gesprächen bei Süßmost und Zopf. Der Eintritt war frei.
Oktober 2010
„Fundraising geht auch im Osten“, sagt der Fundraiser Walter Jungbauer. Daher gibt es jetzt auch den Mitteldeutschen Fundraisingtag, aber es hat da (also im Osten) „noch nicht zu einem durchschlagenden Eastraising geführt“. Das ist die neudeutsche Sprachform, und die Erklärung: Fundraisen ist natürlich etwas ganz anderes als Spenden. (Sonst hieße es ja weiterhin „spenden“). Es gehören „Wissen und Fertigkeiten“ dazu. So kann man „mit einem „Matching Fund“ die Motivation zum Spenden (also zum Fundraisen) deutlich erhöhen. Ein Spendenbrief, auch Mailing genannt, sollte aber eine sehr persönliche Angelegenheit sein“, meint der Fundraiser. (EKD Newsletter Nr.366/2010)
Superintendent Dirk Jäger (KK Hittfeld) ist der 100. „MyLife-Coach“. MyLife ist eine Initiative im Landkreis Harburg, die Jugendlichen bei ihrer Suche nach Ausbildungs- und Praktikumsstellen hilft. Klar, verrät ja schon der Name.
Am 29. Oktober geht’s los: In Hittfeld haben wir jetzt den AfterChurchClub (ganz neue Rechtschreibung, wie MyLife), undzwar im Jugendkeller. Gleich nach dem Jugendgottesdienst (um 18 Uhr) geht es los:. „Überraschungen sind garantiert, neue Perspektiven vorprogrammiert“, meint Marcus Zacharias. („after“ ist hier eine englische Präposition).
Es geht aber auch noch auf deutsch: „Ich lobe meinen Gott, der meinen Zorn versteht“ lautet das Motto des Gottesdienstes am Reformationstag in der Christuskirche in Fleestedt. (Der Bewegungsmelder Nr. 22/2010)
September 2010
Die neue Aktionszeitung der urdeutschen Aktion „Brot für die Welt“ nennt sich fair play for FAIR LIFE. Dazu empfiehlt sie das T-Shirt WASH united und das Tipp-kick-Spiel WASH united (Neue Kirche 10.07.10.)
Help the Oma - Mit diesem Spruch wirbt die Diakonie Frankfurt fürs Ehrenamt. Eine ganz coole Kampagne. Das hat sicher die Verkehrswacht in Bremerhaven beflügelt, ihr Schutz-Projekt für ältere Menschen (in Neudeutsch: Generation 60 plus bzw. die Sixtysomethings) mit Safety Granny (wörtlich „Sicherheit Großmutter!“) zu bezeichnen (8.8.10.).
Es geht auch anders: „Am Anfang steht das Fest“ lautet das Motto der ev.-luth. Gemeinde St. Marien in Winsen an der Luhe zum 50. Geburtstag ihrer Orgel im August.
„Komm ins Spiel!“ Mit diesem Wort lädt die Maria-Magdalenen-Gemeinde in Heidenau ein zum Gemeindefest.
August 2010
Eine AdventureNight veranstalten fünf badische Kirchen im Rahmen eines „Kirchen-Hoppings“ als aktuelles Prospekt der „Kirche im Aufbruch“. Da kann man in die Turmspitze einer Kirche klettern und sich im Kirchenschiff abseilen.
„Worship ist anders und sehr individuell“, meint Malte Surmeier aus Bielefeld zu einem Anbetungskonzert dreier Bands auf dem Ökumenischen Kirchentag, das er im Münchener „Backstage“ besuchte.
„Fußball-Feeling bei Gottesdienst“:
Kick it like Jesus ist das Thema eines Jugendgottesdienstes in der Pattenser St. Gertrudskirche (lt. NHW vom 5.6.2010)
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