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Lichtblicke 2011
Die angeführten Erfolge sind teilweise, aber nicht immer, auf Initiative von VDS-Mitgliedern zustandegekommen. Sie zeigen aber, wie sich das Bewußtsein zugunsten der deutschen Sprache ändert. Der Erfolgskalender wird von Stephanie Wichert (lichtblicke @ vds-ev.de) geführt.
Sander Consulting in Cuxhaven ruft in seinem Netzauftritt: „Schluss mit DENGLISCH!“
„Wörter wie claimen, canceln oder Implementierung haben NULL Wirkung auf Ihre Zuhörer! Kommen Sie zurück zur einfachen Sprache und entfernen Sie sich nicht weiter von Ihren Kunden! Lesen und beleben Sie unser Denglisch-Lexikon!“ Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich immer mehr kleine Unternehmen um die Sprache bemühen.
Dezember
- Die Hochschulrektorenkonferenz empfiehlt, Deutsch als Universitätssprache zu fördern und auch international zu etablieren. Die Rektoren hatten Ende November gefordert, in Forschung und Lehre nicht nur auf Englisch als „Lingua franca“ zu setzen.
- Vor dem Hintergrund sinkender Zahlen von Deutschschülern in Europa hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) mehr Einsatz verlangt, um Deutsch als Fremdsprache stärker als bisher zu verankern. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte er: „Wir sollten die Anstrengungen zur Pflege unsere Sprache deutlich steigern“.
- Die Stadt Schwabach hat aus ihrem Netzauftritt fast alle Anglizismen entfernt und auch sonst bemüht sich die Stadt um klares und verständliches Deutsch. So heißt z.B. bei den Stadtwerken der „Smart Meter“ „Sparzähler“, der Ökostrom nicht mehr „Hydropower“ sondern „Schwabach Natur“ und das ehemalige Schwabacher „City-Parkhaus“ heißt nun „Tiefgarage Altstadt-Mitte“.
- Nachdem ein VDS-Mitglied die Firma KeproSAN aus St. Katharinen auf die unnötigen Anglizismen in ihrem Werbeblatt aufmerksam gemacht hat, hat die Firma diese prompt durch deutsche Wörter ersetzt.
November
- Mit einer interdisziplinären Konferenz Deutsch in den Wissenschaften Anfang November wollen der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), das Goethe-Institut und das Institut für Deutsche Sprache (IDS) Impulse zu einer Stärkung von Deutsch als Wissenschaftssprache setzen.
- Der Petitionsausschuss des Bundestags beschäftigte sich am 7.11. mit der Frage, ob die deutsche Sprache als Landessprache im Grundgesetz festgeschrieben werden soll oder nicht. So plädierten der Verein Deutsche Sprache (VDS) und der Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) dafür, dass die deutsche Sprache als Landessprache im Grundgesetz festgeschrieben wird. Damit werde nicht nur die Funktion der deutschen Sprache als das "wichtigste Verständigungsmittel anerkannt, sondern auch ihre besonderen Aufgaben innerhalb unserer Gemeinschaft" - etwa als "Gerüst für bestimmte kulturelle Ausdrucksformen", heißt es in der Petition.
- Die Session der Karnevalisten beginnt im November dieses Jahres unter dem Motto „Jedem Jeck sing Pappnas“. Statt heftig kritisierter Ausflüge ins Denglisch, zum Beispiel mit „Köln hat was zu beaten“ in der Session 2010/2011, ist das Motto nun wieder „ein rein Kölsches, ein echt kölsches Motto“, so das Festkomitee des Kölner Karneval.
- Die deutsche Musikgruppe „Madsen“, die hierzulande für mitreißende Auftritte und klare Texte mit Witz und Tiefgang bekannt ist, sind in Amerika als Botschafter der deutschen Sprache unterwegs. Ursula Dinter vom Goethe-Institut in San Francisco: „Wir wollten eine Gruppe, die Kontakt zu Jugendlichen aufnimmt, keine Starallüren hat und ein positives, authentisches Deutschlandbild rüberbringt. Wir müssen die deutsche Sprache in den USA wieder mehr ins Visier rücken, aufgrund der starken Konkurrenz von Spanisch und Mandarin-Chinesisch und einer Bildungspolitik, die vollkommen fremdsprachenunfreundlich ist“.
- Die dänische Regierung wird den Internetauftritt der EU-Ratspräsidentschaft (www.eu2012.dk) ab dem 1.1.2012 in den Sprachen Dänisch, Englisch, Französisch und Deutsch anbieten. Damit erscheint der vierte aufeinanderfolgende Internetauftritt der EU-Ratspräsidentschaften auch in deutscher Sprache. (Belgien, Ungarn, Polen und Dänemark). Für den VDS ist dies ein wichtiger Schritt dahin, dem Deutschen als größter Muttersprache der EU zu mehr Geltung zu verhelfen.
- Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat in ihrer Presseinformation „Fünf Gründe gegen das Modewort Burn out“ klargestellt, dass es sich bei dem Modewort „Burn out“ um bestimmte Formen der bereits seit vielen Jahren unter dem deutschen Wort bekannten Erkrankungsform „Depression“ handelt. Die negative Behaftung dieses Wortes habe jedoch zu der Verbreitung des Wortes „Burn out“ geführt.
Oktober
- Der Vizepräsident des Bundestages, Eduard Oswald (CSU), kritisierte am Tag der Deutschen Einheit die zunehmenden Anglizismen in unserer Sprache: „Lasst uns wieder Ereignis statt Event sagen. Stellungnahme statt Statement. Hausmeister statt Facility-Manager“.
- Die Firma May & Edlich aus Leipzig warb bis vor Kurzem für Oberhemden und Pullis in ihren Verkaufsblättern mit der Überschrift Buy one - get one free. Nachdem ein VDS-Mitglied der Firma eine kritische Nachricht geschrieben hatte, stand in der nächsten Ausgabe Eins kaufen - eins gratis.
- Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim möchte Fachchinesisch, Bürokratendeutsch, Lehnwörter aus dem Englischen und Schachtelsätze aus den Texten der Universität verbannen. Ein spezielles Programm analysiert dabei die Verständlichkeit der Texte und weist auf Verständlichkeits-Hürden hin. Das Klartext-Projekt läuft zunächst bis Mitte 2012.
- In der neuen Werbekampagne „Sag's auf Deutsch“ von RTL rufen Prominente mit Migrationshintergrund wie Wladimir Klitschko, Nazan Eckes oder Kaya Yanar zum Lernen der deutschen Sprache auf.
- Die Zahl deutschsprachiger Auslandsmedien nimmt laut der „Internationalen Medienhilfe“ zu. Es entstehen vor allem neue Zeitungen in Touristenregionen und Magazine für Geschäftsleute. Einige der bereits bestehenden Medien vermelden außerdem steigende Auflagen.
- Peter Noll, Vorsitzender Richter der 5. Strafkammer am Münchner Landgericht, bemüht sich bei komplexen Inhalten seiner Prozesse darum, eine klare Sprache zu verwenden, damit jeder im Saal versteht, worum es geht. Besonders die Anglizismen in der Sprache der Manager sind dem Richter ein Dorn im Auge. Englische Schriftstücke verliest er aus Prinzip nicht in seinen Prozessen. Die Gerichtssprache sei nun einmal Deutsch.
- Sänger Tim Bendzko plädiert dafür, dass Deutschland beim kommenden „Eurovision Song Contest“ mit einem deutschsprachigen Lied vertreten wird. Die Wahl eines englischen Titels („Taken by a Stranger“) beim letzten Mal habe er nicht verstanden.
- Die Goethe-Institute in den südeuropäischen Krisenländern und in Osteuropa registrierten ein sprunghaft gestiegenes Interesse von jungen Menschen, Deutsch zu lernen. Die stärksten Zuwächse gibt es in den Goethe-Instituten in Madrid und Barcelona mit bis zu 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aber auch in Irland und Ungarn stiegen die Schülerzahlen um 10 und 30 Prozent. In Griechenland wählte jeder zweite Gymnasiast Deutsch als zweite Fremdsprache, vor zehn Jahren war es nur jeder fünfte.
- Aufgrund des freundlichen Hinweises eines VDS-Mitglieds steht an einem Düsseldorfer Bürokomplex nun nicht mehr Global Gate – offices to let – be part of success sondern Das Tor zur Welt - Büroräume zu vermieten.
September
- Das Organigramm der Generaldirektion im Wissenschaftlichen Dienst ist seit dem 1.9. auch auf Deutsch im Internet verfügbar. Dabei wurde besonders darauf geachtet, dass nicht nur Anglizismen sondern auch sehr technokratische Begriffe in „normales“ Deutsch übersetzt wurden.
- Ab dem 18. September werden die Gutenachtgeschichten der Kinderradiosendung „Betthupferl“ des Bayerischen Rundfunks (BR) jeden Sonntag in einem der großen bayerischen Dialekte ausgestrahlt.
- Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Bergheim, Hermann-Josef Falterbaum (SPD) hat den Rat der Stadt Bergheim aufgefordert, zukünftig bewusster mit der deutschen Sprache umzugehen, um eine Vorbildfunktion zu erfüllen. Ausschüsse, Gremien und Verwaltung sollen per Beschluss dazu angehalten werden, Schriftverkehr, Vorträge und Diskussionen in der Amtssprache Deutsch zu halten, um das „Bewusstsein für die deutsche Gegenwartssprache zu vertiefen“.
- Als erste parlamentarische Initiative Niedersachsens ist die große Anfrage von CDU und FDP „Neddersassen snackt plattdüütsch“ nur in plattdeutscher Sprache in den Landtag eingebracht worden.
- „Plattdeutsch ist häufig immer noch Alltagssprache und damit Ausdruck eines Lebensgefühls“, erklärte die CDU-Politikerin und Vizepräsidentin des Landtages, Astrid Vockert.
- Der Verein Deutsche Sprache hat jetzt eine Sektion in Dänemark gegründet. Bei einem Treffen in Kongens Lyngby wurden zwei Sprecherinnen gewählt, die als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen: Dr. Anne-Marie Fischer-Rasmussen (ama@erome.dk) und Jutta Tamasauskas (jutta@mail-at.dk).
- Der Deutsche Lehrerverband (DL) hat die Kultusminister der 16 deutschen Länder anlässlich des Tages der deutschen Sprache vom 10. September 2011 aufgefordert, den Deutschunterricht zu stärken und zurückliegende gravierende Mängel in der schulischen Behandlung der deutschen Sprache abzubauen.
August
- Am Hauptbahnhof in Bonn wird es keine englischsprachigen Zugansagen geben. Laut Bahnchef Grube würden lediglich an Bahnhöfen mit mehr als 100.000 Reisenden am Tag und an Flughafenbahnhöfen mit mehr als 10.000 Fahrgästen die Züge auch in englischer Sprache angesagt. Dazu zählen Köln, Essen oder Düsseldorf.
- Friedhelm Kutz vom Stadtmarketing Krefeld begrüßt den angekündigten Stand des VDS auf der „Summer Street“ in Krefeld, bei dem über den englischen Begriff der Veranstaltung diskutiert werden soll. „Wenn es eine Mehrheit für einen guten deutschsprachigen Begriff gibt, wären wir die Letzten, die sich sperren.“
- Bei der „Frage des Tages“ in der Rheinischen Post hatten 73 Prozent der Leser für einen deutschen Namen gestimmt.
- Das Grundschulenglisch in Klasse eins und zwei wird in Baden-Württemberg zugunsten von Deutsch und Mathematik voraussichtlich wieder abgeschafft. Das kündigte Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) an. Viele weiterführende Schulen sagten, dass der Fremdsprachenunterricht in der Grundschule nur wenige positive oder sogar negative Auswirkungen auf das Sprachverständnis habe.
- Der sehr nüchtern und technisch klingende Name des Projekts „Mannheim 21“ wird künftig in „Glückstein-Quartier“ (nach dem Mannheimer Mundartdichter Hanns Glückstein) geändert. Laut Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz wurden Anglizismen ebenso wie Kunstwörter bei der Namensfindung ausgeschlossen.
- Das deutsche Kleiderhaus „Peek & Cloppenburg“ feierte in Wien mit vielen prominenten Gästen die Eröffnung eines „Weltstadthauses“ auf der Kärntner Straße. Wörter wie „Opening“ oder „Flagshipstore“ wurden bewusst vermieden.
- Auf einem Zeltplatz im Schwarzwald wird nicht „Coffee to go“ sondern „Kaffee au übo d`Schtroß“ („Kaffee auch über die Straße“) angeboten.
- Das Faltblatt zum „2. Mainzer Forum Binnenschifffahrt“ wurde aufgrund einer kritischen Nachricht eines VDS-Mitglieds noch einmal auf überflüssige Anglizismen durchgesehen: „Get-Together“ und „Networking“ wurden ersetzt durch „Gemütliches Beisammensein“ und „Kontaktpflege“, „Keynote“ heißt nun „Grußwort“.
Juli
- Für das zweite Halbjahr 2011 hat Polen die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Der Netzauftritt ist auf Polnisch, Englisch, Französisch und Deutsch abrufbar: pl2011.eu/de
- In Deutschland können sich die Käufer eines VW Beetle auch den Spitznamen auf das Heck kleben lassen: So wird aus dem Beetle in Deutschland per Typenbezeichnung am Heck der Käfer, wenn man das wünscht.
- Die Gemeinderatsfraktion der Karlsruher CDU will die Sprachförderung an Vor- und Grundschulen ausbauen und vor allem deutsche Kinder hierbei stärker mit einbinden.
Juni
- Der SPD-Abgeordnete Torsten Hilse und weitere 11 Abgeordnete bringen den Gruppenantrag, die deutsche Sprache als Kulturgut zu pflegen und zu fördern, ins Landesparlament ein.
- Die Abgeordneten des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages haben die Abstimmung über 40 EU-Drucksachen abgelehnt, da alle Vorlagen in englischer Sprache verfasst waren. Die Benachteiligung der deutschen Sprache gegenüber anderen Amtssprachen der EU sei laut Ausschuss-Chef Ernst Hinsken (CSU) nicht weiter hinnehmbar. Künftig soll es eine Beratung dieser Dokumente erst geben, wenn die EU-Kommission ihre Vorlagen in deutscher Sprache zur Verfügung stellt.
- Ein VDS-Mitglied hat den englischen Namen „Summer Street“ für das Krefelder Straßenfest bemängelt. Nach ersten Gesprächen mit den Organisatoren des Festes ist sie hoffnungsvoll, dass künftig ein deutschsprachiger Titel gewählt wird. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Krefelder Bürgervereine (AKB), Hans Jürgen Herzog, hat sich ebenfalls gegen den Namen „Summer Street“ ausgesprochen.
- Beim Kreisverbandstag des Bundes der Vertriebenen haben die Mitglieder beschlossen, die deutsche Muttersprache zu erhalten und zu stärken. Der übermäßige Gebrauch der englischen Sprache in Deutschland soll zurückgedrängt und die deutsche Sprache im Grundgesetz verankert werden.
- Guido Westerwelle möchte die deutsche Sprache im Ausland fördern und setzt sich für die Kampagne „Deutsch – Sprache der Ideen“ ein. „Ich gebe nicht als Außenminister 300 Millionen Euro pro Jahr zur Förderung der deutschen Sprache aus, um anschließend in Deutschland selbst auf die deutsche Sprache zu verzichten.“
- Ein VDS-Mitglied hatte bei der Zeitschrift „Kinderland“ angeregt, den englischen Begriff „Editorial“ durch „Vorwort zum Geleit von...“ zu ersetzen. Prompt wurde dieser Vorschlag in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift berücksichtigt.
Mai
- Die Bamberger Lyrikerin Nora Gomringer erhält den Jakob-Grimm-Preis Deutsche Sprache 2011 für ihre Bemühung, einer neuen Form des Dichtens, dem sogenannten „Poetry Slam“, in Deutschland zur Popularität zu verhelfen. Die Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache sucht nun noch nach einer treffenden deutschen Übersetzung für diese neue Form des Dichtens.
- Der Initiativpreis Deutsche Sprache geht 2011 an den Siegener Philosophen Professor Dr. Dieter Schönecker für seine Verdienste um die Wissenschaftssprache Deutsch. Professor Schönecker gründete 2006 das „Zentrum für Kommentarische Interpretationen zu Kant / ZetKIK“ an der Universität Siegen. Es widmet sich der Analyse von Themen und Texten der Philosophie Kants. Die Studien des Zentrums werden in deutscher Sprache abgefasst, seine Tagungen und Kurse werden auf Deutsch abgehalten, was in der Forschung über die Klassische Deutsche Philosophie keine Selbstverständlichkeit (mehr) ist.
- Für ihre Kampagne „Raus mit der Sprache. Rein ins Leben.“ wird die Deutschlandstiftung Integration mit dem Institutionenpreis Deutsche Sprache 2011 ausgezeichnet.
- Im Juni 2008 forderten Redakteure des Radiosenders „1LIVE“ ihre Zuhörer dazu auf, eine passende deutsche Übersetzung für das Wort „Public Viewing“ zu finden. Das von ihnen gewählte Wort „Rudelgucken“ schaffte es nun sogar, in den Duden aufgenommen zu werden.
- VDS-Mitglied Geert Teunis hat nicht nur seine Aktien, sondern auch die deutsche Sprachgemeinschaft bei den Jahreshauptversammlungen von Volkswagen (3.5.) und der Deutschen Bank (26.5.) vertreten. Der Beifall der Aktionäre und die Antworten der Unternehmensvorstände zeigen: VDS-Sprachkritik wirkt genau da, wo die Entscheidungen gefällt werden.
- Das Eissport-Zentrum in Stuttgart bekommt zur Neueröffnung auch einen neuen Namen. Die Entscheidungsträger entschieden sich dabei gegen englische Vorschläge wie „Hall of Ice“, „Frozen Fun“ oder „Coolinarium“ und wählten stattdessen den Namen „Eiswelt Stuttgart“.
- Ein VDS-Mitglied hatte den Ausdruck „body bag“ in einem Prospekt der Firma „Ihr Platz“ kritisiert. Nun sucht die Firma nach einer treffenden deutschen Bezeichnung.
April
- Die Reform des Auslandssenders „Deutsche Welle“ mit der Kernaufgabe „Förderung der deutschen Sprache“ wird nun auch durch den Bundestag mehrheitlich begrüßt und unterstützt. Der Sender als Anstalt des öffentlichen Rechts unterliegt der Aufsicht der Bundesregierung, die gemeinsam mit dem Bundestag im Beteiligungsverfahren zur Planung des Senders Stellung bezieht.
- Sänger Hartmut Engler der Musikgruppe „Pur“ versucht nach Möglichkeit, auf Anglizismen zu verzichten. Deswegen heißt die Jubiläumstour auch „Akustisch“ und nicht „unplugged“.
- Im Spreewaldkrimi vom 28. März (ZDF) sprach Uwe Kockisch von einem „Klapprechner“ und nicht von einem „Laptop“.
März
- Bei der Überarbeitung des Netzauftritts der Stadt Meiningen (www.meiningen.de) wurde neben der Barrierefreiheit zusätzlich darauf geachtet, dass Abkürzungen ebenso wie Anglizismen weitgehend vermieden werden.
- Das Kölner Karnevalsmotto 2011 hieß „Köln hat was zu beaten“. Die Mischung aus Deutsch und Englisch löste goßen Protest nach der Bekanntgabe aus. Nun gibt es für 2011/2012 wieder ein „echt Kölsches“ Motto: „Jedem Jeck sing Pappnas“.
- Nachdem ein Mitglied des VDS ein Fitness-Studio mehrmals auf die vielen Rechtschreibfehler in deren Werbeanzeigen und der damit verbundenen negativen Vorbildfunktion aufmerksam gemacht hatte, wurden diese schließlich zum größten Teil verbessert.
- Die Humboldt-Universität in Berlin hat sich als Elite-Universität beworben. HU-Präsident Jan-Hendrik Olbertz betonte, dass in ihren Anträgen auf den Elite-Status auf modische Anglizismen verzichtet worden sei. Stattdessen habe man sich auf den Gründungsanspruch „Bildung durch Wissenschaft“ besonnen.
- Die Telekom-Tochter „Strato“ hat bei der Überarbeitung des Markenauftritts viele Anglizismen gestrichen. So wurden z.B. einige verwirrende Tarife wie „EasyWeb“ und „MultiWeb“ unter der treffenden Bezeichnungen „Homepage-Baukasten“ als „Private Homepage“, „Firmen Homepage“ und „Multimedia Homepage“ zusammengefasst.
Februar
- Siemens-Vorstandschef Peter Löscher hat auf der diesjährigen Hauptversammlung des Unternehmens angekündigt, in Veröffentlichungen weniger Anglizismen zu verwenden. Im Geschäftsbericht 2010 wurden bereits „cross-sector businesses“ durch „sektorübergreifende Geschäfte“ und „commercial papers“ durch „kurzfristige Schuldverschreibungen“ ersetzt.
- In der Netz-Branche ist es in Mode gekommen, für jegliche Art der Kommunikation mittels Viedoinhalten das Wort „Bewegtbildkommunikation“ statt „moving image“ zu benutzen.
- Die Firma Opel wirbt in einem schwedischen Werbefilm mit dem deutschen Spruch „Wir leben Autos“.
Januar 2011
- Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung förderte ein Elektroauto-Projekt, das den englischen Namen „BeMobilitiy“ trug. Nachdem ein VDS-Mitglied die englische Bezeichnung beanstandet hatte, wurde das Projekt in „BerlinElektroMobil“ umbenannt.
- Nach der neuen Frequenzenvergabe für Privatradios durch die französische Medienbehörde wird es in Straßburg bald wieder deutsche Töne im Radio zu hören geben. Die privaten Sender Radio Liberté (91,5 MHz) und Radio Dreyeckland (103,6 MHz) haben neben deutschen Schlagern und volkstümlicher Musik auch Oldies und Chansons im Programm. Bei Radio Liberté sollen außerdem einige Programmteile auch auf Deutsch moderiert werden.
- In den meisten Redaktionen des DW-Fernsehens wird beim Vorlesen einer Internetadresse das Wort „Schrägstrich“ anstatt des sonst üblichen Wortes „Slash“ verwendet.
- Die Stade Tourismus GmbH hat aufgrund des Hinweises eines VDS-Mitglieds das englische Wort „Flyer“ durch das deutsche Wort „Faltblatt“ auf ihren Netzseiten ersetzt.
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Klares Deutsch in der Politik