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Lichtblicke 2004
Die angeführten Erfolge sind teilweise, aber nicht immer, auf Initiative von VDS-Mitgliedern zustandegekommen. Sie zeigen aber, wie sich das Bewußtsein zugunsten der deutschen Sprache ändert. Der Erfolgskalender wird von Eva Kieselbach geführt.
Dezember
- Das Finanzamt Starnberg spielt in der Telefon-Warteschleife auf Anregung eines VDS-Mitglieds Musik mit deutschen statt mit englischen Texten.
- Der Beschwerdeausschuß der Stadt Köln empfiehlt der Verwaltung, in Zukunft alle Verträge mit ausländischen Partnern – soweit sinnvoll und möglich - in deutscher Sprache abzufassen.
- Die Firma Glasgalerie Köln ändert den Produktnamen Das "Kölner Dom"-Paperweight für ein Werbemittel des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln in ein verständliches Der "Kölner Dom"-Briefbeschwerer.
- Das Gesundheitsministerium will im Entwurf des Präventionsgesetzes den Anglizismus Setting vermeiden, es ist stattdessen von Lebenswelten die Rede.
- Die großen Bausteine der Firma Lego heißen wieder Duplo, nachdem sie zwischenzeitlich in Explorer umbenannt waren.
November
- Die Braunschweiger Zeitung bezeichnet die Schaltzentrale der Redaktion nicht mehr als newsdesk, sondern nach Protesten als Nachrichtentisch.
- Der indische Kinofilm "Sometimes happy, sometimes sad" läuft am 19.11. um 20.15 Uhr in RTL 2 unter dem deutschen Titel "In guten wie in schweren Tagen”.
- Die Telefonzentrale der WestLB in Paris berät ihre Kunden ab sofort auch in deutscher Sprache.
- Der Europäische Senioren-Leichtathletik-Verband (EVAA) wird ab sofort in Veröffentlichungen, Schriftverkehr und Ansprachen die deutsche Sprache als zweite Sprache neben Englisch verwenden. An dritter Stelle folgt die jeweilige Landessprache.
Oktober
- Die Aktion der Nürnberger Senioren-Initiative "Nein zu Denglisch" wird von 46 prominenten Förderern unterstützt (u.a. Familienministerin Schmidt, Minister a.D., MdB, MdL, Oberbürgermeister, Chefredakteure).
- Das Theater "Traumfabrik" in Regensburg nennt den Flyer jetzt Handzettel und ändert folgende Ausdrücke: Bühnenshow – Bühnenspektakel, Highlights – Höhepunkte, Best of – das Kult-Ereignis, neue Highlights – neue Glanzlichter, mitreißender Trommel-Sound – Trommel-Wirbel.
- Der Tischtennisverband Niedersachsen verpflichtet sich, keine Anglizismen zu verwenden.
- Die Firma Bauhaus (Heimwerkermärkte) verzichtet auf den Zusatz The Home Store zugunsten von Wenn's gut werden muss.
- Das französische Außenministerium beschließt, daß die eigenen Diplomaten künftig die deutsche Sprache beherrschen müssen. Im deutschen Auswärtigen Amt ist Französisch bereits Pflicht.
- Der 14tägig erscheinende Europa-Newsletter der Europäischen Kommission erscheint ab sofort nicht nur in englischer und französischer, sondern auch in deutscher Sprache.
- Die Betreibergesellschaft für die Großschanze Kingenthal im Sachsen ändert während der Planung den Namen Fly & Fun GmbH in Vogtland Arena Vermarktungs GmbH.
- Der neugegründete Lindenblatt Media Verlag in Künzell (Hessen) erklärt, bei der Ansprache der Leser und Kunden auf Anglizismen zu verzichten.
- Folgende Behörden geben Erklärungen bzw. Erlasse heraus, in amtlichen Verlautbarungen auf Anglizismen zu verzichten: der Oberbürgermeister von Landshut, der Oberbürgermeister von Flensburg, der Bürgermeister von Lübeck, der Landrat des Kreises Nordfriesland, die Kreisverwaltung Ostholstein, der Landrat des Landkreises Harburg, die Kreisverwaltung Eutin, der Leiter des Finanzamtes in Eutin und die Kreisverwaltung Plön.
September
- Die Immobilienfirma "Steinzeit – Zeit für Immobilien" in Paderborn verzichtet auf Sprachmischmasch und wird dafür von der VDS-Region 33 mit einer Urkunde geehrt.
- Die neue Zeitschrift aus der GEO-Reihe (Verlag Gruner + Jahr) wird im GEO Intern mit dem Arbeitstitel GEO basics angekündigt, ist aber auf der Internetseite als GEO Kompakt zu bestellen.
- Die Deutsche Post benennt das Produkt freeway (Briefmarke für Päckchen) allgemeinverständlich in Paketmarke um.
- Weitere Firmen ändern ihre Werbesprüche:
Deutsche Bank: Leading to results / Leistung aus Leidenschaft
Elektrofachhändler-Kooperation: So what? Red Zac / jetzt in der Red-Zac-Sprechblase: Endlich einer, der mich versteht
Intersport: I feel good / Servus die Wadln,
Esso: We are drivers too / Esso weckt die Kraft, die im Motor steckt und Herausforderung Energie: Packen wir's an
Audi: Driven by Instinct / Vorsprung durch Technik (für den Audi TT: Pur und faszinierend)
Mitsubishi: Drive alive / In einer Sekunde von Null auf Lächeln - Der Feuerwehrchef in Bautzen benennt nach Einspruch den Tower-Lauf im Rahmen eines Stadtfestes in Turmlauf um.
- Die Firma Münch-Bräu in Eibau/Sachsen erhält von den Bautzener Sprachrettern das Zertifikat "Wir sprechen die Sprache unserer Kunden". Die Geschäftsführerin trennte sich von einem leitenden Mitarbeiter, der mit den Produktbezeichnungen smash yellow und smash black für Umsatzeinbrüche sorgte. Mit der Umbenennung in Eibauer Radler und Eibauer Schwarzer Diesel verbesserte sich die Bilanz deutlich.
- Folgende Landesämter weisen in Amtlichen Mitteilungen auf den Tag der Deutschen Sprache hin und fordern die Schulen zum Mitmachen auf: Das Bayerische Staatsministerium (Lehrer-Info), das Niedersächsische Kultusministerium (Schulverwaltungsblatt), das Sächsisches Staatsministerium für Kultus (Sächsischer Bildungsserver).
- Die Deutsche Briefmarken-Zeitung, der Briefmarkenspiegel und die Michel-Rundschau berichten über den VDS-Sonderstempel und den Tag der deutschen Sprache.
- Die Zeitschrift des Energieanbieters RWE hatte bisher den Titel Easy Living und heißt jetzt RWE-Magazin.
August
- Der Landrat des Kreises Steinburg in Schleswig-Holstein weist seine Mitarbeiter an, Verenglischungen zu vermeiden.
- Die CDU Saarbrücken begann den Wahlkampf mit dem Spruch Best of Politik, verwendet aber bei den nächsten Plakaten ausschließlich Botschaften in deutscher Sprache.
- Der Fernsehsender Sat.1 ändert erneut sein Motto zu Sat.1 zeigt's allen! und nennt die konzerneigene Werbeagentur nicht mehr Seven Senses, sondern ProSiebenSat.1 Produktion.
- Der neue Werbespruch der Lufthansa heißt Alles für diesen Moment und wird in die jeweiligen Landessprachen übersetzt. Das interne Wertsteigerungsprogramm D-Check wird als Aktionsplan weitergeführt.
- Weitere Firmen ändern ihre bisherigen Werbesprüche:
Die Parfümeriekette Douglas: Come in and find out / Macht das Leben schöner
Der Siemens-Konzern: Be inspired / Die Zukunft zieht ein
Der Energiekonzern RWE: One Group. Multi Utilities – Einer muß da sein und Alles aus einer Hand - Der Autokonzern DaimlerChrysler nennt seinen Einsparungsplan Pakt für Beschäftigung.
Juli
- Bei der Bayerischen Staatskanzlei gibt es statt der One Stepp Agency nun die Einheitliche erste Anlaufstelle.
- In der Zeitschrift "Monumente" (Deutsche Stiftung Denkmalschutz) wird nach Protesten auf das Wort Editorial verzichtet. Das Vorwort hat ab sofort den Titel Ein Wort voraus.
- Solifer, eine sächsische Firma für Sonnenenergie, verwendet bewußt keine Anglizismen, sondern z.B. Sonnenwärme (nicht Solarthermie) und statt Low-Flow-Prinzip das verständlichere Trägflußprinzip.
- In der "Welt am Sonntag" aus dem Springer-Verlag erschien die Fernsehübersicht unter der Bezeichnung Morgen – Mittag – Prime Time. Nach wochenlangen Protesten erscheint die Seite jetzt ohne Überschrift.
- Die Fachzeitschrift "Forstmaschinen-Profi" prangert unter der Überschrift "Die Titel-Trottel bei Toll Collect" die denglischen Titel der Geschäftsleitung an, z. B. Chief Exekutive Officer, Chief Quality Officer, Chief Financial Officer, Chief Procurement Officer, Chief Logistic Officer, Chief Information Officer. Einen Monat später standen auf der Toll-Collect-Internetseite nur noch deutsche Titel.
- Die Fachzeitschrift "Allgemeines Stat. Archiv" entfernt den Hinweis Artikel vorzugsweise in Englisch aus den "Mitteilungen für Autoren".
- Der Vorstand des KKV-Bundesverbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung beschließt, sich mit Anglizismen zurückzuhalten und deutsche Begriffe zu verwenden.
Juni
- Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ändert nach Protest innerhalb von 24 Stunden den Begriff Voting auf der Internetseite in FAZ.net fragt.
- Der Wirt des Kolpinghauses in Regensburg ändert die Aufschrift seines Kleinbusses von Party Service und Catering in Feiern wir bei dir oder bei mir? mit der Abbildung der lachenden Geschäftsführerin.
- Die Firma IVU (Transport und Verkehr) verzichtet auf der Internetseite auf Anglizismen (statt Homepage heißt es z.B. Unternehmensseite).
- Der bayerische Landtag beschließt auf Antrag der CSU, künftig bei staatlichen Mitteilungen, Vorschriften und Schreiben auf fremdsprachliche Begriffe zu verzichten.
Mai
- Der Kommunalverband Ruhr und die Stadt Essen riefen bisher mit Think Big zur Förderung der Region auf. Jetzt heißt es Entdecken, Erleben, Bewegen.
- Die EnBW Stromversorgung in Baden-Württemberg nennt ihre Rubrik Feedback wieder Leserforum.
- Die ARD begrüßte am 1.5. die neuen EU-Mitglieder mit dem Spruch Welcome, New Europe und änderte dies nach einem Protest am gleichen Tag in Willkommen, Neues Europa.
- Der Bremer Bildungssenator Lemke wird in Zukunft jegliche Schirmherrschaft vermeiden, wenn die Bezeichnung der Aktion einen Angloamerikanismus wie z.B. Girls' Day enthält.
- Der Radiosender Deutschlandfunk verwendet nicht mehr das Wort Hotline, sondern nennt diese Einrichtung jetzt Hörertelefon.
- Der Mobilfunkbetreiber Arcor ändert den Werbespruch The Telephone People in Hier bin ich richtig.
- Das Textilunternehmen C&A ändert seinen Werbespruch Fashion for Living in Preise gut, alles gut.
April
- Der Verlag Commerce Logistics Center ändert seinen Namen in Südost Verlagsservice.
- Das Damenmodegeschäft für große Größen Big & Chic in Kassel wird umbenannt in Mehr Mode.
- Aus First Responder Group wird Schnelle Eingreiftruppe (Deutsches Rotes Kreuz, Emmendingen, Baden-Württemberg).
- Das geplante Wissenschaftszentrum Köln erhält statt des ursprünglich vorgesehenen Cologne Science Center den Namen Odysseum Köln.
- Die Zeitschrift "Jagdmarkt" verzichtet auf die Ausdrücke Download, Newsletter und FAQ (Frequently Asked Questions) zugunsten von Herunterladen, Rundschreiben.
März
- Der Stromkonzern RWE in Dortmund tauft das RWE Net in RWE Transportnetz Strom um. Die Messe in Stuttgart Family & Home heißt wieder Familie und Heim.
- Aus Kölle und de Kids der Welt fiere nit nur Fasteleer …, dem geplanten Motto der Kölner Karnevalssession 2005, wird Kölle und de Pänz us aller Welt …
- Bei der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Kiel werden von 10 Plenarvorträgen, von denen 5 auf Englisch angekündigt worden waren, schließlich nur 3 auf Englisch gehalten (1 Vortragender war Ausländer). Auch die meisten Hauptvorträge, auf Englisch angekündigt, wurden nach Protest vor Ort auf Deutsch gehalten.
- Die Stadt Pforzheim ändert die Bezeichnung Dog Station (Hundetoiletten) mittels Aufklebern in Hundekot-Entsorgung.
- Das Finanzministerium nimmt zum englischen Begriff Holidays auf einer Europabriefmarke das deutsche Ferien dazu und wird in Zukunft keine englischen Begriffe auf Briefmarken mehr verwenden.
Februar
- Aus Best Textword Award wird Lehrbuchpreis, aus Best Book Award der Monographiepreis (Preis des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V., Paderborn)
Januar
- Das Bestellblatt für Ärzte der Pharmafirma Chiron Behring, Marburg, hat nicht mehr den Titel Flue flies, sondern wirbt nun mit Grippe fliegt.
- In der Gemeinde Kirchham bei Passau fahren die Gäste statt mit dem Shuttle nun mit dem Gästebus.
- Das Landeskriminalamt Hannover benennt die Arbeitsgruppe Task Force BOK um in Konzeption BOK (Bekämpfung Organisierter Kriminalität).
- Ein Kaufhaus für besonders schicke Mode in Dortmund verzichtet auf den geplanten Namen House of Brands zugunsten von Haus der Marken.
- Die Krankenversicherung UKV in Saarbrücken nennt ihr Mitteilungsblatt nicht mehr MediTALK, sondern Gesundheit aktuell.
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Klares Deutsch in der Wirtschaft