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Lichtblicke 2012
Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 09:46 Uhr
Die angeführten Erfolge sind teilweise, aber nicht immer, auf Initiative von VDS-Mitgliedern zustandegekommen. Sie zeigen aber, wie sich das Bewußtsein zugunsten der deutschen Sprache ändert. Der Erfolgskalender wird von Stephanie Wichert (lichtblicke @ vds-ev.de) geführt.
Sander Consulting in Cuxhaven ruft in seinem Netzauftritt: „Schluss mit DENGLISCH!“
„Wörter wie claimen, canceln oder Implementierung haben NULL Wirkung auf Ihre Zuhörer! Kommen Sie zurück zur einfachen Sprache und entfernen Sie sich nicht weiter von Ihren Kunden! Lesen und beleben Sie unser Denglisch-Lexikon!“ Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich immer mehr kleine Unternehmen um die Sprache bemühen.
Januar 2012
- Gerda Hasselfeldt, Chefin der CSU-Landesgruppe, sagte auf der Klausurtagung in Wildbad Kreuth, dass sich das Gewicht Deutschlands stärker in den europäischen Institutionen niederschlagen und in Europa außerdem noch mehr Deutsch gesprochen werden müsse. „Ich finde es nicht richtig, wenn selbst in Deutschland in manchen Gremien ganz selbstverständlich nur noch Englisch gesprochen wird.“
- Elf der 15 meistverkauften Alben des Jahres 2011 in Deutschland stammen von den deutschen Künstlern Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Unheilig, Rosenstolz, Tim Bendzko, Helene Fischer (zwei Alben) und Andrea Berg (ebenfalls zwei Alben). Eine Langzeitbeobachtung der Verkaufslisten von Media Control und Amazon hat ergeben, dass deutsche Musikhörer sogar durchschnittlich 20 bis 30 Prozent deutschsprachige Musik kaufen.
- Der Kultursenatorin im Hamburger Senat, Barbara Kisseler (parteilos), gefiel der geplante U-Bahn Haltestellen-Name „Chicago Square“ nicht und so erteilte sie diesem Namensvorschlag eine Absage. „Nach Ansicht der Kulturbehörde ist 'Square' keine passende Bezeichnung für einen Hamburger Platz“, so Kulturbehörden-Sprecher Enno Isermann.
- Der Verein Deutsche Sprache e.V. hat die Siemens AG auf der Aktionärshauptversammlung am 24.1. in München für das Verzichten auf englische Fremdwörter gelobt. Siemens hatte nach Kritik des VDS die Sprache in eigenen Veröffentlichungen auf Anglizismen hin überprüft. Workshops heißen nun Arbeitstreffen, Joint Ventures wurden zu Gemeinschaftsunternehmen und aus dem Cross Sector Business wurde das Sektorübergreifende Geschäft.
- „Ich liebe Deutschland und komme gerne hierher. Aber die Deutschen müssen endlich damit aufhören, ihre nationale Kultur mit Füßen zu treten. Wenn die Deutschen das nicht schaffen, ist meine letzte Hoffnung für Europa dahin. Ich glaube, die Deutschen haben noch nicht verstanden, welch ungeheure Bedeutung das deutsche Kulturerbe für sie selbst und für die ganze Welt hat. Ich kann mir diese Missachtung nur so erklären: Deutschland hat es noch nicht vollständig erfasst, wie wichtig seine Kultur für die gesamte zivilisierte Welt ist.“ (Der russische Regisseur Alexander Sokurow in einem 3sat-Interview anlässlich seines in deutscher Sprache gedrehten „Faust“-Films).
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