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VDS-Infobrief 9. Woche

Presseschau vom 25. Februar bis 03. März 2016

Englische Werbesprüche unverständlich

Die Kölner Werbeagentur Endmark ist bekannt für ihre Umfragen zu englischen Werbesprüchen („Komm rein und finde wieder heraus!“). Dieses Jahr befragte Endmark über 12.000 Personen. Ergebnis: Rund die Hälfte der Befragten versteht englische Werbeaussagen falsch oder gar nicht. In der Altersgruppe der 18- bis 44-Jährigen wussten 39 Prozent der Befragten „überhaupt nicht“, um was es geht, bei den über 45-Jährigen waren es sogar 59 Prozent. Außerdem war die Mehrheit der Teilnehmer nicht in der Lage, die englischen Werbebotschaften auch nur annähernd so zu übersetzen, wie sie vom Absender intendiert waren. Den Slogan „Science For A Better Life“ der Leverkusener Bayer AG verstand nicht einmal die Hälfte der Befragten. Die anderen glaubten, es gehe um „Zukünftig für ein besseres Leben“ oder um die „Chance auf ein besseres Leben“. (wiwo.de, horizont.net)

 

Siegfried Lenz hatte da noch etwas für uns!

Der 2014 verstorbene Siegfried Lenz kann die Genugtuung leider nicht mehr genießen. 1952 hatte der Verlag Hoffmann und Kampe seinen Roman „Der Überläufer“ abgelehnt. Er sei für den Zeitgeist unerträglich, so der Lektor. Schließlich sei die Hauptfigur zum Feind, zu den Russen, übergelaufen. Nun tauchte das unveröffentlichte Werk im Nachlass des Autors auf. Der Verlag zögerte nicht mit der Wiedergutmachung. Er veröffentlicht das Buch in diesen Tagen. Ungerechterweise darf er jetzt auf einen gewaltigen Verkaufserfolg hoffen. Die damals so defätistische Geschichte des deutschen Soldaten Proska an der Ostfront fügt sich heute ohne besonderes Aufsehen in die lange Reihe von Antikriegsbüchern aller Länder, aller Zeiten ein. Damals hatte der Lektor verlangt, Lenz möge den Roman neu schreiben. Der hatte dies abgelehnt und das Buch in seinem Schreibtisch „versenkt“. Der befürchtete öffentliche Aufschrei des gekränkten Verfassers war ausgeblieben. „Ich werde es immer bedauern“, so Dr. Kurt Gawlitta vom VDS-Vorstand, „dass Siegfried Lenz für sein großartiges Gesamtwerk nie den Nobelpreis für Literatur erhalten hat.“ (sueddeutsche.de, derwesten.de, ndr.de)

 

VDS in Saerbeck

In Saerbeck (nördlich von Münster) hat VDS-Regionalleiter Günter W. Denz die Vorhaben seiner Regionalgruppe (48) vorgestellt und sich gleichzeitig bei einem Pressetermin bei der Volksbank Saerbeck für deren jährliche Unterstützung bedankt. Denz verwies auf mehrere Veranstaltungen, unter anderem die Regionalversammlung am 30. Mai, einen literarisch-musikalischen Abend mit dem Titel „Im Lauf des Jahres“. Ein Projekt mit einer Impro-Theatergruppe und die Veranstaltung „Babylon“ am Tag der deutschen Sprache (10. September). Außerdem bieten die VDS-Mitglieder Deutschkurse für Flüchtlinge an. (wn.de)

 

Bilder statt Sprache

Wie kann man sich verständigen, wenn der Gesprächspartner die eigene Sprache überhaupt nicht versteht und niemand beim Übersetzen helfen kann. Diese Frage müssen sich derzeit viele Flüchtlinge stellen, die noch kein Deutsch gelernt haben. Eine Möglichkeit: Bildwörterbücher oder Piktogramme auf Postern. Davon hat der bayerische Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer bereits 10.000 Stück verteilen lassen. „Lerne Deutsch!“, steht leuchtend grün auf dem DIN-A2-Poster, mit dem 320 Begriffe erklärt werden. Eine Zufallsumfrage der Süddeutschen Zeitung mit zwei jugendlichen Flüchtlingen zeigte, dass auch komplizierte Sachverhalte zu verstehen sind. (sueddeutsche.de)

 

Erstes deutsch-türkisches Radio

Am 29. Februar ist das erste deutsch-türkischsprachige Radioprogramm auf Sendung gegangen. „Metropol FM“ soll aus türkischsprachiger Musik und unterhaltsamen sowie bildenden Wortbeiträgen auf Deutsch und Türkisch bestehen. Der Radiosender der Stadt Bremen wird in Berlin produziert, soll jedoch auch regionale Inhalte für Bremen senden. Damit hat es die letzte freie UKW-Frequenz der Stadt erhalten und sich damit gegen elf Mitbewerber durchgesetzt. Mit der integrativen Ausrichtung habe der Sender ein Alleinstellungsmerkmal hieß es seitens des Medienrats. Gesendet werden darf zunächst bis zum 15. Juli 2016. (abendblatt.de)

 

Iffland-Medaille für Dieter Hallervorden

VDS-Mitglied Dieter Hallervorden erhält die Goldene Iffland-Medaille des Berliner Theaterclubs. Hallervorden habe der Kulturmetropole Berlin unschätzbare Dienste erwiesen und auch den Theaterclub in seiner fast 50-jährigen Geschichte positiv begleitet, lautet die Begründung. Der Komiker, Regisseur und Schauspieler hatte 2009 das leerstehende Schlosspark Theater in Steglitz übernommen und mit privatem Engagement ausgebaut.

Die Auszeichnung wird am 18. März vergeben. Die Iffland-Medaille tragen bereits u.a. Brigitte Grothum, Thomas Langhoff, Claus Peymann, Barrie Kosky und Klaus Wowereit. (berliner-zeitung.de)

 

Richtige Aussprache

FOCUS-Online hat in einem Video zehn Wörter vorgestellt, die von den meisten Deutschen falsch artikuliert werden. Dazu gehören zum Beispiel das Wort „Original“, das bei vielen „Orginal“ heißt und das Gemüse „Brokkoli“, welches fälschlicherweise „Brookoli“ ausgesprochen wird. Hier geht es zum Video. (focus.de)

 

Internetsprache für viele Neuland

Die Marktforscher von TNS Infratest haben in einer repräsentativen Studie 1.000 Bundesbürger ab 14 Jahren zu 14 Begriffen rund um die Digitalisierung befragt. Nur durchschnittlich zwei der 14 Begriffe konnten erläutert werden. Bei den jüngeren Teilnehmern unter 30 Jahren lag der Durchschnitt bei 4,1 bekannten Begriffen, den über 60-Jährigen waren nur 0,6 Begriffe bekannt. Es gab kein Wort, das allen Probanden geläufig war. Zu den abgefragten Begriffen gehörten „Social Media“, „Big Data“ und „Internet der Dinge“. In den Medien sind diese Begriff gängig und werden ohne weitere Erklärungen verwendet. Alle Ergebnisse der Studie finden Sie hier. (gruenderszene.de)

 


Der VDS-Infobrief enthält Neuigkeiten und Nachrichten der vergangenen Woche über die deutsche Sprache. Bestellbar unter: infobrief@vds-ev.de.

 

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Verein Deutsche Sprache e.V. Dortmund
Redaktion: Anna Beckmann, Kurt Gawlitta, Lea Jockisch, Holger Klatte

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