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Infobriefe 2012

Donnerstag, 03. Januar 2013

VDS-Infobrief 52. Woche

Presseschau vom 27. Dezember 2012 bis 1. Januar 2013

 

Deutsche Sprache schützte Porsche vor Milliardenstrafe

„Porsche schützte in New York das Beherrschen der deutschen Sprache vor einer möglichen Milliardenstrafe", meldete u. a. das „Handelsblatt". Hintergrund war eine Klage wegen Betrugs und ungerechtfertigter Bereicherung in New York von Investoren gegen Porsche. Sie hatten auf den Fall von VW-Aktien spekuliert und sahen sich von Porsches Versuch, Volkswagen komplett zu übernehmen, überrumpelt. Das Gericht wies die Klage ab: Porsche habe begründen können, dass ein New Yorker Gericht dafür nicht zuständig sei; die VW-Aktie werde nicht an amerikanischen Börsen gehandelt, die klagenden Investoren sind nicht in New York registriert. Zudem seien viele Zeugen Deutsche und Beweisstücke auf Deutsch verfasst. (www.handelsblatt.com, www.finanzen.net, finance.yahoo.com)

 

CSU will Deutsch in der EU stärken, Politiker sollen Deutsch sprechen

Die „Süddeutsche" meldete, dass die CSU laut einer Beschlussvorlage für die traditionelle Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag in Wildbad Kreuth die deutsche Sprache in der EU stärken will. Deutsch ist zwar neben Französisch und Englisch eine der Verfahrenssprachen in der EU, doch fast 90 Prozent der Originaltexte im EU-Amtsverkehr seien englisch oder französisch verfasst, nur drei Prozent in deutscher Sprache. In der EU gibt es etwa 100 Millionen Bürger mit Deutsch als Muttersprache. Die CSU fordert, dass künftig „bei allen Veröffentlichungen, Ausschreibungen, Datenbanken sowie der Dolmetschung von EU-Treffen" Deutsch den anderen beiden Verfahrenssprachen gleichgestellt wird. „EU-Dokumente müssen von vornherein in deutschen Übersetzungen vorhanden sein", sagte Landesgruppen-Chefin Gerda Hasselfeldt. Hier dürfe „es keine Verzögerungen zu Lasten deutscher Abgeordneter mehr geben".

Glaubhaft seien diese „Bemühungen um die deutsche Sprache allerdings nur dann, wenn diese von der Bundesregierung und den Landesregierungen in europäischen Angelegenheiten auch selbst gepflegt wird." Deshalb sollen deutsche Regierungsvertreter bei internationalen Auftritten „wo immer möglich Deutsch sprechen". Der SPD-Fraktionsvize Joachim Poß beurteilte das Sprachproblem als nebensächlich, in Brüssel laufe die gesamte Kommunikation unter den EU-Partnern sowieso nur auf Englisch. (www.sueddeutsche.de, www.tagesspiegel.de, www.focus.de

 

Dialekt-Diskriminierung

Der emeritierte Germanistik-Professor Werner König fordert ein Gesetz, dass die Kritik an Kindern aufgrund ihrer Aussprache verbietet und spricht von einer neuen Form von Diskriminierung. Die „Süddeutsche" berichtete, dass es u.a. im Deutschen Fernsehen inzwischen zum guten Ton gehöre, süddeutschen Sprachklang als exotisch und unverständlich abzuwerten. Diese Neigung habe in den 80er Jahren eingesetzt, als Redebeiträge bayerischer Wintersportler im ZDF mit dem Hinweis „Originalton Süd" untertitelt wurden. Bis dahin sei die Sprache kein Problem gewesen. Der Augsburger Sprachwissenschaftler Werner König, anerkannter Experte und Herausgeber des in mehreren hunderttausend Exemplaren aufgelegten „dtv-Atlas Deutsche Sprache", erklärte, dass Moderatoren und Kabarettisten, die Schwaben, Bayern und Sachsen wegen ihrer sprachlichen Eigenarten gezielt vorführen, eine neue Form der Diskriminierung ausüben. So wurde ein Bewerber auf ein Lektorat beim Deutschen Akademischen Austauschdienst aufgrund des bairischen Dialekts abgelehnt. Auch bei einem Berufungsverfahren für einen germanistischen Lehrstuhl in Bayern fiel laut König zu einer Bewerbung mit bairischem Akzent der Satz: „Die Frau kann ja nicht mal richtig Hochdeutsch!" „Mir wäre am liebsten ein Gesetz wie in Norwegen, das verbietet, Kinder wegen ihrer Aussprache zu kritisieren", sagte König. (www.sueddeutsche.de)

 

Verpflichtende Deutschkurse in Österreich

In Österreich hat Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz am Mittwoch gefordert, dass es an bis zu 50 Schulen verpflichtende Deutschkurse für Kinder mit Sprachproblemen geben soll. Zunächst sollen vor allem Schüler in Ballungsräumen mit einem hohen Anteil nicht-deutscher Muttersprachler stärker gefördert werden. Kinder mit Deutschdefiziten nach dem Kindergarten sollen in einem Vorschuljahr ihre Lücken schließen. Für Quereinsteiger ohne Deutschkenntnisse sieht Kurz Intensivkurse in alternativen Sprachklassen vor. (www.kleinezeitung.at)

 


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Dies ist der VDS-Infobrief. Er enthält die Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache der vergangenen Woche. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben.

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Donnerstag, 27. Dezember 2012

VDS-Infobrief 51. Woche

Presseschau vom 19. bis 26. Dezember 2012

   

Mittwoch, 19. Dezember 2012

VDS-Infobrief 50. Woche

Presseschau vom 12. bis 18. Dezember 2012

   

Donnerstag, 13. Dezember 2012

VDS-Infobrief 49. Woche

Presseschau vom 5. bis 11. Dezember 2012

   

Donnerstag, 06. Dezember 2012

VDS-Infobrief 48. Woche

Presseschau vom 28. November bis 4. Dezember 2012

   

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Medienecho

Wiederum als voller Erfolg erwies sich laut einer Mitteilung eine Vortrags­veranstaltung mit grenz­über­schreitendem Charakter, zu welcher die Regional­gruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache nach Offenburg eingeladen hatte.
(Badische Zeitung 24.4.2015)

 

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Sprüche

Schrecklich, diese „fremdbestimmte Dauer-Beschallung” – vor allem wenn aus den Boxen einer dieser „Gute-Laune-Sender” töne. „Dieser ganze Mainstream-Rock-Faschismus macht mich krank!” Wer das Formatradio erfunden habe, gehöre „gevierteilt – und seine Eingeweide sollten von Geiern gefressen werden!” Da bricht der aufgestaute Frust zahlloser Tournee-Reise-Stunden vor dem Autoradio durch. Auf die Radiomacher, die „unsere Gesellschaft in die Knie zwingen wollen: Diese Nervsäcke in den Gute-Laune-Radios vergehen sich an der Geschmacksbildung – das ist die Hölle. Ganz bitter!”

Götz Alsmann
(derwesten.de, 5.11.2014)