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VDS-Infobrief 34. Woche

Presseschau vom 24. bis 30. August 2011

  • Reaktionen auf die Sprachpanscherwahl 2011
  • Club-Fans halten durch
  • Deutsche Micky-Maus wird 60
  • Goethe-Medaille für John le Carré
  • Sprachwissenschaftler Peter von Polenz verstorben
  • Sprachbeobachter Loriot
  • Man singt deutsch
  • Werbespruch gesucht
  • Literaturtipps

 

Reaktionen auf die Sprachpanscherwahl 2011

Die Mitglieder des VDS haben den Sprachpanscher 2011 gewählt: Telekomchef René Obermann. Wie der Stern berichtet, hat die Telekom die Kritik des VDS zurückgewiesen und an die Internationalität des Unternehmens erinnert. „Es ergibt für uns keinen Sinn, etwa an Flughäfen mit internationalem Publikum, dort ein Mobilfunk-Angebot mit einem deutschen Produkt-Namen zu bewerben“. (stern.de)

Auch das Christliche Medienmagazin berichtet über die diesjährige Sprachpanscherwahl des VDS, bei der auch Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche, nominiert war. (pro-medienmagazin.de )

 

Club-Fans halten durch

 Die Anhänger des Nürnberger Fußballvereins halten den Kampf um einen neuen Namen für ihr Stadion tapfer durch. Bei jedem Heimspiel werben sie für den Namen „Max-Morlock-Stadion“. Zwar wird der aktuelle Name des Stadions (easy-Credit-Stadion) 2012 abgesetzt, weil der aktuelle Sponsor sich zurückzieht, doch ist ungewiss, ob ein neuer Sponsor gefunden wird und welchen Namen derjenige für das Stadion vorsieht. (nordbayern.de )

 

Deutsche Micky-Maus wird 60

Am 29. August 2011 wird das deutsche Micky-Maus-Heft 60 Jahre. Ein „Schundheft“, dessen Konsum „Analphabetentum“ zur Folge hätte und die deutsche Sprache verfallen ließe. So argumentierten die Kritiker des Micky-Maus-Hefts in den fünfziger Jahren und wollten dieses sogar gerichtlich verbieten lassen. Doch obwohl Kritiker das Heft als Gefahr für die deutsche Sprache einstuften, hat sich die Micky-Maus schnell zur beliebtesten Kinderzeitschrift in Deutschland gemausert.

Es war Erika Fuchs, die seit 1951 die aus den USA importierten Micky-Maus-Hefte ins Deutsche übersetzte. Dabei hat sie aber nicht wörtlich übersetzt, denn der Ehapa-Konzern ließ ihr weitestgehend freie Hand und so hat sie eigene Reime, Wortspielereien und Anspielungen auf Literaturklassiker einfließen lassen. Unter anderem waren es Begriffe wie „Seufz“, „Knarr“, „Splatsch“, „Peng“, „Bumm“, die die Kritiker veranlasste, sich um die deutsche Sprache zu sorgen. (focus.de)

 

Goethe-Medaille für John le Carré

Zum 57. Mal verlieh das Goethe-Institut in Weimar die Goethe-Medaille an Persönlichkeiten, die sich im Umgang mit der deutsche Sprache und dem internationalen Kulturaustausch besonders hervorgetan haben. Dieses Jahr erhielten neben dem englischen Schriftsteller John le Carré (bürgerlicher Name: David Cornwell) auch der polnische Publizist Adam Michnik und die französische Theater- und Filmregisseurin Ariane Mnouchkine die Medaille.
Der mit der diesjährigen Goethe-Medaille ausgezeichnete englische Schriftsteller, John le Carré, erzählt die nostalgische Geschichte seiner Beziehung zur deutschen Literatur und Sprache.

„Mr. King kannte eine andere deutsche Sprache. Nicht dieses rückständige Gebell der Demagogen oder der Bürokratie, mit dem wir durch Nachrichten und Propagandafilme groß geworden waren. Sondern eine Sprache, die in den richtigen Händen genauso sanft, ausdrucksstark, wandlungsfähig, geistreich und schön ist wie die englische. Und diese andere Sprache, erklärte er, stehe für die zweite Seele in der deutschen Brust.“

Den vollständigen Artikel gibt es hier: (faz.net goethe.de)

 

Sprachwissenschaftler Peter von Polenz verstorben

Mit 83 Jahren ist der deutsche Sprachwissenschaftler Peter von Polenz verstorben. Polenz wurde 2000 von der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der Deutschen Sprache mit dem „Deutschen Sprachpreis“ ausgezeichnet und ist der Autor des dreibändigen Werks „Deutsche Sprachgeschichte“. (16vor.de)

 

Sprachbeobachter Loriot

„Die Anglisierung unserer Sprache steigert sich allmählich in eine monströse Lächerlichkeit. Deutsch wird uncool“, antwortete Vicco von Bülow auf die Frage: „Wie beobachten Sie den Wandel der Sprache? Sind Sie in Sorge?“ Das vollständige Gespräch gibt es hier: (sz-magazin.sueddeutsche.de)

 

Man singt deutsch

"Deutschsprachiges zieht. Der Trend hat sich gefestigt und setzt sich fort.", erklärt Volker May, Konzertorganisator des Dortmunder FZW. In der Dortmunder Diskothek seien viele deutschsprachige Künstler zu erwarten. (derwesten.de )


Werbespruch gesucht

Um das Deutsche als Wissenschaftssprache zu erhalten und wieder zu fördern, schreiben der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Goethe-Institut einen Kreativwettbewerb aus. Junge Grafiker, Mediendesigner, Texter, Wissenschaftler, Studierende und Freunde der deutschen Sprache im In- und Ausland sind aufgefordert, einen Werbespruch oder ein Plakat zum Thema „Deutsch in den Wissenschaften“ zu entwerfen. Zu gewinnen gibt es drei Geldpreise. Einsendeschluss ist der 18.09.2011. Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen gibt es hier: (goethe.de presseportal.de)

 

Literaturtipps

In „Sprache zur Sprache gebracht. Aufsätze zur Intentionalität sprachlichen Handelns“ von der Sprachwissenschaftlerin Ruth Römer sind Aufsätze aus mehr als 50 Jahren sprachwissenschatlicher Forschung zusammengefasst. (nw-news.de)

Grimms Märchen in Versen“ heißt das Märchenbuch von Cornelia Boese, aus dem sie auf dem Heidingsfelder Mühlenfest vorlas. Am 10. September verleiht die VDS-Regionalgruppe Mainfranken der Autorin Cornelia Boese den Sprachbewahrerpreis 2011. (mainpost.de)

Ich bin gespannt wie gekochtes Gemüse“ ist der Titel von Nathalie Licards Buch, welches mit sprachkritischen und kulturgeschichtlichen Schwerpunkten die Unterschiede von Franzosen und Deutschen aufzeigt. Die Geschichte erzählt von Begegnungen einer Französin mit dem deutschen Alltag und den „Merkwürdigkeiten“ der deutschen Sprache. Dabei schreibt Licard, wie sie spricht: mit französischem Akzent. (hunderttausend.de)

Wie viel medizinische Wahrheit in deutschen Redensarten wie „Mir gefriert das Blut in den Adern“ und „Das geht mir an die Nieren“ steckt, untersucht Walter Schmidt in seinem Buch „Dicker Hals und kalte Füße“. (suedkurier.de)

 

 


Der Verein Deutsche Sprache im Internet: vds-ev.de, facebook.com

Das Haus der deutschen Sprache im Internet: www.hausderdeutschensprache.eu, facebook.com

 

Dies ist der VDS-Infobrief. Jede Woche sammeln Mitarbeiter der VDS-Geschäftsstelle Neuigkeiten und Nachrichten über die deutsche Sprache und werten sie aus. Wir sichten die Presse, Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten, die in den Schlagzeilen stehen. Für eine bessere Übersicht fassen wir die Neuigkeiten zusammen. Handelt es sich um Meldungen aus dem Internet, sind die dazugehörigen Verweise angegeben. Wollen Sie diesen Info-Brief als E-Post erhalten, bitte Nachricht mit dem Betreff „Anmeldung” an:  infobrief@vds-ev.de.

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Verein Deutsche Sprache e.V. Dortmund

1. Vorsitzender: Prof. Dr. Walter Krämer
Geschäftsführer: Dr. Holger Klatte
Redaktion: Monika Elias, Simona Musall

 

Medienecho

Neustrelitzer Geschäfte tragen bisweilen komplizierte Titel. Der Verein Deutsche Sprache hat Passanten gefragt, ob sie die Bezeichnungen überhaupt verstehen. Die Antworten reichten von völliger Ahnungslosigkeit bis zu witzigen Interpretationen. Nordkurrier, 14.7.2014

 

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Sprüche

„Um die deutsche Sprache ist es nicht gut bestellt. Schuld daran sind die Werbung, ein Teil der Medien und auch einige Politiker. Sie wollen der deutschen Sprache den Garaus machen. Doch der Versuch, sie abzuschaffen, wird scheitern.“

Hans Magnus Enzensberger