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Reden und Widerreden - Argumente zur deutschen Sprache

XLVII. "Denglisch ist unser Schicksal."

Widerrede:
Viele Mitmenschen haben hierzu nichts eiliger zu bemerken, als dass die Anglisierung unserer Sprache sowieso nicht mehr abzuwenden sei. Nicht einmal der Verein Deutsche Sprache könne die Anglisierung unserer Sprache noch aufhalten. Mit dieser Einstellung wäre ihr Schicksal schon mehrfach besiegelt gewesen. Lateinische und französiche Wörter hatten Teile der deutschen Sprache bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Sprachlich kreative Menschen wie Luther und Gelehrten-Initiativen wie der “Fruchtbringenden Gesellschaft” gelang es, rechtzeitig gegenzusteuern.
Doch noch nie war ein Erfolg schon zu Beginn des Streites um ihn gesichert, denn solcher Streit entstünde ja gar nicht. Auch politische Erfolge werden erst mit der Zeit und oft erst während einiger Generationen sichtbar. Denken wir nur an die Anstrengungen zur weltweiten Verwirklichung der Menschenrechte oder zum Schutz der Umweltgüter Wasser, Boden, Luft!
Spott und Anfeindung seitens der Mehrheit für die Anreger neuer Ideen und Entwicklungen sind ganz normal. Dies gilt auch für die Wissenschaft. Wer die richtigen Argumente hat und nicht aufgibt, wird sich früher oder später durchsetzen.

Der Verein Deutsche Sprache hat schon heute Teilerfolge vorzuweisen, die sich sehen lassen können. Noch Mitte der 90er Jahre z.B. wäre die heutige gesellschaftliche Debatte um das (d)englische Schicksal (?) unserer Sprache undenkbar gewesen. Wir sorgen dafür, dass diese Debatte nicht nur in den Redaktionen geführt, sondern auch in die Schulen, die Parlamente, die Wissenschaft, die Betriebe und Unternehmen hineingetragen wird. Nicht die Denglisch-Werber und Anglomanen bestimmen über das Schicksal unserer Muttersprache, sondern letztlich der Wille all ihrer Sprecher, sie selbst weiterzuentwickeln.

siehe auch VIII., XXXIV.