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Reden und Widerreden - Argumente zur deutschen Sprache

LI. "Jeder soll selbst entscheiden, welche Wörter er benutzt."

Widerrede:
Das ist eine Binsenweisheit. Es macht Spaß, für neue Dinge und Gegebenheiten eigene Wörter zu finden und mit spielerischem Witz auszuprobieren. Der VDS ermutigt die Menschen, sich dabei für ihre Muttersprache zu entscheiden.
Gelassen und offen für neue Einflüsse wollen wir uns auch künftig des Wortschatzes und der Wortfelder, der typischen Wortverbindungen und Redensarten sowie des Bildervorrats unserer Muttersprache erfreuen. In ihr können wir uns am besten ausdrücken.

Ein hier und da eingestreutes englisches Wort verdrängt keines unserer muttersprachlichen Wörter und Sprachbilder. Wenn es eine Lücke füllt und weder sprachlicher Trägheit noch modischem Getue geschuldet ist, heißen wir es sogar willkommen. Sprachliche Trägheit, modisches Getue und billiger Witz liegen auf Seiten derer, die alles, was neu und überraschend daherkommen soll, immer nur mit „Fertigwörtern “ aus dem Angloamerikanischen bezeichnen.
Den Gipfel dieser Macdonaldisierung unserer Sprache besteigen jene, die englische Wörter im Deutschen wissentlich oder unwissentlich falsch verwenden oder der Öffentlichkeit eigens erpanschte „deutsche“ Amerikanismen vorsetzen, deren Bedeutung selbst ein Amerikaner nur noch erahnen kann.

siehe auch XXXV., XL., IL.