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Reden und Widerreden - Argumente zur deutschen Sprache

XLIV. "Sprachschützer bringen rechtsextremes Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft."

Widerrede:
Diesem Vorwurf zufolge sollen wir rechtsextremes Gedankengut hoffähig machen, ohne es selbst zu vertreten. Unsere Offenheit gegenüber der deutschen Sprache, Kultur und Geschichte wäre demnach ein Einfallstor für rechtsextreme Einstellungen. Tatsache ist: Unsere Argumente für mehr sprachliches Selbstbewusstsein stoßen in allen politischen und gesellschaftlichen Lagern auf viel Sympathie. Dies ist der beste Beweis für ihre Richtigkeit. Sie können nicht allein deshalb falsch sein, weil ein paar geschichtsvergessene Leute sie gegen uns verwenden.

Leute, die unser sprachpolitisches Engagement immer nur in brauner Tönung wahrnehmen, sind farbenblind. Sie lasten uns sogar an, wir benutzten mitunter selbst Anglizismen und andere Fremdwörter. Dass wir Fremdwörter nicht einfach so für böse Bazillen halten, passt nicht in ihr keimfreies, einfarbiges Weltbild. Deshalb denunzieren sie uns als Wegbereiter für Rechtsradikale. Über kaum ein Thema wird in Deutschland sachlich und öffentlich gestritten, auch nicht über Wert oder Unwert unserer Sprache. Anstelle von Argumenten werden lieber denunziatorische Sprachkeulen durch die Gegend geworfen.
Wir erschrecken vor solchem Verhalten. Es erscheint uns typisch deutsch und ist aus unserer jüngsten Vergangenheit sattsam bekannt. So undurchschaubar dunkel war die nämlich gar nicht. Die Denunzianten mögen doch bitte mal in diesen Spiegel schauen! Im Licht der Reflektion beschreibt das hier kritisierte (Vor)urteil allein ihr eigenes Verhalten.

siehe auch XXXVIII.