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Reden und Widerreden - Argumente zur deutschen Sprache

XLI. "Für die deutsche Sprache einzutreten ist Deutschtümelei."

Widerrede:
Bundespräsident Rau hat uns in seiner Gutenberg-Rede vom 23. November 2000 in Mainz gegen diesen törichten Vorwurf in Schutz genommen.

Wer sich ausgiebig mit deutscher Sprache, deutscher Geschichte oder deutscher Literatur beschäftigt, wird andere Sprachen und Kulturen vernachlässigen - ohne sie jedoch abzulehnen. Diese Art von Einseitigkeit ist unvermeidlich und sollte nicht als engstirnige Fixierung auf deutsche Dinge belächelt oder missbilligt werden. Unsere Maßnahmen zugunsten der deutschen Sprache sind in diesem guten Sinne einseitig.

Die Muttersprache ist ein kostbares Gut. Sie ist 1500 Jahre alt. Unsere gemeinsame Geschichte, - von der Völkerwanderung bis zum Fall der Berliner Mauer und die Zeit danach - auch die Lebensgeschichte jedes einzelnen Sprechers sind in ihr aufgehoben. Angesichts der über uns hereinbrechenden Flut von Anglizismen ist es legitim, sich vor allem um die deutsche Sprache zu kümmern, sie zu verteidigen und sie zu schützen. Das verdient keine Verunglimpfung. In Frankreich, Polen, Spanien oder Ungarn wäre es unvorstellbar, dass die Pflege der eigenen Sprache als „Tümelei “ kritisiert oder verspottet wird.

Kritik haben eher die Schwätzer verdient, die unsere Muttersprache zum deutsch-englischen Kauderwelsch umgestalten. (GS 08-03)

siehe auch XXXII., LIII.