Drucken

Reden und Widerreden - Argumente zur deutschen Sprache

XXVIII. "Durch Denglisch lernt man früher und besser Englisch."

Widerrede:
„Denglisch“, das falsche Englisch im Deutschen, hat so wenig mit richtigem Englisch zu tun wie aufgeblasene Werbesprüche in Deutschland nach Art von leading to results (Deutsche Bank), life is our challenge (Aventis) oder thinking the future (Philipps) mit dem amerikanischen Pioniergeist.

Wörter aus dem Englischen verlieren in unserer Sprache ihre kontextuale1 und idiomatische2 Gebundenheit und Färbung. Des weiteren gehen ihre Beweglichkeit und ihre grammatischen Anker, ihr spielerisches und assoziatorisches, gedankenschöpfendes Potential verloren. Die Möglichkeit, mit ihnen neue Wortfelder zu bilden oder bisher unangesprochene Aussagebereiche zu besiedeln, zu strukturieren und entsprechend differenziert zu bezeichnen, kann in der deutschen Sprache kaum ausgespielt werden.
Wer die englische Sprache nur oberflächlich kennt, wird die deutsche Sprache desto ungehemmter mit englischen Brocken traktieren, je hemmungsloser er mangels tieferer Kenntnis der englischen Sprache Wörter aus ihr in die deutsche Sprache verpflanzen zu müssen glaubt.
Denglisch ist deshalb deutsches Englisch. Als solches verstört es sogar das englische Sprachgefühl und den Respekt vor gutem Englisch.

siehe auch III., XIII.

1 zusammenhangsbestimmte

2 wortstellungsbestimmte