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Reden und Widerreden - Argumente zur deutschen Sprache
XIX. "Am meisten Loyalität zur deutschen Sprache beweist man dadurch, dass man ihr die Stärke zutraut, auch mit der heutigen Anglizismenschwemme fertig zu werden."
Widerrede:
Loyalität äußert sich weniger in abwartendem Vertrauen als in aktivem Eintreten für eine Person, deren Erfolg einem wichtig ist. Dies gilt erst recht im Hinblick auf Gedanken und Ideen, also auch für Kritik und positive Wünsche zur Zukunft unserer Sprache. Sie können sich nicht selbst Gehör verschaffen. Sie werden sich deshalb ohne unsere aktive Loyalität nicht gegen jene behaupten, die Sinn und Legitimität unserer Sprachloyalität in Zweifel ziehen.
Nur Opportunisten und Trittbrettfahrer warten, bis sich eine umstrittene Idee dank der Unterstützung anderer durchzusetzen beginnt. Im letzten Moment springen sie dann vollends auf um zu behaupten, von Anfang an richtig gefahren zu sein. Scheinbares Zutrauen in die Möglichkeiten unserer Sprache, mit der Anglizismenschwemme fertig zu werden, ist nichts als ein Zurückweichen vor denen, die sie heute durch Anglizismen fertig zu machen drohen.
Sprachloyalität erschöpft sich deshalb nicht im Vertrauen auf ein (hoffentlich gutes) Sprachschicksal, sondern äußert sich in aktivem „Mut zur Muttersprache“.
siehe auch XXXVI., XXXVII.
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Deutsch in der Gegenwart