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Reden und Widerreden - Argumente zur deutschen Sprache

XVI. "Denglisch ist ein Zeichen für die besondere Weltoffenheit der Deutschen."

Widerrede:

Wer nur vom anderen etwas erwartet, selbst jedoch nichts bietet, ist langweilig und kann kein Interesse für sich wecken. Solcher „Austausch“ wird zur Einbahnstraße zu Gunsten dessen, der nichts zu bieten hat. Ohne Liebe, Wertschätzung und Weitergabe der jeweils eigenen Kultur und Sprache kann kein Austausch entstehen.

Wer so tut, die simple Vermischung von ein paar tausend halbwegs verständlicher englischer Wörter mit anderen Sprachen mache aus der Einbahnstraße ein Geben und Nehmen verrät, dass er seine eigene Sprache weder liebt noch schätzt, die des Partners lediglich für sich ausbeuten möchte und eigentlich nicht damit rechnet, von seinem Gegenüber angenommen zu werden.

Das Denglisch der Deutschen ist daher kein Zeichen für Weltoffenheit, sondern für sich weltoffen gebende Provinzialität. Sie beruht auf mangelnder Wertschätzung und geringer Offenheit der eigenen Kultur gegenüber – und gleichermaßen blinder Ausbeutung der englischen Sprache zur Produktion von Denglisch.

Die provinzielle Weltoffenheit dieses „deutschen Englisch“ nährt sogar den Verdacht, diese Deutschen wollten sich im Schlepptau alles Angloamerikanischen heute wenigstens als Sprachweltmacht zweiter Klasse Einfluss sichern oder Eindruck machen.
Auf diese falsche Weltoffenheit sollten die Deutschen besser verzichten.

siehe auch XI., XXX., XLIII.