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Reden und Widerreden - Argumente zur deutschen Sprache

XIII. "Die Jugend liebt Englisch - also spricht auch nichts gegen Denglisch!"

Widerrede:
Dieses Vorurteil stellt die englische Sprache auf die gleiche Stufe wie den Sprachmischmasch Denglisch. Dies soll das Übermaß angloamerikanischer Brocken im heutigen Deutsch erklären - und verklären. Ihm zufolge halten sie unsere Sprache genau so jung, wie das Angloamerikanische ewig bleiben soll.

Anglomane Sprach- und Tonangeber beschwören in diesem Zusammenhang gerne Bilder von Leben, Jugend und Entwicklung. Das haben diese Berufsjugendlichen auch nötig, denn ohne ihre vorlauten Eingriffe in den alltäglichen Sprachgebrauch sähen sie mit ihrem Denglisch bald alt aus.
Deshalb lesen sie der Jugend jedes englische Wort von den Lippen ab. Sie erkünsteln sogar - eigens für sie - scheinenglische Wörter. Und sie jubeln sie ihr gar als die neuesten Trendwörter unter, ohne deren Kenntnis man nicht in sei. Dass die Jugendlichen viele deutsche Wörter erfinden oder für sich umdeuten wird einfach totgeschwiegen.
Junge Leute, sagt der Verein Deutsche Sprache, werden immer sprachlich experimentieren - sei es zur Abgrenzung von den Erwachsenen, sei es, um vor ihnen die Zukunft zu besitzen. Ein selbstgenügsames Sprachumfeld könnte davon mitunter profitieren.
Das denglische Sprachumfeld unserer anglomanen Sprach- und Tonangeber ist nicht selbstgenügsam. Berufsjugendliche (Groß-)Sprecher verwechseln in ihm Panschen mit Experimentieren, und hoffen, dabei jugendlicher zu erscheinen als die Jugend selbst.

siehe auch III., XXVIII.