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Elbschwanenorden

Die VDS-Regionalgruppe Hamburg ehrt seit 2005 Personen und Einrichtungen aus der Region, die sich um Pflege und Förderung der deutschen Sprache verdient gemacht haben, mit dem „Elbschwanenorden“. Dessen Name geht zurück auf die 1657 von Johann Rist in Hamburg-Wedel gegründete Literaten-Vereinigung. Bisher wurden die Hamburger Wasserwerke, der Autor und Journalist Hermann Schreiber, das Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg), die Stadtreinigung Hamburg und Hellmuth Karasek ausgezeichnet.

Der Elbschwanenorden ist ursprünglich eine um 1660 von dem in Wedel an der Unterelbe bei Hamburg wirkenden Pastor Johann Rist gegründete Dichtergesellschaft gewesen. 2005 hat der Hamburger VDS diesen Namen wieder aufleben lassen, nun als eine jährlich am „Tag der Deutschen Sprache“ zu vergebende Auszeichnung an Bürger oder Einrichtungen der Hansestadt, die sich um die Pflege und Förderung der deutschen Sprache besonders verdient gemacht haben.

Johann Rist (1607–1667) schrieb 30 Dramen, wie die „Tragico-Comedia“ Irenomachia (1630), den Perseus (1634), dessen Vorrede große literaturgeschichtliche Bedeutung hat, zwei große „Festspiele“: „Das Friedewünschende Teutschland“ (1647) und „Das Friedejauchzende Teutschland“ (1653). Er  schrieb 659 geistliche Lieder, von denen heute noch fünf im evangelischen Kirchengesangbuch zu finden sind.
Rist verkörperte wie kaum ein anderer das zeitgenössische Ideal des umfassend Gebildeten. Der größte Teil seines Lebens war geprägt durch den Dreißigjährigen Krieg. Drei Mal musste er vor anrückenden kaiserlichen oder dänischen Truppen aus Wedel nach Hamburg fliehen und litt unter den allgemeinen Verfallserscheinungen, der Verrohung der Sitten, der Verdrängung der deutschen Sprache vor allem durch französische Einflüsse. Rist wurde Mitglied in Georg Philipp Harsdörfers „Pegnesischen Blumenorden“ (1645) und in der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ des Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthen (1647), sein Pseudonym: „der Rüstige“. 1658 gründete Rist den „Elbschwanenorden“, dem er unter dem Namen„Palation“ vorsaß.

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VDS-Regionalleiter Dr. Hans Kaufmann bei der Ansprache zur Verleihung des Elbschwanenordens 2011 (Foto: Birgit Kassovic)

Bisherige Preisträger:

  • Hamburger Wasserwerke (2005)
  • Hermann Schreiber (2007)
  • Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte (2008)
  • Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg, 2009)
  • Stadtreinigung Hamburg (2011)
  • Hellmuth Karasek (2012)
  • Asklepios-Klinik Hamburg Wandsbek (2013)
  • Achim Reichel (2014)

Weitere Berichte finden Sie unter Aktionen auf den Regionalseiten der VDS-Region Hamburg.

 

Medienecho

Für Nuhr ist der Kulturpreis Deutsche Sprache eine seiner wichtigsten Auszeichnungen. „Andere Preise habe ich bekommen, weil ich lustig bin, diesen, weil ich ernst genommen werde“, sagte der Preisträger.  Dabei sei die Sprache für ihn von besonderer Bedeutung. „Schließlich gibt es bei meinem Bühnenprogramm keinen Tanz und keine Pyrotechnik - es geht nur um die Worte.“ (Tagesspiegel, 25.10.2014)

 

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Sprüche

„Mich hat es gestört, dass es keine ordentlichen deutschen Texte gab. Ich dachte, das muss doch gehen. Dass ich Trommler war, kam mir sehr zugute. Ich hab mir die Sprache zurechtgetrommelt. Ich konnte gut Wörter dehnen wie Kaugummi, sie schleudern, zerbeißen, konnte rhythmisch auch die ersten Rap-Dinger anlegen: 'Käthe Dorsch wohnt in Kiel', das war schon Ende der Siebziger.“

Udo Lindenberg, DB mobil 5/2016